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Anschlag in WienExtremismusforscher: Haftentlassene großes Problem

Peter Neumann: Keine Vorbereitung auf Hunderte Dschihadisten, die in den nächsten Jahren freigelassen werden.

 

Der Wiener Attentäter ist ein Beispiel für eine Gruppe von Dschihadisten, auf sich die europäischen Länder besser vorbereiten sollten - nämlich in den 2010er-Jahren zu Strafen Verurteilte, die jetzt wieder freigelassen werden. Um zu verhindern, dass sie Terroranschläge begehen, wären umfassende Präventionsprogramme vom ersten Tag der Haft an nötig gewesen - und bei akuter Gewaltgefahr auch die Möglichkeit der Sicherheitsverwahrung, meint der Extremismusforscher Peter Neumann.

Mittlerweile seien schon drei recht kurz zuvor aus der Haft entlassene Dschihadisten zum Terroristen geworden - der gestern in Wien Erschossene sowie zuvor Attentäter in Dresden und in London, berichtete Neumann Dienstag in der "ZiB2". Aber in den Gefängnissen säßen noch Hunderte von ihnen, in Frankreich, Deutschland, Österreich etc. Bei ihrer Verurteilung sei man froh gewesen, sie weggesperrt zu haben - aber auf die Entlassung hätten sich kaum ein Staat vorbereitet. Nur die Niederlande, die mit Prävention, Überwachung und im Notfall bei akuter Gewaltgefahr auch Sicherheitsverwahrung die Sache "ganz gut im Griff" habe.

Diese Gruppe ist für den Extremismusforscher auch die viel größere Gefahr als die Dschihad-Rückkehrer. Gegen dieses Problem habe auch die Corona-Pandemie geholfen.

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