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Terror im Herzen von WienAus den Polizeiprotokollen einer Einsatznacht

Sekundengenaue Eintragungen dokumentieren die dramatische Nacht des Terroranschlags von der "Chaosphase" am Anfang bis zur relativen Gewissheit, dass nur ein Täter am Werk war.

© APA/Hans Punz
 

Es geht um Hundertstelsekunden. Das Protokoll, das Polizeisprecher Harald Sörös vorlegt, zeichnet minutiös den Polizeieinsatz von Montagnacht nach. 48 Sekunden nach 20 Uhr verzeichnet das Protokoll einen „Schusswechsel“ in der Seitenstettengasse. „Schießereien werden jeden Tag mehrmals gemeldet, meistens sind es Falschmeldungen“, sagt er. Doch diesmal wird eine halbe Minute später auf Priorität 1 geschaltet. Kurz darauf taucht das Wort „Schrotflinte“ erstmals in einem Anruf auf. Langwaffen, erklärt Sörös, haben eine höhere Durchschlagskraft. Die Kollegen auf Streife springen aus dem Wagen und helfen einander dabei, die ballistische Weste über die Stichschutzweste zu ziehen, legen Helme an und springen wieder ins Auto. 15 Wega-Streifen jagen jetzt zum Tatort. Drei Minuten und 21 Sekunden nach acht der erste Schusswechsel mit dem Täter. Aus dem Wega-Stützpunkt in der Rossauer Kaserne stoßen weitere Einsatzkräfte dazu.

Kommentare (1)
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scionescio
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3
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„ Ab jetzt mischen sich bei den Anrufern Beobachtungen des Täters und Verwechslungen mit Einsatzkräften. Manche von ihnen eilen in Zivil zu Hilfe, mit rasch übergezogener Gesichtsmaske. Anrufer verwechseln sie mit Tätern, was heillose Verwirrung stiftet. “

Da kann man unseren Spezialkräften nur gratulieren und fragt sich, was die in ihrer Ausbildung beigebracht bekommen- kein Wunder, dass die Bevölkerung bei der Polizei anruft, wenn Bewaffnete mit Gesichtsmasken durch die Gegend laufen und keine Jacke mit entsprechender Kennzeichnung tragen ... jeden Tag wird klarer, dass es ein großes Glück war, dass trotzt der vielen Pannen nur vier Tote zu beklagen waren - professionelle Arbeit des Sicherheitsapparats war es offensichtlich nicht!