LeitartikelWas der Terror in Wien verändert hat - und was nicht

Vor einem Jahr erschoss ein Terrorist in Wien vier Menschen und verletzte 23 weitere. Es zeigte die Verletzlichkeit der Gesellschaft - und ihre Widerstandsfähigkeit.

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Der 2. November markiert für alle, die selbst, oder deren Angehörige in Wien leben, eine Zäsur. Jeder oder jede von ihnen wird sich heute daran erinnern, wo er oder sie vor einem Jahr war, als der Terror in der Wiener Innenstadt ankam. Tausende waren in der Stadt unterwegs, ein letztes Mal in Lokalen, bevor diese im zweiten Lockdown für Monate geschlossen blieben. Andere saßen verschreckt vor dem Fernseher oder standen am Fenster, während Polizeihubschrauber über die Häuser kreisten. Unzählige griffen zum Handy, um sich zu versichern, dass die Liebsten in Sicherheit waren.

Kommentare (1)
zweigerl
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5
Lesenswert?

Erstaunliche Indolenz

Die Indolenz der Österreicher gegen die Terroranschläge ist aus humanistischer Sicht sehr löblich, zeigt aber auch auf das Defizit, durchschlagende Maßnahmen zu setzen, unter anderem gegen die muslimische Community, aus der doch letztlich diese mörderischen Irrläufer kommen. Schön, dass es bald "Fallkonferenzen" geben wird, aber bitte diese nicht mir empathischen Psychologinnen beschicken, die hauptsächlich auf das psychische Wohl der Täter ein Augenmerk haben. Dieses "alles verstehen und alles verzeihen" ist seit ein paar Jahren ein unerträglicher Zynismus gegenüber den Opfern.