TerroranschlagWien präsentiert Maßnahmenkatalog gegen Extremismus

Die Stadt Wien hat eine Studie zum Thema Extremismusprävention präsentiert. Maßnahmenpaketen von Ausbildungsmodulen für Polizisten bis theaterpädagogischen Projekten sollen eingeführt werden, Verschwörungstheoretiker verstärkt beobachtet werden.

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Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) präsentiert Maßnahmen gegen Extremismus.
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) präsentiert Maßnahmen gegen Extremismus. © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Stadt Wien hat anlässlich des Jahrestags des islamistischen Terroranschlags in der Wiener Innenstadt am 2. November 2020 eine Studie zum Thema Extremismusprävention präsentiert. Studienautor Nicolas Stockhammer betonte bei der Präsentation am Freitag, dass Extremismusprävention "in hohem Maße eine kommunale Aufgabe" sei.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) blickte auf den Anschlag vor einem Jahr zurück und hob hervor, dass das Zusammenwirken der Organisationen und Hilfskräfte gut funktioniert habe. Auch die Zivilcourage und Hilfsbereitschaft der Stadtbewohner sei beeindruckend gewesen. Ob der Anschlag hätte verhindert werden können, wollte Ludwig nicht beurteilen, das müssten die ermittelnden Behörden eruieren. Für ihn sei es wichtig, dass die Politik Präventionsarbeit leiste und das tue die Stadt Wien.

Prävention gegen Gewalt

"Extremismusprävention ist die Mutter aller Taktiken und Strategien, um politisch motivierte Gewalt zu verhindern", sagte Studienautor Stockhammer. "Netzwerke bekämpft man mit Netzwerken." Dabei sei es wichtig, im frühen Alter und im sozialen Umfeld anzusetzen. Den Erzählweisen des Extremismus müsse man Gegen-Narrative und Alternativ-Narrative entgegensetzen, "um die giftigen ideologischen Essenzen zu neutralisieren und als falsch und gefährlich zu entlarven".

Der Maßnahmenkatalog umfasse 50 größere und kleinere Maßnahmenpakete. Dazu gehören Ausbildungsmodule für Polizisten und Fachkonferenzen, aber auch theaterpädagogische Projekte, bei denen eine szenische Aufarbeitung von Alltagssituationen gemacht werde. "Wir arbeiten weiter daran und wir schauen uns auch Konzepte aus dem Ausland an", so der Bürgermeister. "Die Studie soll ein Check der bisherigen Präventionsarbeit sein, was läuft gut, wo können wir besser werden."

Augenmerk auf Verschwörungstheorien

Studienautor Stockhammer empfiehlt eine Ausweitung der Präventionsarbeit auch auf die Bereiche Rechtsextremismus, Reichsbürger und Weltverschwörungstheoretiker.

Auch der Wiener Netzwerk Demokratiekultur und Prävention (WNED)-Koordinator Ercan Nik Nafs bestätigte, dass es ein verstärktes Augenmerk auf den Bereich Verschwörungstheorien brauche. Die Ziele des Netzwerkes für die kommenden Jahre seien einerseits verstärkte Burschenarbeit und die Auseinandersetzung mit dem Problem des häuslichen Unterrichts und der Weltverschwörungstheorien.

Auf die Frage, warum der Wiener Attentäter nicht deradikalisiert werden konnte, obwohl er amtsbekannt war, wussten Stockhammer und Nafs keine rechte Antwort. Es gebe leider Fälle, bei denen eine Deradikalisierung nicht möglich sei. "Ich kann nicht alle zu 100 Prozent erreichen, aber ein möglichst engmaschiges Netzwerk aufspannen", so Stockhammer.

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