Szenario Eins. Tausende Eltern liefen vor wenigen Wochen in der Steiermark Sturm, weil sie keinen Kindergartenplatz für ihr Kind bekommen sollten. „Das ist eine Sauerei!“, beschwerte sich ein Vater bei der Kleinen Zeitung. Er und seine Frau wollten im September wieder beide Vollzeit arbeiten, die Tochter sei dann zwei Jahre, doch der erhoffte Platz war nicht da. Inzwischen hat sich die Situation ein bisschen beruhigt, doch der Mangel an Plätzen ist evident, wie Cordula Schlamadinger, Leiterin der Kinderdrehscheibe, analysiert: „Eines steht fest: Bei Platzmangel haben Familien, in denen nicht beide Elternteile voll berufstätig sind, in manchen Regionen so gut wie keine Aussichten. Und Personen, die beim AMS gemeldet sind und für eine Verfügbarkeit die Kinderbetreuung geregelt haben müssen, sind praktisch chancenlos“, so Schlamadinger. Die Kinderdrehscheibe berät und unterstützt die Eltern bei der Platzsuche. Auf die Frage, warum es hier zu so einem Chaos gekommen war, sagt sie: „Die Lücken sind regional unterschiedlich, in Ballungsräumen trifft es Eltern stärker und die pädagogisch sinnvolle Senkung der Kinderzahl führt dazu, dass noch mehr Gruppen ins Leben gerufen werden müssen. Dazu sind Investitionen und qualifiziertes Personal vonnöten.“
Keine Betreuung, weniger Geld, viel Druck
Will unser Land überhaupt Kinder?
Analyse.
Kinder sind die Stammzellen der Gesellschaft. Die Betreuungsplätze sind chronisch knapp und jetzt soll auch noch das Budget auf Kosten der Familien ein bisschen saniert werden. Will unser Land überhaupt Kinder?