Bundesländer-VergleichGroßer Teil des Bildungspersonals noch nicht geimpft

In Kärnten hat etwa ein Drittel noch keine Impfung erhalten, in einigen Bundesländern fehlen genaue Daten. Lehrervertreter Kimberger rechnet mit Nachholeffekt, wenn anderer Impfstoff als AstraZeneca verimpft wird.

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© APA/Helmut Fohringer
 

Wenn am 17. Mai alle Schüler wieder in den Vollbetrieb zurückkehren, wird ein guter Teil der Mitarbeiter von Schulen und Kindergärten nicht gegen eine Coronainfektion geschützt sein.

Das zeigt ein Rundruf der APA bei den Behörden der einzelnen Bundesländer. In Kärnten, Tirol und Vorarlberg hat etwa je rund ein Drittel keine Impfung erhalten, in Oberösterreich ist derzeit noch die Hälfte ungeimpft. In einigen Bundesländern gibt es gar keine genauen Daten zur Impfquote beim Bildungspersonal.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte angekündigt, dass mit Ende April die Lehrer "durchgeimpft" sein sollen. De facto wurde allerdings nicht einmal jener Teil des Bildungspersonals komplett geimpft, der zuvor Interesse an einer Immunisierung angemeldet hatte.

Teilweise konnten die Betroffenen unter einem anderen Titel (etwa Mitarbeiter von Rettungsorganisationen) einen früheren Impftermin ergattern. Nachdem AstraZeneca ins Gerede gekommen ist, hat aber auch ein Teil bewusst nicht an der Sonderimpfaktion für das Bildungspersonal teilgenommen, um sich später mit einem anderen Impfstoff immunisieren zu lassen, sagt der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG). Er ist jedenfalls überzeugt, dass die Impfbereitschaft beim Bildungspersonal mit der Aussicht auf einen anderen Impfstoff noch deutlich anspringen wird.

In der Steiermark haben sich fast 18.000 Personen unter dem Titel "schulisches Personal" zur Corona-Schutzimpfung angemeldet. Wie viel Prozent dieser Gruppe das ausmacht, war jedoch nicht zu erfahren. Ein erster großer Impftermin für das pädagogische Personal hat am 19./20. März stattgefunden. Insgesamt haben in der Steiermark zwei Drittel des angemeldeten Bildungspersonals (rund 11.600 Personen) die erste Dosis bereits erhalten, weitere 3.100 kennen schon ihren ersten Impftermin. Der Rest - knapp ein Fünftel der Angemeldeten - wartet noch auf ein Datum für den ersten Stich, wobei manche sich auch erst später angemeldet haben.

In Kärnten haben sich laut Landespressedienst mit Stand Donnerstag letzter Woche 10.685 Angehörige des Bildungspersonals für eine Corona-Impfung angemeldet, das sind gut 90 Prozent der insgesamt rund 11.700 Personen, die an elementaren Bildungseinrichtungen und Schulen arbeiten. Davon wurden 8.336 Personen (knapp 80 Prozent der impfwilligen bzw. 70 Prozent aller Kärntner Lehrer) bereits geimpft, die restlichen werden derzeit parallel zu anderen Gruppen immunisiert.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

HJLERCHI
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Lehrer - ein Vorbild?

Tägliches Testen vor der Arbeitszeit für alle unbelehrbaren Lehrer würde die Impfbereitschaft erhöhen. Anders wird man diese verantwortungslosen Lehrer wohl nicht zur Impfung bringen.

lombok
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Man kann nur den Kopf schütteln!

Den Lehrern ist scheinbar nicht bewusst, wie gefährdet sie durch den Umstand sind, dass Kinder derzeit noch nicht geimpft werden dürfen.

Es ist eine Katastrophe ...