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Wahl-Podcast im ZugPilz: "Kurz muss Angst haben, dass Hofer mit Verlobungsring kommt"

Peter Pilz kämpft um den Wiedereinzug ins Parlament. Im Zug von Linz nach Salzburg erzählt er, wie er sich seinen Ruf als Egomane erklärt, wo er sich politisch einordnet und von seiner Liebe zu Polo-Shirts.

Zugfahren mit Peter Pilz
Zugfahren mit Peter Pilz © (c) Akos Burg
 

Der Begriff Spaltpilz mag ein platter Wortwitz mit dem Namen des 65-Jährigen sein, doch für Peter Pilz könnte er kaum passender sein. Fans feiern ihn als Aufdecker, Kritiker bezeichnen ihn als Egomanen mit spitzer Zunge. Kritik, die Pilz durchaus nachvollziehen kann, wie er im Zug erzählt. „Viele haben mich schon gefragt, ob ich über die Existenz von Türen informiert bin, weil ich immer mit dem Kopf durch die Wand gehe.“

Das dürften sich auch viele Parteikollegen gefragt haben, als Pilz noch bei den Grünen war. Dort galt er als lautester Kritiker von Ex-Parteichefin Eva Glawischnig und fiel mehrfach mit populistischen Parolen auf. Als ihn seine Partei 2017 mit einem für ihn unwürdigen vierten Listenplatz straft, gründet er seine eigene – die „Liste Pilz“.

"Unvermeidliche" Trennung von den Grünen

Dieser Schritt sei „eine politische Trennung gewesen, die unvermeidlich war“, erzählt er heute. „Es war schade, dass das notwendig war, aber das ist damals nicht in die richtige Richtung gegangen.“ Angesprochen auf Umfragen, die Pilz einen Rauswurf aus dem Nationalrat prophezeien, gibt sich der Listengründer gelassen. Davor habe er „genau gar keine Angst“. „Das zweite Antreten ist das Schwierigste – nach den ganzen Kinderkrankheiten und sinnlosen Streitereien.“

Letztere hatten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Martha Bißmann wurde 2018 aus dem Klub geworfen, nachdem sie ihr Mandat nicht für Pilz hatte räumen wollen. Im Sommer verkündeten fünf der sieben Abgeordneten ihren Abgang.

Vorwürfe der sexuellen Belästigung

Im Herbst 2017 stand Pilz selbst im Fokus der Kritik. Eine Ex- Mitarbeiterin erhob Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Politiker, zudem wurde ein weiterer Vorfall bekannt. Wenig später verkündete der Parteichef seinen Rücktritt. Er müsse dazulernen im Umgang mit Frauen.

Heute, zwei Jahre und ein eingestelltes Verfahren später, sitzt Pilz wieder als Spitzenkandidat im Interview. Hat er doch nichts gelernt? „Mir war damals einfach wichtig, zu zeigen: Ich nehme auch falsche Vorwürfe ernst und ich wollte ein Zeichen des Respekts setzen.“ Zudem beklagt er eine neue „Verbotskultur“, die sich etabliere. „Wir müssen uns alle neu orientieren und unsere Freiheiten neu bestimmen und verteidigen.“ Aus der „MeToo“-Bewegung nehme er die Bedeutung von „noch mehr Sensibilität und Respekt“ mit.

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Pilz: Kurz muss vor Hofer Angst haben

Bei seinen politischen Mitbewerbern ist Pilz hingegen nicht gerade für Sensibilität bekannt. Vor allem ÖVP-Chef Sebastian Kurz bedachte der Steirer mit Bezeichnungen wie „Baby-Trump“, „Feigling“ und „Karl-Heinz Grasser, der statt an Geld an Macht interessiert ist“. Hat ihn Kurz deshalb je angerufen und angeschrien? Pilz winkt ab. „Wir tendieren beide nicht zum Schreien“, man habe einen normalen Umgang miteinander. Derzeit habe er sogar „ein bisschen Mitleid“ mit dem ehemaligen Kanzler. „Der muss ja derzeit Angst haben, dass hinter jeder Ecke der Norbert Hofer mit einem Verlobungsring und Rosensträußen steht“, sagt er und lacht kurz auf. „Das muss schrecklich sein.“

Pilz hat sich im Laufe seiner Karriere den Ruf des Aufdeckers erarbeitet. In Untersuchungsausschüssen wirkt er wie ein Fisch im Wasser, ist stets vorbereitet und wirft den Befragten medienwirksam Aktenseiten um die Ohren. In den Fällen Lucona, Eurofighter und Co. brachte er zahlreiche Vorgänge ans Tageslicht. Kritiker bemängeln jedoch, dass für viele der teils schweren Anschuldigungen die Beweise fehlen.

Flexibler Extremist?

Eine politische Einordnung des Steirers fällt ebenfalls schwer. In Verteilungsfragen vertritt er teils sehr linke Positionen, beim Thema politischer Islam sind diese weit rechts angesiedelt. Ist er schlicht ein flexibler Extremist?, lautet die Frage während der Zugfahrt. „Nein, ich bin ein rechter Linker und ein linker Rechter.“

Dass das Polit-Urgestein seit Jahren auf Poloshirts und Jeans setzt, habe keine modischen, sondern schlicht praktische Gründe. „Dann stehe ich in der Früh nicht vor dem Schrank und frage mich: Was zieh ich bloß an? Ich greife rein und nehme das Oberste, weil ich weiß, dass das darunter genau gleich ausschaut.“ So habe er sich „sicher Monate meines Lebens gespart“.

An seine erste Zugfahrt kann sich Pilz gut erinnern. „Das war mit der Schmalspurbahn von Kapfenberg nach Thörl. Und das Wunderbare damals war: Man konnte während der Fahrt aussteigen und Blumen pflücken und trotzdem rechtzeitig in den letzten Waggon einsteigen“, erinnert er sich. „Das haben wir auch immer gemacht, deshalb war die Strecke weitgehend blumenfrei.“

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Danke für Ihr Verständnis.

ReinholdSchurz
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Bald ist er Geschichte.

Nach der Wahl ist es dann soweit nie mehr Peter Pilz, in den Medien als Politiker und hoffentlich nur mehr Privatperson.
Am besten wäre ein Platz tief im finstersten Wald neben viele giftige Pilze, nein, besser genießbare Pilze zum Ärgern.
Aus eigener Arroganz gescheitert steht auf dem Baum neben an als Warnung.📬🧟‍♂️
Bitte vergeudet keine Stimme an die Liste Jetzt nur eine Stimme für Sebastian Kurz zählt.

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Wenn du Sebastian Kurz wählst

musst du dir im Klaren sein, dass er wieder die FPÖ ins Boot holt! Machen sie daher bitte auch bei der FPÖ ihr Kreuzerl! So signalisieren sie an die ÖVP und an Kurz, dass sie mit dieser bevorstehenden Koalition einverstanden sind!

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kritiker47
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Kann die Kleine Zeitung präziser

werden und die Aufdeckungserfolge und die Dinge, die er ans Tageslicht gebracht hat, taxativ aufzählen, nämlich all das, wo wirklich etwas herausgekommen ist. Dies wäre sehr geholfen, weil man sich nicht selbst das Gehirn zermartern müsste.

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schteirischprovessa
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So kurze Artikel sind in der

Kleinen nicht üblich.

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mapem
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Tja, es scheint wohl kein Zufall zu sein, dass – wenn man so will – aus dem grünen Ur-Substrat gerade zwei so alte Saurier wie Kogler und Pilz, jetzt jeweils auf ihrer Plattform, ganz vorne stehen.

Aus den Zeiten, als die Grünen fest in Frauenhand waren, bleibt eigentlich unterm Strich nur das Zerschreddern der Sprache durch schon manisches Gendern übrig, oder hin und wieder eine große Empörung, wenn irgendein Unternehmer mit einem Knack-Po für seine Firma warb – dass Frauen in vielen Branchen bis zu 30% weniger als Männer für den gleichen Job verdienen, war allzu selten Thema der Empörung – dafür bekamen die das Privileg als Mitarbeiter“innen“ oder Arbeiter“innen“ bezeichnet zu werden.
Der erste Schritt zur Selbstzerstörung war dann wohl, den einzigen fähigen Wadlbeißer nach hinten zu stellen – was zum „Jetzt“ reicht´s führte. Dass dann auch noch die Eva im Grünen Paradies just der Versuchung des saftigen Novomatic-Apfels erlag, ließ dann das Fallbeil endgültig runtersausen.

Der Pilz wird dem Parlamentarismus sehr abgehen – zum Glück gibt´s da noch den Kogler, der aus ähnlichem Holz geschnitzt ist. Mit den Türkisen in einer Koa zu kokettieren, könnte auch ein ordentlicher Boomerang werden – besser man lässt die Wiederauflage von Türkis-Blau weiterwerkeln, denn die Manderln brauchens physisch und analog … Deix würd´s mit Magenstrudl, Wadlreiberl oder Pimpiquetscherl beschreiben – wehtun muss es halt, denn mit Antizipieren läuft da schon lange nichts mehr …

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brigimar
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Kurzpilz?

Da hat wohl ein ganz lustiger Kauz in der Redaktion (versehentlich?) das Audio vom Interview mit Kurz in den Artikel gestellt. Bevor sich Pilz in Verschwoerungstheorien ergeht, bitte um das richtige Audio.

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Kafkaesk00
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Fehler

Oha, das war ein Versehen, jetzt ist das richtige Gespräch drin. Vielen Dank für den Hinweis.

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ulrichsberg2
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Einer der wenigen, die sich Zeit nehmen.

Seine und eine zweite im Parlament vertretene Partei nehmen sich Zeit Aufklärung zu schaffen - dort wo andere schweigen.
Dort wo dich andere im stich lassen, wie z. B. die von LH.Dr. Kaiser beauftragte Aufklärung über die Kabinettsleitungen, die
nicht zustande kam, da findet man wenigstens bei Kleinparteien Gehör.
Skandale jeglicher Art und Weise brauchen nun einmal mutige Aufdecker, um den Namen Rechtstaat gerecht zu werden.

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schteirischprovessa
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Zwischen mutigem Aufdecker und Verbreiten von falschen Gerüchten und

unbewiesenen Unterstellungen ist ein beträchtlicher Unterschied. Bis heute hat Pilz rein gar nichts aufgedeckt und nicht bewiesen. Er hat nur der Justiz mit seinen falschen Anschuldigungen eine Menge Arbeit bereitet, für deren Kosten die Steuerzahler aufkommen müssen. Seine Beiträge zu U-Ausschüssen waren ganz selten sachlich. Den Pilz braucht niemand, das haben inzwischen sogar seine Abgeordneten mitbekommen, die ihm mehrheitlich den Rücken gekehrt haben.

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Cirdan
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Lucona und Noricum

sind schon über 30 Jahre her und seit dem hat sich Pilz an Untersuchungsausschüssen bereichert. Ist halt auch ein nettes Körberlgeld für einen Abgeordnete, der sonst eher wenig zu tun hat.

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schteirischprovessa
30
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Spaltpilz trifft es nicht ganz.

Dreckschleuderei ist passender.

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mapem
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Du schreibst immer so …

autobiografisch, proveeeesa …

Trotzdem – Reeeeespekt! … Nicht jeder hat den Mut zu solch ungeschminkten Outings … weitermachen!

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schteirischprovessa
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Bin halt Realist

.

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kritiker47
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Doch Mapem

Sie sind der "beste" unverbesserliche Danebenschreiber, wo Sachlichkeit egal ist, Hauptsache über Andere schimpfen, das ist anscheinend das Wichtigste. Versuchen Sie doch einmal auch positives über Ihre Politlieblinge zu schreiben, auch wenn es schwer ist. Gutes Gelingen !

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