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Wahl-Podcast im ZugPamela Rendi-Wagner: "Ja, der Klimawandel macht mir Angst"

WahlCast Nummer 4: Auf der Zugfahrt von Wien nach Linz spricht SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner über Klimawandel, ihre Polit-Karriere und wie sie mit schlechten Umfragewerten zurechtkommt.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner im Podcast-Interview mit der Kleinen Zeitung
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner im Podcast-Interview mit der Kleinen Zeitung © Georg Aufreiter
 

Es gibt ein Thema, bei dem der schmale Grat, auf dem Pamela Rendi-Wagner als Spitzenkandidatin der SPÖ unterwegs ist, besser sichtbar wird als allem anderen, über das die Kleine Zeitung auf der Fahrt von Wien nach Linz mit ihr spricht – und das ist die Frage nach dem Klimawandel.

„Ja, ich habe auch Angst“, sagt die 48-Jährige, die erst im vergangenen Herbst Christian Kern an der Spitze der Sozialdemokratie nachgefolgt ist – und nicht nur das, sie wird auch in der Familie in die Verantwortung genommen: „Ich habe eine 14-jährige Tochter, die bei Fridays for Future mitgeht, die das Thema auch an den Frühstückstisch mitnimmt.“

Und dann ist da noch ihre Erfahrung als Tropenmedizinerin: „Ich beschäftige mich schon lange mit dem Klimathema, weil dadurch auch Krankheiten zu uns kommen – mehr Allergien, neue Infektionskrankheiten“, sagt Rendi-Wagner, spricht über Menschen in kleinen Wohnungen in den Städten, die sich keine Klimaanlagen, leisten können, über Hitzetote und dass etwas gemacht werden muss: „Es ist ein soziales Thema, es ist ein Überlebensthema, wir müssen das angehen.“

Um dann wieder zu relativieren: „Aber nicht auf dem Rücken der Menschen, die sich nicht alles leisten können“ – Pendler, die auf das Auto angewiesen sind, sollen natürlich weiter damit fahren können, bis, „Schritt für Schritt“, der öffentliche Verkehr so weit ausgebaut ist, dass jeder umsteigen kann. „Niemand soll bestraft werden, der es sich nicht leisten kann“, sagt Rendi-Wagner.

Es ist ein authentischer Moment, in dem die Expertin, die erst wenige Stunden, bevor Kern sie als Ersatz für die plötzlich verstorbene Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser in seine bereits im Zerfall begriffene Regierung holte, der SPÖ beigetreten ist, mit der Differenzierung ringt, einerseits ein evidentes Problem zu lösen – und andererseits wählbar zu bleiben, indem sie der Linie ihrer Partei treu bleibt.

Rendi-Wagner bei der Zugfahrt mit den Kleine-Redakteuren Georg Renner und Ambra Schuster. Foto © Georg Aufreiter

In den Wochen vor der Wahl hat sich Pamela Rendi-Wagner merklich professionalisiert. Keine Spur mehr von der eher misslungenen Inszenierung in den Wochen nach dem Absturz der SPÖ bei der EU-Wahl und dem Sturz der Regierung Sebastian Kurz’, als Rendi-Wagners Spitzenkandidatur innerparteilich auf der Kippe stand.
Die Medizinerin hat in ihre Rolle gefunden, Sätze wie „eine Politik des Miteinanders statt Angst und Hetze“ gehen ihr inzwischen leichter von der Zunge, die Message „türkis + blau = Instabilität“ sitzt in Interviews und Fernsehdiskussionen.

In diesen Tagen will sich Rendi-Wagner nicht allzu lange mit ihrer Person aufhalten; man glaubt ihr, wenn sie sagt, „es geht ja nicht um mich und meine Befindlichkeiten, da geht es um Plan und Ziel“.
Vielleicht auch eine Strategie, mit Umfragewerten umzugehen – von einem Duell um die Spitze mit Kurz’ ÖVP kann für die SPÖ keine Rede sein: Nachdem die Grünen, 2017 von Kern aus dem Parlament gedrängt, bei dieser Wahl stark zulegen dürften, muss die Sozialdemokratie sogar um Platz 2 bangen, die Ibiza-geschwächten Freiheitlichen liegen gleichauf.

Rendi-Wagner gibt sich unverdrossen: „Ich spüre was anderes in der Bevölkerung – da ist eine Dynamik; die wahre Umfrage ist der Wahltag“; außerdem dürfe man sich in der Politik nicht nur an Statistiken und Umfragen orientieren“.

Es dürfte auch kein Zufall sein, dass sie auf der Frage nach den Stationen ihrer politischen Blitzkarriere – Sektionschefin, Ministerin, Nationalratsabgeordnete, Parteichefin und nun Spitzenkandidatin, alles in weniger als zwei Jahren – mit „der Weg entsteht im Gehen“ antwortet: dem Zitat eines spanischen Dichters, das Alfred Gusenbauer zum Titel seiner Autobiografie erkoren hat, nachdem er 2007 überraschend Wolfgang Schüssel (ÖVP) als Bundeskanzler abgelöst hatte.
Im Gegensatz zu Gusenbauer will Rendi-Wagner aber erst spät daran gedacht haben, in die Politik zu gehen. Erst im Ministerium sei ihr klar geworden, dass sie am meisten „für die Gesundheit der Menschen erreichen könnte“.

Immer wieder kommt sie auf ihren alten Beruf zurück, zeichnet Bilder, die ihre Expertise hervorstreichen sollen. Zum Beispiel, wenn sie über Ungleichheit spricht, ein Kernanliegen der SPÖ: „Ich bin Ärztin: Sie werden dann krank, wenn das Gleichgewicht des Organismus in Ungleichgewicht tritt; und das will ich nicht“.
Und wo ist ihre Schmerzgrenze, wenn das bei der Wahl nicht gewürdigt werden sollte? „Die Frage stelle ich mir nicht. Ich bin jemand, der gelernt hat auf ein Ziel zuzuarbeiten und mich nicht abbringen zu lassen.“

Kommentare (15)

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weinsteirer
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mit der tropenmedizin

müsste sie doch gerüstet sein!

aber nach der wahl ´
wird es
wohl "hitzige" diskussionen die die zarte rose zum verwelken bringen

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mobile49
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es gibt kommentare , das glaubt man nicht !

frust ? --weil man selber nichts zustande bringt ?
neid ? --weil der IQ dieser dame den horizont des posters (w/m )weit übersteigt ?
hahnrei ? -- weil im eigenen haus auch die frau das alleinige sagen hat?
angst ? --weil das futtertrögerl sich sonst zu früh leert ?
ewiggestrige /r ? -- weil sie/er glaubt , dann mehr anerkennung zu finden ?
??????

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Balrog206
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Mobile

Schon gut , du postest natürlich nur ganz neutral , stimmt’s 😉 !!!

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mobile49
6
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@Balli

JA

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mobile49
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im sinne des wortes neutrum ,also "nichts von diesen"

kein frust , kein neid , kein hahnrei-da frau , keine angst -da kein trögerl , keine ewiggestrige -da genug anerkennung auch jetzt noch

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mobile49
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@Balli

fühltest du dich betroffen?

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selbstdenker70
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..

Wenn diese Frau nur ein einziges mal authentisch wäre... Jedes Gespräch wirkt aufgesetzt, verkrampft, und seit neuem fällt sie nonstop jeden ins Wort. Die Reportage am Bauernmarkt...da muss es jedem Berater den Magen umgedreht haben. Der "Wähler" schildert seine Sorgen, sie unterbricht nonstop und spricht mit dem Journalisten weiter...sehr sozial, sehr nah am Bürger...

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rand
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Mir

machen die Sozialisten Angst.

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Goldfinger
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uiiije du armer...

zu tode gefürchtet ist auch gestorben

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EinFreundderRepublik
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Eine Freude zuzusehen!

Rendi Wagner scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken, aber sie könnte sich zu einer großen
Sozialdemokratin entwickeln.. Mit weit mehr Potential als Gusenbauer, Kern und viele andere.. hoch intelligent, gebildet, ehrlich, aber vor allem eine Idealistin! Eine die an die Menschen glaubt.. die FÜR die MENSCHEN arbeitet nicht für ihren Ruhm oder Reichtum, nicht für Lobbies,..
genau das was man sich von einem regierenden wünscht..

Ich habe Sie nicht gewählt (Wahlkarte) aber es ist schön zuzusehen wie sie sich entwickelt! Vielleicht beim nächsten mal..

Alles Gute wünsche ich Dir liebe PRW, egal wie die Wahl ausgeht!

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Aleksandar
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Interessant

Angst vor Klimawandel ... " spricht über Menschen in kleinen Wohnungen in den Städten, die sich keine Klimaanlagen, leisten können, ...".... Befürwortung der Kilma zerstörenden Klimaanlagen in Wohnungen ..... ???

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GordonKelz
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MIR AUCH...

...mir macht auch Angst wie SOZIAL Demokraten, wie in Villach mit den eigenen Verstorbenen umgehen ( € 55,- Verwaltungsgebühr fürs Sterben) ?! Das sollte statt For Forest um die Welt gehen!
Gordon Kelz

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heku49
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Sonst kein Thema?

Immer ihr leidiges Thema. Vielleicht akzeptieren Sie es einmal, dass Verwaltungsgebühren auch notwendig sind. For Forest ist ungleich wichtiger...symbolisch verstanden.

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heku49
8
8
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Immer wieder ihr leidiges Thema.....

manche Abgaben sind halt zu akzeptieren.......for Forest ist aber ungleich wichtiger...als Symbol gesehen

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fersler
3
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mein

Beileid zu diesem Kommentar zum Betreff Thema.

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