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Vier Indikatoren"Corona-Ampel" startet ab Mitte August

Die Konsequenzen der Farbgebung sind weiterhin offen, Anschober: "Die Ampel ist kein Wundermodell, sie wird Corona nicht beseitigen".

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Mitte August soll der Probebetrieb des Ampelsystems beginnen, das die Corona-Situation regional besser darstellen soll. Indikatoren sind die Fallzahlen, Spitalskapazitäten, Clusteranalysen und der Anteil an positiven Tests. Details sind freilich noch offen. Die entsprechende Kommission startet ihre Arbeit nächste Woche, kündigte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch an.

Die ersten zwei Schritte zur Ampel - die Indikatoren und die Corona-Kommission - wurden vom Ministerrat am Mittwoch beschlossen, erklärte Anschober. Die Ampel wird vier Farben haben: Grün für ein niedriges Risiko, Gelb für ein mittleres, Orange für ein hohes und Rot für ein sehr hohes Risiko. Nach diesen Farben soll die Situation in Österreich, den Bundesländern und auch in den Bezirken bewertet werden - auch in der Bundeshauptstadt Wien übrigens.

Vier Indikatoren

Herangezogen werden dafür vier Indikatoren: Die siebentägige Entwicklung der Fallzahlen, die Kapazitäten in Spitälern, ob man die Infektionen erklären kann (Clusteranalysen) und wie hoch der Anteil an positiven Ergebnissen bei den Tests ist. Für die Indikatoren soll es Schwellenwerte geben.

Wie die Ampel gestellt wird und welche Maßnahmen deshalb empfohlen werden, das soll in den Händen einer Kommission liegen. Darin sollen etwa Vertreter des Krisenstabs, des Bundeskanzleramts, des Gesundheitsministeriums, Virologen und Public Health-Experten sitzen, aber auch ein Vertreter pro Bundesland. Die Kommission soll eine wissenschaftlich fundierte und transparente Vorarbeit für die Politik leisten, erklärte Anschober.

Die Entscheidung, welche Konsequenzen aus einer bestimmten Ampel-Situation zu ziehen sind, liegt also bei der Politik. Er gehe aber davon aus, dass sich die Politik an die Empfehlungen halten werde, sagte Anschober. Die Leitlinien, also die Details zu den Konsequenzen, werden erst erarbeitet. "Denkunmöglich" ist für Anschober allerdings ein weiterer österreichweiter Lockdown, man müsse alles tun, um das zu verhindern.

Laut Anschober soll es für jede Farbe der Ampel ein Bündel an möglichen Maßnahmen geben, aus denen man dann wählen kann, weil ja die Situation in einem Wiener Bezirk durchaus anders zu handhaben sei als in einem großflächigen Bezirk am Land. Wie das rechtlich genau funktionieren soll, blieb trotz mehrmaliger Nachfragen im Pressefoyer nach dem Ministerrat offen. Die rechtliche Verankerung soll im September im Nationalrat erfolgen.

Probebetrieb am Mitte August

Die Kommission beginnt nächste Woche mit der Arbeit, Mitte August soll ein Probebetrieb starten. Wie der genau aussehen wird, konnte Anschober am Mittwoch noch nicht sagen. Ziel sei es jedenfalls, im September in den Regelbetrieb zu gehen.

Wie man etwa den Bezirk Gmunden mit dem Cluster in St. Wolfgang bewertet hätte, ließ der Gesundheitsminister offen. "Die Ampel ist jetzt kein Wundermodell, sie wird Corona nicht beseitigen", bremste Anschober aber allzu hohe Erwartungen. Man hätte mit der Ampel den Cluster nicht verhindern können, aber sie wäre ein guter Begleiter gewesen, glaubt der Minister. Es handle sich um ein Werkzeug zur besseren Einschätzung der Lage.

Anschober will Risikobewusstsein stärken

Der Ministerrat habe sich am Mittwoch jedenfalls mit einem Aktionsplan zur Verhinderung einer zweiten Welle beschäftigt, führte Anschober aus. Man müsse das Risikobewusstsein wieder stärken, auch wolle man das Kontaktpersonen-Management beschleunigen und deshalb den Ländern zusätzliche Unterstützungsangebote vorlegen. Man arbeite an rechtlichen Grundlagen, um das Hinterlegen von Kontaktdaten - datenschutzkonform und auf freiwilliger Basis - zu fördern. Anschober kündigte außerdem an, die Quarantänekontrollen verstärken und Clusteranalysen verbessern zu wollen. Auch würden strategische Reserven für Schutzausrüstung angelegt und man kümmere sich darum, dass ein etwaiger Impfstoff gegen das Virus in ausreichenden Dosen in Österreich vorhanden sein wird, man hoffe darauf im zweiten Quartal.

Kritisch äußerte sich in einer ersten Reaktion Philip Kucher, Gesundheitssprecher der SPÖ: "Nach dem verwirrenden Ostererlass, dem Test-Chaos im Tourismus, dem Chaos bei den Einreisebestimmungen und nach den vom VfGH gekippten Verordnungen, gibt es nun eine Ampel, bei der man nichts weiß, außer dass sie vier Farben hat." Eine Regierung, die eine Ampel vorstellt und nicht weiß, welche Farbe sie für den aktuellen Corona-Hot Spot St. Wolfgang zeigt, sei gescheitert.

Kommentare (32)

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Charly911
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Stop

müßen bei rot alle Autofahrer stehen bleiben? oder bei "grün" ?

UHBP
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"Corona-Ampel" startet ab Mitte August

Man mag zur Ampel stehen wie man will, aber wenn die Regierung die Vorschläge zur Regionalisierung der Maßnahmen aus den Länder und Opposition ernst genommen hätte, gäbe es eine Ampel wohl schon seit Wochen.
Zuerst alles schlecht reden was nicht aus der Regierung kommt und dann verzögert doch umsetzen. Muss wohl daran liegen, dass man glaubt, dass die eigenen Wähler so dumm sind und es nicht mitbekommen.

redniwo
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corona ampel auf bezirksebene

das kann wohl nur ein entwicklungs schritt sein. am beispiel bezirk gmunden ort sankt wolfgang sieht man die unsinnigkeit . sankt wolfgang müsste längst auf rot gestanden sein, in der stadt Gmunden aber null Infektion, trotzdem auch rot. der nachbarort Strobl wäre aber auf grün gewesen.
also bitte weiter entwickeln. anschober möge sich vielleicht informatiker und dtatistiker ins team holen. man kann sicher auf basis grenzunabhängiger regionaler struktur modelle entwickeln.

Innofinanz
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Antikörpertests - wo bleiben die eigentlich ??

Ich möchte endlich eine representative (Inkl. Kinder!) Antikörpertestung in Österreich ! Das kann ja nicht so schwer sein und bei den lockdown Kosten kann das auch nicht ins Gewicht fallen ! Es ist auch egal, ob sie 100 Prozent richtig sind. Das Ergebnis muss dann auch Bei der Ampel berücksichtigt werden - in Ischgl braucht man bei 42 Prozent bereits Immunisierten andere Massnahmmen- nämlich Wahrscheinlich Keine - als Vielleicht woanders ! Auch die R0 Zahl rechnet sich dann anders ...
ich möchte much da nicht auf irgendwelche dubiosen Studien berufen, sondern hätte gerne eine Antwort der Regierung !

langsamdenker
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Was ich nicht versteh - und ich find Anschober macht seine Sache gut aber:

Jetzt sollte auch er schon draufgekommen sein, dass das Gesundheitsministerium irgendwie ein Talent hat, mißverständlich zu formulieren, rechtlich nicht haltbare Verordnungen in großer Zahl herauszugeben, die eigenen Texte ständig korrigieren zu müssen und auch sonst die Chaostheorie bestätigen zu wollen.
Wenn ich das so les - vier Farben, vier Indikatoren und die Indikatoren sind so formuliert, dass man auch als Foren-Virologe studiert haben muss, um das zu begreifen. Warum kommt Anschober und präsentiert dieses komplizierte Ampelsystem und überschläft das ganze nicht noch einmal und sagt seinen Mitarbeitern. "Leutln, bei aller Liebe, aber das könnts vergessen. Das ist viel zu kompliziert."
Und warum sagt er auch schon "denkunmöglich"? Ist türkis ansteckend?
Na ja.....

harri156
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Und was macht die WKO, die ja sicher noch unterbeschäftigt ist?

Besorgt sie vielleicht günstig die vierfarbigen Ampeln? 🤪🤪

Stubaital
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Ampel

Vielleicht gibt es auch eine Ampel für die obergscheiten Diskussionsvirologen.
Vielleicht kann die KLZ endlich dieses Forum beenden.
Danke 🙏

FerdinandBerger
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Und wie die Ampel dann im jeweiligen Fall gestellt wird

entscheiden im Hintergrund Tourismuslobby, Wirtschaftskammer, Raifeissenbank und Industriellenvereinigung. Wir lassen uns weiter frotzeln....

Balrog206
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Gott sei

Dank net du !

hfg
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Was soll dieser Unsinn mit der Ampel

Infizierte sind immer Menschen und nicht Gebiete. Die Menschen sind mobil und damit auch die Ansteckung. Besser wäre eine genaue Beschreibung der Cluster. Wie , wo und warum sich Infektionen bilden. Die Anonymität bei Veranstaltungen gehört aufgehoben damit die Nachverfolgung rasch erfolgen kann und die Ansteckung unterbunden wird. Gesundheit vor Datenschutz wäre wichtig.

RaraAvis
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Die ganze Coronahysterie muss jedenfalls bald enden.

Wenn diese Ampel so gestellt ist, dass Maskenzwang erst bei rot stattfindet und man die Zahlen vernünftig ansetzt, sodass nicht bei 1000 Fällen Hysterie wegen eines Erkältungsvirus entsteht, gegen das wir fast alle kreuzimmun sind, dann kann das Ganze was haben.
Das ursprüngliche Ziel war, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten: jetzt stehen 10.000 (ZEHN TAUSEND !!!) Betten leer udn wir kriegen wegen 100 einen Hysterischen. Kaum einer der neu positiv auf DNA-Reste getesteten hat Symptome, geschweige denn schwere.

Risikopersonen schützen, sonst bitte alle Verbote großteils aufheben. Das Virus muss durchlaufen, wir brauchen keine Impfung. Seht nach Schweden! Die sind alle immun, die werden über uns lachen im Herbst.

medikus60
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@RaraAvis, von Kreuzimmunität zu sprechen ist derzeit nocht etwas zu früh, auch wenn viel dafür spricht.

Das Ehepaar Thiel aus Berlin forscht in unseren Breiten sehr intensiv, doch auch aus den USA und aus Holland kommen sehr übereinstimmende Ergebnisse. Derzeit ist lediglich bekannt, dass T-Helferzellen reaktiv sind, also auf Sars Cov 2 reagieren. Nachdem T-Helferzellen so eine Art Steuerzellen für das Immunsystem sind ist schon davon auszugehen, dass dies eventuell einen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung hat. Diese Erkenntnis ist auch bei der Entwicklung eines Impfstoffes sehr nützlich. Allerdings von Kreuzimmunität kann man noch nicht sprechen und mit Verlaub, Covis-19 ist schon etwas mehr als eine Erkältungskrankheit. Wenn sie mir nicht glauben, sollten sie e-Mailauszüge oder WhatsApp Nachrichten googeln, die Ärzte aus der Region Bergamo an ihre Familie oder Freunde aus dem Krankenhaus schrieben.

RaraAvis
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@medikus60

einmal jemand Vernünftiger hier. Die Kreuzimmunität scheint so bei 30% zu liegen, allerdings muss es noch andere Mechanismen geben, da offensichtlich 80 bis 95% der Menschen (wenn man alle Dunkelzifferfälle einbezieht) ohnehin immun und symptomlos. Somit ist das Virus jedenfalls WEIT weniger ein Killervirus, sondern eher ein etwas aggressiveres Erkältungsvirus.

Es ist schon klar, wenn auch nur 1% der Bevölkerung schwere Verläufe zeigt und man davon ausgehen muss, dass in Norditalien im März wohl 2.000.000 infiziert waren, sind das 20.000 … alles ist neu, alles ist überraschen. Da ist ein Gesundheitssystem schnell überlastet, in Italien noch mehr als in Österreich.

In Schweden, wo man das Virus aber auch durchlaufen ließ, gab es nie eine Überlastung und auch bei uns hätte man es durchlaufen lassen sollen, halt gemäßigt durch Verbot von Parties und Veranstaltungen, die aber nun bereits alle wieder stattfinden könnten, weil alle immun wären.

Stubaital
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Antwort

Hoffest bleibst gesund. Herr Obergscheiter

langsamdenker
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Werter RaraAvis

Wo habens das "gegen das wir fast alle kreuzimmun sind" her - könnens da eine Quelle angeben?

RaraAvis
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@langsamdenker

Kurier von heute im paybereich aufschlagen. Oder Antikörperteststudien lesen und verstehen.

langsamdenker
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Meinens das - heute im Kurier, dann habens das falsch verstanden

"Zur Überraschung des Teams fanden sich aber auch im Blut der Gesunden reaktive T-Helferzellen. Bei 24 der 68 Getesteten (35 Prozent) gab es Gedächtniszellen, die Sars-CoV-2-Fragmente erkannten."
denn:
"Die Frage, wie sich diese Kreuzreaktivität bei Gesunden auf eine mögliche Sars-CoV-2-Infektion auswirkt, kann die Studie nicht beantworten, diese ist als weiterentwickeltes Preprint in Nature erschienen. Ob eine solche Kreuzreaktivität schützt, soll nun die Folge-Studie "Charité Corona Cross" zeigen."
KreuzREAKTIVITÄT bedeutet nicht notwendig KreuzIMMUNITÄT.
Neu ist das nicht - Drosten hat das schon vor Monaten thematisiert - nur die Folge-Studie scheint jetzt zu starten.
Bitte eine andere Quelle angeben.

EhEgal
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naja wenn man den medizinischen Berichten folgt

dann haben über 80% bleibende Herzprobleme. Und jetzt triffts interessanter Weise vor allem ca. 40-Jährige. So a kleiner oder kleines Erkältungsvirus wirds ja dann doch nicht sein. Aber gsd darf jeder seine eigene Meinung zu dem Thema haben😉

medikus60
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@EhEgal, da würde ich gerne die Quelle wissen. 80 % haben bleibende Herzprobleme?

Schreiben sie hier nur, was ihen gerade so einfällt, oder gibt es dafür irgendwo eine Studie oder Statistik? Bitte um Info und Aufklärung.

EhEgal
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steht doch längst da aus welcher Quelle das stammt

und nein ich saugs mir nicht aus den Fingern sondern schau schon nach woher solche Nachrichten stammen Herr „Medic(k)us“.

medikus60
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@EhEgal, dann sollten sie aber ihr "Englisch" ein wenig verbessern, oder die Zeitungen genauer lesen. Die Studie wurde von der Frankfurter Universität durchgeführt!

Ich kopiere ihnen nun einen Bericht von Ö24 der sich auf die Studie bezieht . Da sind wir aber meilenweit weg von 80% BLEIBENDEN Herzproblemen. Was bezwecken sie mit solchen Angaben? Wollen sie Angst machen?
Das Resultat sagt, dass man annimmt, dass bei einigen ein KLEINER Herzschaden bleibt und NICHT BEI 80%!!! Das ist eine glatte LÜGE! Also vorsicht!
Auszug:
Das Team hatte Magnetresonanzaufnahmen der Herzen von insgesamt hundert Patienten ausgewertet, die sich von einer Covid-19-Erkrankung erholten - gut zwei Drittel von ihnen zu Hause, die übrigen im Krankenhaus.
Bei 78 Patienten waren entzündliche Veränderungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels erkennbar - oft trotz eines sehr leichten Verlaufs der ursprünglichen Infektion und bei ansonsten gesunden und oft sportlichen Patienten. Was diese Veränderungen langfristig bedeuten, ist allerdings noch unklar. Hierfür planen die Forscher eine Nachverfolgung der Patienten, sagt Ko-Autor Eike Nagel. Die Forscher rechnen damit, dass zumindest bei einigen Patienten ein kleiner Herzschaden verbleibt.

No-samro
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@medicus, er hat halt ein Problem sinnerfassen zu lesen.

*lol*

RaraAvis
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ehegal

wo haben Sie denn diese moderne Legend? Jede virale Infektion dauert eine Zeitlang bis sich alles wieder einrenkt.

EhEgal
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jamanetwork—-com

hat den Artikel übrigens veröffentlicht und die Zeitungen haben daraus ihre Schlüsse gezogen. Lg😉

EhEgal
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direkt aus ca 10 Zeitungen

auch aus der Kleinen Zeitung gestern. 😉Einfach mal Googel anwerfen und nachlesen. Wie gesagt: Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden. lg 😎

freeman666
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Es regiert das Chaos

Der Gesundheitsminister ist einfach überfordert:
Verordnungen, die nicht halten.
Lockerungen viel zu früh.
Chaos bei den Einreisebestimmungen.
Und jetzt nach wochenlangen Ankündigungen eine Ampel mit 4 Farben, nur der Start ist ungewiss. Toll, man fragt JETZT erst eine Expertentruppe.
Man hatte zu Beginn der Krise keine Zeit, klar passieren da Fehler, aber jetzt sollte langsam eine klare Struktur und Strategie in den Maßnahmen ersichtlich sein.

 
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