"Sicherer Herbst"Ärztekammer für strengere Regeln für Ungeimpfte, Mückstein vorerst dagegen

Aufgrund der steigenden Zahlen müsse man anfangen nachzudenken, wie man in einen "sicheren Herbst" komme, sagt Gesundheitsminister Mückstein. Strengere Regeln für Ungeimpfte sind aktuell kein Thema, eine Maskenpflicht indoor wäre aber wieder vorstellbar.

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Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne)
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Für Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sind die Rufe nach strengeren Corona-Regeln für Ungeimpfte zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. "Mir ist das jetzt zu früh, diese Diskussion, die auch in Wien angestoßen worden ist", sagte der Ressortchef am Sonntagabend in der "ZiB2". Vorstellbar wäre für ihn die Wiedereinführung der Maskenpflicht indoor. Zuvor hatte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) u.a. Zutrittsverbote für Ungeimpfte ins Spiel gebracht gestellt.

"Die Einschränkung des öffentlichen Lebens derzeit nur für Geimpfte halte ich bundesweit derzeit für nicht spruchreif", sagte am Abend der Gesundheitsminister. "Ich glaube, das ist eine Frage des Zeitpunkts. Wir haben eine sich verschärfende epidemiologische Lage seit ein paar Tagen. Wir haben knapp 1.000 Positiv-Testungen pro Tag jetzt den fünften Tag in Folge." Man müsse jetzt anfangen, nachzudenken, wie man in einen "sicheren Herbst" komme. "Aber derzeit zu unterscheiden, Ungeimpfte und Geimpfte auf breiterer Basis, das würde glaube ich schon zu einer Spaltung der Gesellschaft führen. Ich glaube, das ist in der derzeitigen Lage epidemiologisch nicht vertretbar."

Mückstein zu strengeren Regeln für Ungeimpfte

Masken indoor als Maßnahme vorstellbar

Er wolle den Menschen nun Zeit geben, "mit Aufklärung arbeiten, mit niederschwelligen Impfangeboten arbeiten", sagte Mückstein. "So werden wir die Impfquote hoffentlich bis in den Herbst erhöhen können." Nach Auslaufen der aktuellen Verordnung für die Corona-Maßnahmen Ende August werde es bei der dann notwendigen Einführung neuer Regeln jedenfalls noch keine Unterscheidung zwischen Geimpften und Ungeimpften geben.

Er könne sich aber sehr wohl andere Maßnahmen vorstellen - etwa "das Thema Masken indoor". Dies sei eine Maßnahme, die "sehr effektiv" sei und auch auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung stoße. "Wir müssen weiter an kleinen Schrauben drehen", so der Minister. Vorstellbar sei etwa auch, die Gültigkeit von Antigentests von 48 auf 24 Stunden zu reduzieren. Entsprechende Vorschläge seien bereits an den Koalitionspartner ÖVP übermittelt worden, diese würden derzeit gerade "geprüft".

Die Frage, ob für ihn ein neuer Lockdown ausgeschlossen ist, beantwortete Mückstein nicht direkt. Es gehe jetzt darum, an den "kleinen Schreiben zu drehen", die "zumutbar und effektiv" sind, sagte er auch dazu.

Hacker und Ärztekammer für Beschränkungen

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) spricht sich angesichts der anrollenden vierten Corona-Welle für eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen für Ungeimpfte aus. "Es wird kein Weg daran vorbeiführen, dass nur mehr Geimpfte reinkommen", fordert er strikte Beschränkungen etwa bei Freizeiteinrichtungen. "Wir haben noch vier bis sechs Wochen Zeit, die Impfquote zu erhöhen", sagte er.

Das unterstützt nun auch die Ärztekammer. „Solange die Impfquote nicht erhöht wird, ist dies angesichts der steigenden Zahlen eine berechtigte und wichtige Maßnahme, um weitere Lockdowns zu verhindern“, lässt Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres per Aussendung wissen. Die Impfquote sei noch zu niedrig, um eine vierte Welle erfolgreich umschiffen zu können.

Bundesländer für Verschärfungen offen

Auch in der Steiermark, Kärnten und Tirol zeigte man sich am Sonntag für Verschärfungen offen - dort will man aber jedenfalls ein bundesweites Vorgehen. "Das ist der absolut richtige Ansatz, aber das funktioniert nur, wenn sich der Bund und die Länder gemeinsam auf klare Maßnahmen einigen", sagte etwa die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Auch die Kärntner Gesundheitslandesrätin LHStv. Beate Prettner (SPÖ) bezeichnete schärfere Maßnahmen für Nicht-Geimpfte als "unumgänglich". Offen für Hackers Vorstoß zeigte man sich auch in Tirol, will aber ebenfalls einen bundesweiten Weg. Keine Präferenzen zeigte man in Niederösterreich, fix sei aber, dass man eine einheitliche Lösung wolle, hieß es am Sonntag.

Aus dem Burgenland wurde die Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen mit Verweis auf die dort hohe Durchimpfungsrate ausdrücklich verneint. Auch in Salzburg seien derzeit keine weiteren Verschärfungen erforderlich, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl, vielmehr müsse weiterhin und verstärkt auf die Impfung gesetzt werden.

Kommentare (99+)
Sam125
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Ärztekammer will strengere Maßnahmen für UNGEIMPFTE,doch Mückstein ist dagegen!

Ja,das kann ich Herrn Mückstein wirklich nachvollziehen, denn gerade unter den GRÜNEN gibt es sehr viele Impfgegner,die schon seit Jahren keinen ihrer Kinder gegen irgendwas Impfen haben lassen,nichteinmal gegen die gefährlichen Masern und die ihre Kinder in sogenannte Privatschulen schicken,damit sich die Kleinen auch wirklich selbst verwirklichen können und sie sich zu selbstbewussten, egoistischen und ICH bezogenen Egoisten entwickeln können,so wie es ja jetzt schon viele Impfgegner sind!!Danke!

rh222
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Mückstein

Typisch Grün - knickt wieder ein. kein Rückgrat vorhanden

schteirischprovessa
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Zwei Dinge sprechen für strengere Regeln für Ungeimpfte:

1) Das Risiko, angesteckt zu werden, ist für Ungeimpfte ein Vielfaches höher als für geimpfte. Davor schützt auch ein negativer PCR Test nicht. Und jeder Infizierte steckt meist unbewusst mehr oder weniger andere an.
2) die Pandemie wird man nach derzeitigem Wissensstand nur mit einer hohen Impfquote on den Griff bekommen. Derzeit fehlen in Österreich noch rund 20 Prozent.

a4711
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provessa

Wo hast du studiert.. in der Baumschule ??
Dann schau mal nach Israel..??

wischi_waschi
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schteirichprovessa

Nein, nein ich lasse mich nicht impfen.......
Da können Sie erzählen was Sie wollen........
Die lieben Medien können mich auch nicht umstimmen....
Steak und Würstel auch nicht...
Da läuft gewaltig was schief im Staate Österreich.......
Mit mir nicht.....

niki24
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Super

Sehr gut, bin dabei.

schteirischprovessa
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Du brauchst dich auch nicht impfen zu lassen.

Dann musst dir aber auch nachsagen lassen, dass du nichts für eine Eindämmung von Corona beigetragen hast.
Antikörper wirst du sowieso irgendwann bekommen und zwar über eine Infektion.
Ob das für dich der weniger gefährliche Weg ist, musst du selbst entscheiden.
Doch sollte deine Infektion nicht harmlos verlaufen, gibt's einen einzigen, der dafür verantwortlich ist: du selbst.

niki24
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Demenz

Es geht nicht um Impfung auch nicht um verbreitung, sondern um Experiment und da ich spiele nicht mit auch mit viele intelligenten Menschen.

niki24
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Experiment

Da geht nicht mehr um Impfen sondern um Demenz. Warum soll man sich mit
Experiment impfen lassen? Die größte Forscher sind dagegen. Muss man nur bisschen nachdenken.

UHBP
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@sch...

ad "2) die Pandemie wird man nach derzeitigem Wissensstand nur mit einer hohen Impfquote on den Griff bekommen. Derzeit fehlen in Österreich noch rund 20 Prozent."
Und wie erklärst du dir dann die Vorkommnise in Island?
"Es sah schon so aus, als ob Island die Corona-Pandemie überstanden hätte: Der Großteil der Bevölkerung ist geimpft, es gab kaum noch Neuinfektionen. Doch nun ächzt das Land unter einer noch nie dagewesenen Infektions-Welle. Wie konnte das passieren?
"Mit Stand 07. August seien demnach 96 Prozent aller Frauen ab 16 Jahre zumindest teilgeimpft gewesen, bei Männer betrage diese Quote 90 Prozent. Vollständig geimpft sind laut dem offiziellen Dashboard rund 85 Prozent aller Menschen über 12 Jahre. "

niki24
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Impfung

Sehen wir in einem Jahr wie viele geimpfte Zombies werden auf der Erde laufen.

schteirischprovessa
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Schau die die Quote an, wie viele bzw wenige trotz vollständiger

Impfung infiziert worden sind und wie hoch sie bei anderen ist.
Dass die Impfung nicht zu 100 % eine Ansteckung verhindern kann, weiß man bereits aus dem Zulassungsverfahren.

neuernickname
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@UHBP Dazu eine Stimme aus Island

"Der positive Aspekt ist, dass ein viel größerer Teil der Infizierten minimale oder gar keine Symptome hat, und weniger Patienten mit Covid-19 in Spitalsbehandlung müssen."

Elías Eybórsson von der Universität von Island.
Quelle: Kurier vom 10.8.2021

Das sollte reichen um die Impfungen als einzige Möglichkeit anzusehen aus der Pandemie rauszukommen.
Sonst geht noch Dauerlockdown bis St. Nimmerlein oder natürliches Durchrauschen lassen. Was das bringt hat man in Indien oder Brasilien gesehen. Mutationen und jede Menge Tote.

Ich kann im Moment noch nicht erkennen, dass die Impfung die Pandemie nicht eindämmt.
Man muss nur die Inzidenzen als alleiniges Kriterium ad acta legen.

Jetzt gehts nur noch um tatsächliche Erkrankungen und Hospitalisierungen.

Wenn die unten bleiben, können uns PCR-bestätigte Infektionen ziemlich wurscht sein.
Es laufen auch jedes Jahr tausende Grippegeimpfte herum, die zwar infziert sind, aber nix oder kaum was von der Influenza spüren.

microfib
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Stimme aus Israel

Heute 8500 Neuinfektionen, Israel versucht jetzt mit einer dritten Impfung die Neuinfektionen in den Griff zu bekommen. Was bedeutet das, nichts anderes, das der Großteil der Neuinfektionen Geimpfte betrifft.
Abwarten bis bei uns die ersten Impfungen über neun Monate zurückliegen.....

neuernickname
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Tja microfib Ich hab eine Stimme aus Israel die sagt:

"Laut Regierungschef Bennett gibt es mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun."

Heute auf nau.ch.

Dort haben Sie Ihren Text ja auch abgeschrieben.
Dafür habens mein Posting gleich gar nicht gelesen. Aber wurscht - was solls, wenn die Impfgegner was nicht wollen, dann lesen, das ist mir schon aufgefallen.

Dass man auffrischen muss ist nur für Impfgegner ein Problem. Für mich ist das was normales.
Zur Grippeimpfung gehe ich jährlich - logisch mein lieber microfib - auch dort gibst alljährlich andere Mutationen die um die Welt laufen.
Nur Impfgegner wollen eine Impfung die ewig wirkt, die sie aber gleichzeitig ablehnen.
Jo, was solls, zum Zerkugeln aber m e (mir egal)
Ihr Jubelgeschrei ist daher a bissi lächerlich, microfib....

Gedankenspiele
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Ich hätte ein Frage.

Ist es nicht so, dass PCR-getestete Personen mit großer Sicherheit bzgl. Covid gesund sind und dementsprechend niemanden anstecken können.

Geimpfte hingegen können infiziert sein (Stichwort Impfdurchbrüche) und können hingegen sehrwohl andere anstecken.

Da macht es bzgl. Ansteckungsgefahr ja keinen Sinn negativ PCR-getestete gesunde Menschen von Veranstaltungen auszusperren und eventuell kranke Geimpfte überall hineinzulassen.

Ist das nicht viel mehr der Versuch Leuten die Impfung schmackhafter zu machen?

Rot-Weiss-Rot
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@Gedankenspiele, ein anderer Zugang zu dieser Situation wäre sehr notwendig.

Wir reden über Test PCR oder Antigen, reden über Zeitspanne 24, 48, 72 Stunden, reden über infektiös oder nicht und, und, und.
Das alles hat nur ein Ziel. Die Krankenanstalten dürfen nicht an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, nein noch wichtiger, sie dürfen nicht einmal 2/3 an diese Grenze kommen, da ansonsten alle wichtigen anderen Eingriffe hintangestellt werden müssen.
Wir haben jetzt 60% längere Wartezeiten, da die Corona-Zeit erst aufgearbeitet werden muss.
Also alle Maßnahmen haben nur zwei Ziele. Keine Überlastung und keine Toten und schwer Kranke.

Es liegt doch klar auf der Hand, dass der wirklich einfachste Weg dorthin die Impfung ist. Wenn 80% der Bevölkerung geimpft sind, ist es absolut wurscht ob ein Geimpfter womöglich kurze Zeit infektiös ist. Das ist doch nur dann relevant, wenn ein geimpfter, infektiöser Mensch auf einen Ungeimpften trifft.

Hört endlich auf unsinnige Diskussionen zu führen, lasst euch impfen und die Sache ist gegessen.
Ein sehr positiver Effekt wäre auch, dass die Mutationen stark zurückgehen würden.

Ich bin seit Anfang Juni vollgeimpft, hatte nahezu keine Impfreaktionen (4 Stunden Einstichstelle) überhaupt keine Nebenwirkungen und fühle mich bestens.

Daher bitte impfen, es passiert Euch nichts!!!

Gedankenspiele
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@Rot-Weiss-Rot

Ich gebe Ihnen in allen Punkten inhaltlich recht.

Mir geht es nur um die grundsätzliche Frage, warum Politik und Ärztekammer Tests gar nicht mehr zulassen wollen, wenn sie doch, sagen wir für wenigstens 24 Stunden Sicherheit für alle Beteiligten bringen. Unter Umständen sogar mehr Sicherheit als ein ungetesteter infizierter Geimpfter (was wahrscheinlich auch nicht so oft vorkommt).

Ich will keine direkte und auch keine indirekte Impfpflicht. Und das Umwandeln der 3G-Regel in eine 2G- oder sogar 1G-Regel ist für mich eine Schikane von getetsteten, gesunden Menschen und somit eindeutig eine indirekte Impfpflicht.

Und der Meinung bin ich als doppelt geimpfte Person. Diese Diskussion hat nichts mit mir persönlich zu tun.

schteirischprovessa
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Endlich einmal eine sachliche und nicht

eine parteipolitisch geprägte Diskussion im Forum.
Sollte es öfter geben.

neuernickname
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@Gedankenspiele

Je länger der Test zurückliegt, desto unsicherer ist ob der Getestete gesund ist.

Ungeimpfte sind außerdem, wenn ich mir die diversen Forenbeiträge (nicht nur hier) durchlese auch oft sehr skeptisch was Covid überhaupt betrifft. Man denke nur an das Geschwurbel des prominentesten Impfunwilligen in Österreich, FPÖ Parteiführer Herbert Kickl. Der verweigert ja auch die Maske im NR z.B.

Wenn also Ungeimpfte mit 48 oder 72 Stunden alten Tests Veranstaltungen besuchen, sind sie
erstens faktisch ungetestet und zweitens ungeimpft.

Ungeimpft ist man zu 100 % ungeschützt gegen Infektion und schwerer Erkrankung und gibt die Krankheit mit der höchstmöglichen Wahrscheinlichkeit weiter.
Nach Studien wirken Impfstoffe bis zwischen 40 und 70 % gegen Infektion und zu ca. 30 - 40 % gegen die Weiterverbreitung.
Dass also ein Geimpfter einen Geimpften ansteckt ist äußerst unwahrscheinlich.
Bei Geimpft zu Ungeimpft ist es - in beide Richtungen viel wahrscheinlicher, bei zwei Ungeimpften am Wahrscheinlichsten.

Wenn man die sehr teuren und - nach 24 Stunden - faktisch nicht mehr aussagekräftigen Tests daher neutral betrachtet - sind sie ungeeignet um die Weitergabe von Covid zu vermeiden.

Sorry - aber die Tests sind nur eine Art Notnagel.

niki24
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Nicht geimpfte

Es stimmt nicht. Seit Anfang Corona gibt's viele was immer Gesund sind. Natürlich lassen sich nicht impfen. Warum? Sich mit einem Gift Immunsystem generiert lassen, will keine. Vakcine ist noch immer einer Experiment. Klare und feste Aussage von Forscher. Worte zum Nachdenken

Gedankenspiele
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@neuernickname

Danke für Ihre ausfühliche Antwort!

Ihren Ausführungen nach wäre es aber durchaus denkbar und praktikabel, die zuverlässigen PCR-Test für wenigstens 24 Stunden als Zutrittserlaubnis weiterhin zuzulassen.

Wenn dem so ist, kann das Ansinnen gewisser Politiker die Test als Zugangserlaubnis abzuschaffen (und seien es auch nur für 24 Stunden) eigentlich nur den Hintergedanken haben, die Leute zur Impfung zu bringen.

neuernickname
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@Gedankenspiele Ja, das ist ja auch der Vorschlag der Ärztekammer gewesen

Ich bin weder Arzt noch Virologe - mir erscheint es aber logisch - nach allem was ich über Inkubationszeit und die Zeit bis eine Infektion nachweisbar ist, weiß, scheinen 24 Stunden noch vertretbar zu sein.
Man muss das ja auch so sehen - wenn der PCR Test negativ ist, kann der Getestete ja schon infiziert sein - man kann die Infektion nur noch nicht nachweisen - das heißt, je "frischer" der Test desto besser.

Wie gesagt - wenn es um den Zutritt zu Veranstaltungen etc. geht. wo ja die anderen möglichen Maßnahmen (Masken, Abstand) nicht oder kaum eingehalten werden (können).

Der "Hintergedanke" sind aber wohl eher die extrem hohen Kosten der ständigen Testungen. Eine Impfung kostet ca. 15 Euro - man braucht zwei. Eine Testung kostet zwischen 20 und 40 Euro - und da braucht man für jeden Ungeimpften hundert oder mehr in einem Jahr.
Nehmen wir an wir testen wirklich vor der Arbeit (die SPÖ will das z.B.)
Das wären 200 Testungen oder 4000 bis 8000 Euro Kosten pro Person und Jahr.
Die Imfpungen kosten da 30 Euro (oder 45 mit Auffrischung).
Wieviel sind Sie bereit als SV-Zahler zu berappen, Gedankenspiele?

Gedankenspiele
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@neuernickname

Ich perslnlich brauche die Tests gar nicht und man kann auch darpber diskutieren ob sie was kosten sollen/dürfen.

Mir geht es nur um die grundsätzliche Frage, warum Politik und Ärztekammer Tests gar nicht mehr zulassen wollen, wenn sie doch, sagen wir für wenigstens 24 Stunden Sicherheit für alle Beteiligten bringen. Unter Umständen sogar mehr Sicherheit als ein ungetesteter infizierter Geimpfter (was wahrscheinlich auch nicht so oft vorkommt).

Ich will keine direkte und auch keine indirekte Impfpflicht. Und das Umwandeln der 3G-Regel in eine 2G- oder sogar 1G-Regel ist für mich eine Schikane von getetsteten gesunden Menschen und somit eindeutig eine indirekte Impfpflicht.

Und der Meinung bin ich als doppelt geimpfte Person. Diese Diskussion hat nichts mit mir persönlich zu tun.

neuernickname
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@Gedankenspiele Es ist nicht so einfach, wie Sie denken. Es ist keine Schikane, sondern Schutz der Gesellschaft gegen Egoismen.

Ungeimpfte werden bald alle genesen sein - oder tot. Das lässt sich nicht vermeiden. Delta ist dazu zu ansteckend.

Das Problem - die natürliche Durchseuchung der Ungeimpften (die Sie interessanterweise "Gesunde" nennen - wie kommen sie darauf, dass die "gesund" bleiben?) kann - langsam und kontrolliert - vom Gesundeheitssystem verkraftet werden. Schnell und unkontrolliert nicht.

Wenn z.B. 100000 Ungeimpfte die Delta-Variante ausfassen kommen davon ca. 5000 ins Krankenhaus. (War ungefähr bei 5 % die Rate vor der Impfung). Jetzt muss man noch die Dunkelziffer berücksichtigen und andererseits die Beobachtungen dass Delta-Erkrankte doppelt so häufig ins Spital kommen - bleibma daher bei den 5 %)

Tja - und dann müssen wir ALLE wieder in den Lockdown. Warum - weil geplante Operationen abegesagt, Unfälle vermieden werden müssen usw. - wir haben ja keine Kapazitäten für Nicht-Covid-Notfälle mehr.

Daher ist die 1 G Regel die sicherste Variante um erneute Lockdowns zu vermeiden. Die Fantasien eine westliche, demokratische Gesellschaft könne mit einem zusammengebrochenen Gesundheitssystem leben, sind Schimären. So denken Eugeniker - aber die sind ein winzige - aber in diversen Foren extrem laute - Minderheit.

Und wenn Menschen nicht freiwillig zum impfen gehen, dann müssens auch freiwillig die Konsequenzen tragen. Das Interesse des Einzelnen darf nicht auf dem Rücken des Gesellschaft ausgetragen werden. Das ist ein Prinzip unserer Verfassung.

Gedankenspiele
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@neuernickname

Wenn all dem so ist, dann sollten die PolitikerInnen auch mutig genug sein und das auch so kommunizieren.
Dann sollen sie eine direkte Impfpflicht einführen und nicht das Problem über Schikanen lösen und auf "Freiwilligkeit" setzen. Dazu fehlt den Politikern aber der Mut.

P.s.: Ich nenne nicht Ungeimpfte gesund, sondern negativ PCR-getestete Personen und auch das nur für 24 Stunden!
Und ich nenne sie deshalb gesund, weil sie das nach Stand der Wissenschaft auch sind. Wenn ich bei ihnen keinen Virus nachweisen kann, sind sie als gesund einzustufen. Was übrigens nicht für alle geimpfte Personen gilt.

Um es nochmal klar zu stellen. Ich halte auch die Impfung für die beste Lösung. Ich bin aber für mehr Ehrlichkeit in der politischen Debatte und die sehe ich leider derzeit nicht.

 
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