Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Kurzer ProzessAuch hinter Gittern bleibt Nawalny für den Kreml gefährlich

In Moskau ist der Herbst des Patriarchen angebrochen.

Auch hinter Gittern bleibt Nawalny für den Kreml gefährlich
Auch hinter Gittern bleibt Nawalny für den Kreml gefährlich © AP
 

Festgenommen wurde er auf der Stelle. Zwei Wochen später ist Alexej Nawalny zu Lagerhaft verurteilt. Der Staat hat kurzen, unfairen Prozess gemacht. Nicht die Täter des Nowitschok-Anschlags standen vor Gericht, sondern das Opfer – es wurde dafür verurteilt, während Koma und Rehab nicht bei den Behörden erschienen zu sein. Die Zeit hinter Gittern könnte lang werden: Weitere Anklagen sind in Arbeit. Für Nawalny ist es ein Spiel auf Leben und Tod – Ausgang offen. Er kämpft mit der Kraft des Spottes: „Wladimir, der Vergifter der Unterhosen“: So nannte er Putin vor den Kameras der Welt.

Auch hinter Gittern bleibt er für den Kreml gefährlich. Nicht nur, weil er Putin und dessen Image als starker – und bescheidener – Kreml-Chef entzaubert hat. Putins Problem besteht darin, dass das Volk weiß: Nawalny hat recht. Einige an der Spitze haben enorme Reichtümer angehäuft – und das Land geschröpft. Um die nicht zu gefährden, wird jeder Rechtsbruch in Kauf genommen.

Nawalny erwies sich als so unbeugsam, dass er für die Wahrheit ins Gefängnis ging. So wie es aussieht, ist nach 20 Jahren in Moskau der Herbst des Patriarchen angebrochen. Der Kreml hat guten Grund, nervös zu sein.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren