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Corona-GipfelKeine Öffnung vor Ostern, Verschärfung ab Inzidenz von 400, noch mehr Tests

Keine Öffnung vor Ostern, aber auch keine generelle Verschärfung: Die Schanigärten bleiben geschlossen, Öffnungsschritte nach Ostern hängen auch von Impfrate und der Lage in den Spitälern ab. Für den Osten Österreichs gibt es ein eigenes Maßnahmenpaket, ebenso für Bezirke mit einer Inzidenz von über 400.

Vorerst keine neuen Maßnahmen, aber auch keine Öffnungsschritte © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Der mit Spannung erwartete Gipfel von Bund und Ländern zur weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie hat kaum greifbare Ergebnisse gebracht. Die Öffnungsschritte in Vorarlberg werden beibehalten, aber weitere Öffnungen soll es dort geben, wo die Lage auf den Intensivstationen stabil ist und auch das nicht vor Ostern. Zudem soll künftig nicht nur auf die Inzidenz, sondern auch auf die Impfrate der über 50-Jährigen und eben die Lage in den Spitälern geschaut werden.

Es gibt auch keine Ausnahmeregelungen für die Osterfeiertage selbst, und es gibt vorerst keinen Termin für nächste Öffnungsschritte. Man will "nichts versprechen, was wir nicht halten können."

Sorge im Osten

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) informierten über den mageren Kompromiss. Mit diesem gibt es fürs Erste weder Öffnungen noch die von Experten teils vehement geforderten Verschärfungen, und das trotz stark steigender Infektionszahlen und einer zunehmend kritischen Situation in den Krankenhäusern im Osten des Landes.

Besorgniserregend sei hier die starke Verbreitung der britischen Variante und die Nähe zu Ländern mit explosiver Entwicklung. Noch diese Woche wird es einen gesonderten Gipfel von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mit dem Gesundheitsministerium zu einem Maßnahmenpaket geben.

Erreicht ein Bezirk in Österreich eine Inzidenz von 400, werden zwischen dem jeweiligen Bundesland und dem Gesundheitsministerium maßgeschneiderte Maßnahmen vereinbart. Das kann dann auch die Umstellung auf Distance Learning in den Schulen sein. Generell ist vorerst keine Verlängerung der Ferien und auch keine Umstellung auf Distance Learning geplant.

Die Tests, bei deren Zahl Österreich im internationalen Vergleich die Nase weit vorne habe, werden noch intensiviert, insbesondere während der Osterfeiertage. Zu diesem Behufe sollen auch bei den Teststraßen zusätzliche die sogenannten "Nasenbohrertests" eingesetzt werden, der Eigentest unter Aufsicht quasi.

"Nichts tun, was Schicksal herausfordert"

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) erklärte: "Ich weiß, dass Überdruss und Unmut im Steigen sind, der Zwiespalt in der Gesellschaft wird größer, von manchen auch geschürt." Aber: "Wir dürfen nichts tun, was das Schicksal herausfordert und uns wieder an den Anfang der Bekämpfung des Virus bringt."

Mehrere Bundesländervertreter haben sich trotz der spärlichen Ergebnisse beim Coronagipfel zufrieden gezeigt. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) freute sich nach der Sitzung vor allem über das angekündigte Anlegen neuer Maßstäbe bei den Entscheidungsgrundlagen. Nicht nur die Inzidenz alleine sei nunmehr maßgeblich. "Man muss das Gesamtpaket betrachten", betonte auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP).

Die Landeshauptleute bestätigten, dass bei den Coronamaßnahmen bis nach Ostern der Status Quo vorerst beibehalten werde. "Direkte Maßnahmen hat es nicht gegeben", so Kaiser. Auch die zuvor diskutierte Verlängerung der Osterferien sei damit vom Tisch.

Der Impfplan

Rund 7,5 Millionen Österreicher sind über 16 Jahre alt, man rechnet damit, dass sich zwei Drittel impfen lassen wollen, also rund fünf Millionen.

Bis zum Sommer erhalte Österreich mehr als acht Millionen Impfdosen, bei den meisten Impfstoffen sind zwei Teilimpfungen notwendig. Damit werde man, so Kanzler Sebastian Kurz, bis zum Sommer alle impfen können, die das wollen.

  • Im April kommen die über 65-Jährigen dran.
  • Im Mai kommen die über 50-Jährigen dran.
  • Im Juni kommen alle anderen dran.

Ein zähes Ringen

Es war schwierig mit dem Kompromiss, denn die Länder wünschten sich zu weiten Teilen eine Öffnung, die Experten rieten der Politik zu einer neuerlichen Schließung. Außerdem wurde bekannt, dass Deutschland seinen Lockdown bis zum 18. April verlängert.

Als Erstes waren am Montag wie üblich die Experten zu Wort gekommen, die angesichts der hohen Fallzahlen und der zunehmend kritischen Situation an den Intensivstationen in der Ostregion Lockerungen ablehnten. Dem Vernehmen nach plädierten sie für

  • eine grundsätzliche Pflicht von FFP2-Masken in Innenräumen
  • eine weitere Testoffensive
  • sowie eine Homeoffice-Verpflichtung für die Ostregion, wo diese umsetzbar ist.

Frühere Lockerung im Süden?

Diese Vorschläge wurden offenbar von allen Fachleuten getragen, andere nur von einzelnen Experten. Dazu zählt Distance Learning nach den Osterferien. Keine einheitliche Linie gefunden wurde auch unter den Experten bezüglich einer möglichen Schließung des Handels. Lockerungen könnten allenfalls bei einer Inzidenz unter 200/100.000 Personen angedacht werden, hieß es zunächst. Dieser Wert wird außer in Vorarlberg nur noch im Süden, also in Kärnten und der Steiermark erzielt, und auch das nur knapp. Auf konkrete Perspektiven und Termine will man sich vorerst jedenfalls nicht festlegen.

Nach Informationen aus der Verhandlung hielten es die Landeshauptleute Niederösterreichs, des Burgenlands und Wiens unverändert für vernünftiger, zumindest die Gastgärten aufzumachen. Argument: so würden sich die ohnehin stattfindenden privaten Treffen in geregelten Bahnen bewegen. Diesem Argument wurde allerdings nicht Rechnung getragen.

 

Kommentare (99+)
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dieRealität2020
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Was gibt es immer wieder zu kommentieren als die Tatsache,

.
Menschen sehnen sich wieder nach Leben, auch nach einer Reise mit dem Schiff, oder einfachen einen Aufenthalt in der Therme, eine Kreuzfahrt im Mittelmeer, letztendlich vielleicht auch ein neues Auto? Oder einen Lottosechser um sich alle vorhergehenden Wünsche zu erfüllen. Pech wäre es gibt einen Lottosechser und sie liegen auf der Intensivstation und sind in den letzten Zügen.
.
>>>>>> Der oberste Wunsch für alle diese Wünsche wäre aber aus meiner Sicht gesundheitlich ohne größeren Schaden diese Pandemie nicht leidend oder kränkelnd zu überleben und nicht zu sterben. So einfach ist das. Und dem sollte man sich unterordnen. <<<<<<
.
Natürlich nach dem Tod haben sich alle Probleme gelöst. Auch eine Sichtweise. Jedem das seine.

WSer
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Ich sehe den Anstieg nicht so drastisch wie Anschober ...

Der Anstieg ist linear - und solange er linear verläuft auch kontrollierbar. Was die Intensivbetten anbelangt so liegen wir gegenüber November/Dezember wo es knapp war auch erst bei 60 %. Erwiesen ist auch, dass die Mortalitätsrate gegenüber Neuinfektionen degressiv verläuft.

Dies gibt zwar nach wie vor Anlass zur vermehrten Bedachtsahme, was die Einhaltung der bestehenden Maßnahmen betrifft. Meines Erachtens würde es aber auch in gewissen Regionen sogar Sinn machen, die Schanigärten bis 20 Uhr zu öffnen.

Wir müssen uns im Klaren sein, dass die Umsetzung der Maßnahmen immer nur so gut sein kann, wie sehr sich die Menschen bemühen, sich daran zu halten. Nach wie vor sollte in unserem Bewusstsein vorherrschen, Begegnungen auf ein Minimum zu beschränken und regelmäßig testen. Unter Einhaltung dieser Bedachtnahmen sehe ich kein Problem, dass wir bis Sommer aus der Krise kommen.

Hako2020
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Ab

12.April wird alles offen sein..

WSer
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Ich warte bis irgend einer mal sagt:

Die besten Maßnahmen sind in der Umsetzung nur so gut, wie sie von der Bevölkerung eingehalten werden. Viele in Österreich agieren punkto Besserwissen, Nörgeln und Abqualifizieren weltmeisterlich.

Ein Grund dafür mag wohl sein, weil es uns hier in Österreich - trotz einer Jahrhundert-Pandemie - noch viel zu gut geht. Ich sah erst letztes Wochenende wieder viele Esel auf dem Eis tanzen.

Ein zweiter Grund ist in unserer Verfassung zu sehen, die einerseits nur für Schönwetter geschaffen ist, andererseits punkto Verhältnismäßigkeit zum Freiheits- und Persönlichkeitsrecht und deren Vorgehensweise fragwürdige Anomalien aufzeigt.

Wenn z. B. ein Minister nur im Anflug eines bestehenden Anfangverdachtes etwaiger Korruption, wo sich vorab mit wenigen Nachfragen vieles klarstellen ließe, gleich hinter seinem Rücken als Beschuldigter geführt und rücksichtsloser wie bei so manchen Schwerverbrecher und Terroristen mit einer Hausdurchsuchung überfallen wird, bei dem auch Privateigentümer seiner Familie/Frau beschlagnahmt werden - dann gibt das Anlass innezuhalten und nachzudenken, ob hier die Verhältnismäßigkeit noch ausgewogen angewendet wird.

Andererseits führt man bei der Diskussion zur Kontrolle der Einhaltung der Corona-Maßnahmen einen Eiertanz auf, ob diese in den Privatbereich eindringen dürfen, wenn Verdacht besteht, ob diese missbraucht werden.

Sorry - aber da stimmt was nicht !!!

gonzolo
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Ostergedicht

Die „Maßnahmen“ übernimmt nun die Straße,
und Rudi lässt man allein.
Zu Ostern kommt dann der Hase,
legt uns Triage ins Osternesterl rein.

future4you
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Jeder und jeden recht tun wollen,

funktioniert in einer Normalzeit nicht und in einer Pandemie schon gar nicht. Genauso wenig funktioniert es, wenn jede und jeder glaubt , ihr/sein Recht und ihre/seine Freiheit durchsetzen zu wollen.
Am Ende des Tages werden wir draufkommen, dass mit Geduld, Disziplin und Einhaltung der simplen Regeln wir weit schneller, einfacher, unaufgeregter günstiger und sicherer ans Ziel gekommen wären. Vielleicht verlangen die winzig kleinen Tierchen nur das, was der entfesselten Menschheit verloren gegangen ist: Bescheidenheit, Demut, Rücksichtnahme, Geduld, Toleranz, Liebe, Nächstenliebe oder zusammengefasst einfach nur das, was das „wahre“ Menschsein ausmacht.

Lilithwashere
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PK

ohne neue Erkenntnisse und wie in der Vergangenheit, planlos. I mog nimma :(

Swwi07
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Verschärfung ab Inzidenz 400?

Ja haben die alle einen Vogel?

Lilithwashere
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Sw

Inzidenz
Bsp.: Dorf mit 1000 EW - 1 EW pos. = Inzidenz 100

bam313
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Wie bitte?

1000 Einwohner - 1 EW pos. = 0,001

kislinger
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geh bitte bam

die inzidenz gibt die infizierten je 100.000 einwohner an, dh wenn auf 1000 einw 1 inf kommt, dann kommen auf 100.000 einw eben 100 inf, also inzidenz von 100!

zapflch
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Dochdoch

Lili....hat schon recht.
Der Inzidenzwert errechnet sich immer auf Erkrankte je 100.000 Einwohner.
(1000x100 bzw dann 1x100),
dein Wert wäre der Prozentuelle Anteil der aber nicht herangezogen wird.
Alles halt sehr relativ...

DannyHanny
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Wenn man die Kommentare hier gelesen hat

Kommt man sich vor wie bei einem Tag der offenen Tür in der ehemaligen Sigmund Freund Klinik!!!!
Spürt' s ihr euch eigentlich noch.....mehr als ein Jahr geschafft und die letzten paar Wochen dreht ihr alle am Rad!
Jeder keift und modschkert herum und nix passt! Seits froh das es euch und euren Familien noch gut geht!
Und sagt's jetzt net das ihr solche Weicheier seit's und die Nerven wegschmeißt 's auf den letzten Metern, bevor jeder a Impfung hat!
Reist's euch lieber zuam, das bereit seits, wenn's wieder los geht im Sommer.
Diese ewige Motschkerei kostet nur Nerven und Energie und die brauchen wir um diesem Virus zu zeigen " Steirerbluat is ka Himbeersaft" und es soll sich schleichen owa schnell!
Also auf geht's Madl und Buam.....DES PACK MA!

wolfisch
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Bitte was ist mit den 75jähringen Hochrisikopatienten? Müssen die jetzt sterben?- ober was ?

pianofisch
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Was immer die sagten ...

Seit ich mir diese PKs nicht mehr ansehe, bin ich will ruhiger und fröhlicher. Abstinenz vom Politiker-Geschwafel ist auch eine gute Corona-Maßnahme für die Seele.

bam313
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Da versäumst aber etwas.

Die sind besser als die Muppets.
Seitdem auch Schützenhöfer auftreten darf, liege ich bei jeder Ansprache vor lauter Lachen unter meinem Schreibtisch.
Der Hr. LH spricht 5 Minuten sinnloses Zeug, sodass man weder dessen Inhalt versteht, geschweige denn dass seine Ansprachen einen Sinn ergeben.
Das musst du dir in Ruhe einmal reinziehen.
Er macht alle Kabarettisten arbeitslos - nicht, weil jene nicht auftreten dürfen, sondern weil er so einen Stuss verzapft.

ElCapitan_80
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Ostern

Mit der Ankündigung Ostern für die Familien quasi abzusagen, befürchte ich dass die Regierung nun einen sehr großen Teil der Bevölkerung "verloren" hat. Da werden sich nun sehr viele nicht mehr an die Vorgaben halten, hier wäre eine Testpflicht vor Familientreffen besser gewesen.

Lodengrün
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Ich denke

die Medienabteilung des Kanzler muss aufgestockt werden. Die Phalanx der Kritiker wird Tag für Tag größer. Da braucht es Leute die mit Drücken und Kommentaren dagegenhalten.

eston
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Kaum greifbare Ergebnisse?

Die Beibehaltung der bisherigen Regelung ist greifbar und hoffentlich auchzu begreifen.

Ratte
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Aber nur, wenn man will...

Wenn man nur kritisiert um des oppositionellen Geschreis willen wird das nichts.

umo10
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Hoffentlich mussdem Osten beim impfen

Kein Vorrang gegeben werden. Das wäre die falsche Belohnung

Bobby_01
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Unglaublich

Diese Regierung fährt unser Land mit Vollgas an die Wand.
Das Limit für die längst erforderlichen Gegenmaßnahmen wird bei jeder dieser schwachsinnigen PK hinaufgesetzt.
Im Februar war das Limit 100 , vor 2 Wochen wurden 200 genannt als maximum. Darüber sind Gegenmaßnahmen erforderlich.
Heute wurde dies wieder auf 400 verdoppelt. Das kann nicht funktionieren, zumal die Intensivstationen schon jetzt am Limit sind.
Das ist grob fahrlässig. Übernehmen die Herren für die Folgen die Verantwortung?

kundenkarte
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Am Limit?

Intensivbetten die für Corona reserviert sind: zu 45% ausgelastet. Ist schlimm genug aber am Limit ist was anderes.

wkarne2
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Absolute Frechheit!

Der Wahnsinn geht weiter! Die ruinieren unser schönes Land.

Arnold.Gutsche
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Kein Grund zur Sorge!

"Man könne bis Mitte Juli eine EU-weite Immunisierung mit Vakzinen aus europäischer Produktion erreichen, sagt Breton"

Einfach nur lächerlich der ganze Haufen!!!

eleasar
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Zitat: "Als erstes waren wie üblich "die Experten" zu Wort gekommen."

Ich frage mich, welche Experten zu Wort gekommen sind? Wohl nicht diese:

- Experten für Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Experten für Psychologie und Traumatherapie
- Experten für Neurobiologie
- Experten für Soziologie
- Experten für Wirtschaft
- Experten, die Corona nicht auf bloße Fallzahlen reduzieren, sondern einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und sich einen Diskurs wünschen.

Also "die Experten", die gerade viel Einfluss im Land haben, sind in Wahrheit eine verschwindend kleine Gruppe. Eine breitere Basis von Experten , die miteinander in Austausch treten, wäre wünschenswert, ja, für eine gesunde Gesellschaft sogar überlebenswichtig.

 
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