Der tödliche Anschlag eines syrischen Asylberechtigten in Villach hat erste konkrete Konsequenzen. Die Flüchtlingsunterkunft in Villach-Langauen, die von der Bundesbetreuungsagentur BBU betrieben wird und in der zuletzt 75 Personen untergebracht waren, wird geschlossen. Das bestätigte die BBU, die dem Innenministerium unterstellt ist, der Kleinen Zeitung auf Anfrage. Bereits in den nächsten Tagen sollen sich die Tore der Einrichtung schließen, die dort untergebrachten Asylwerber werden bereits mit Bussen in andere Einrichtungen im Bundesgebiet verlegt.
56 Familien untergebracht
Die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort haben am Vorabend erfahren, dass sie ihre Jobs verlieren. Unter den bis zuletzt untergebrachten 75 Personen sind 56 Familien, darunter 39 Kinder, die in Villach die Schule besucht haben. Unter den Mitarbeitenden ist der Schock groß. Auf die Frage nach dem Grund der Schließung wird in der BBU auf einen massiven Rückgang der Asylantragszahlen verwiesen, man habe seit letztem Herbst immer wieder Quartiere geschlossen. Aktuell sind österreichweit neun BBU-Einrichtungen in Betrieb, die Auslastung liege bei allen jedoch bei unter 50 Prozent. Dass die Schließung „über Nacht“ nun eher politische als verteilungstechnische Gründe haben dürfte, wird in der BBU nicht kommentiert.
Vor allem die Kärntner FPÖ hatte immer wieder eine Schließung der Unterkunft, die sich am Drauufer und relativ abgeschieden an einer Bundesstraße befindet, gefordert. Dass es nun nach dem Terroranschlag dazu kommt, wird in der Unterkunft als politische Reaktion auf diesen gesehen. Doch es besteht kein Zusammenhang zwischen der Unterkunft mit dem syrischen Täter, dieser war in diesem Lager, das bestätigt auch die BBU, nie untergebracht. Der Villacher Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) wurde über die Maßnahme am Montag informiert und betont: „Damit kommt man einer langjährigen Forderung der Stadt Villach nach“.