Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Rekordpreis bei Auktion135.000 Euro für eine einzige Briefmarke

Laut Wiener Auktionshaus Merkurphila ist das der höchste Preis bei einer öffentlichen Auktion für Briefmarken.

© Dmytro Smaglov - stock.adobe.com
 

Am Samstag wurde beim Wiener Auktionshaus Merkurphila der berühmte Drei Kreuzer Farbfehldruck Rot statt Grün aus dem Jahr 1867 versteigert. Noch nie war in der Vergangenheit eine so teure österreichische Marke in Österreich öffentlich angeboten worden. Sie entstammt unter anderem der legendären Sammlung des ehemaligen rumänischen Königs Carol II.

Ein österreichischer Sammler erhielt in der mit Spannung erwarteten Auktion über einen Auktionskommissionär den Zuschlag und muss nun tief in die Tasche greifen. 135.000 Euro lässt er sich das seltene Stück kosten, dazu kommt noch das Aufgeld des Auktionshauses in Höhe von rund 20 Prozent. Die Versteigerung fand wegen der Corona Bestimmungen ohne Publikum, aber live im Internet statt und wurde von rund 300 Interessierten verfolgt.

(c) Merkurphila GmbH
© (c) Merkurphila GmbH

Flucht mit Geliebter und Briefmarken

Die Marke stammt aus dem Besitz von König Carol II von Rumänien (1893-1953/reg. 1930-1940) aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen. Er war als begeisterter Briefmarkensammler Kunde bei den bedeutendsten Briefmarkenhändlern und gerngesehener Bieter bei den großen Briefmarkenauktionen seiner Zeit.

Die überaus schwierigen politischen Verhältnisse zwangen den König in der ersten Phase des 2. Weltkrieges zur Abdankung. Abenteuerliche Legenden ranken sich um die Geschichte seiner Ausreise aus Rumänien, die er gemeinsam mit seiner Geliebten, Magda Lupescu, und seinen geliebten Briefmarken überstand. Nach einigen Jahren im Exil verstarb der Monarch im portugiesischen Estoril im Jahr 1953. Seine Briefmarken fanden seither Eingang in die bedeutendsten Sammlungen der Welt.

Die fehlerhafte Herstellung der österreichisch-ungarischen Drei Kronen- Marken in Rot anstatt Grün wurde sehr rasch bekannt und daher kamen nur wenige in Gebrauch. Nur sechs Stück sind bis auf den heutigen Tag erhalten, davon zwei Briefe. Das vorliegende ist das schönste und besterhaltene lose Stück.

1986 wurde diese Marke in Liechtenstein um knapp 90.000 CHF versteigert, es folgten Auktionen in London, 2006 um rund 150.000 Euro und in Stuttgart, 2013 um rund 200.000 Euro. Die Marke erhöhte stetig ihren Wert, was an ihrer Seltenheit und höchst attraktiven Erscheinung liegt und natürlich an ihrer königlichen Provenienz.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren