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Terror im Herzen von Wien Islamist kaufte Munition in der Slowakei

Fünf Todesopfer sind bestätigt, darunter der Schütze. Zahl der Verletzten nun bei 23, davon keiner mehr in kritischem Zustand. Der Täter wurde nach neun Minuten erschossen.

Gebäude in Bratislava und Belgrad erstrahlen in rot-weiß-rot © 
 

Nun ist der Terror auch in Österreich, im Herzen von Wien, angekommen. Kurz nach 20 Uhr am Montagabend fielen erste Schüsse in der Seitenstettengasse in der Nähe des Schwedenplatzes und der Synagoge. Vier Zivilpersonen wurden getötet, ebenso ein Verdächtiger, bei dem ein Sturmgewehr, viel Munition und offenbar ein Sprengstoffgürtel gefunden wurde.

Terror in Wien - Was bisher bekannt ist:

  • Österreich wurde am Montag von einem Terroranschlag erschüttert. In der Wiener Innenstadt sind ab 20 Uhr Schüsse gefallen.
  • Es gibt fünf Tote und 22 Verletzte durch Schussverletzungen. Was über die Opfer bisher bekannt ist, lesen Sie hier.
  • Mit Stand Dienstag Abend werden befinden sich noch insgesamt 23 Verletzte in Behandlung - 16 Männer und 7 Frauen. Kein Patient befindet sich mehr in kritischem Zustand.
  • Vier Passanten wurden getötet, ebenso ein Täter, bei dem ein Sturmgewehr, eine Pistole, eine Machete und viel Munition gefunden wurde. Ein Sprengstoffgürtel stellte sich als Attrappe heraus.
  • Der erschossene Täter war 20 Jahre alt, hatte nordmazedonische Wurzeln und war einschlägig vorbestraft.
  • Es gibt derzeit keine Hinweise auf weitere Attentäter.
  • 18 Hausdurchsuchungen und 14 Festnahmen im Umfeld des Täters, aber noch keine U-Haft.
  • Der Erste Bezirk wurde zur roten Zone erklärt und soll gemieden werden.
  • Im Gedenken an die Opfer läuteten um 12.00 Uhr in ganz Wien die Kirchenglocken. Am Tatort legte das offizielle Österreich Kränze nieder. Kardinal Schönborn lädt um 18 Uhr zum Trauergottesdienst.
  • Die Schulpflicht in Wien ist heute ausgesetzt, morgen soll Unterricht wieder regulär stattfinden.
  • Regierung beschließt dreitägige Staatstrauer.
    Am Donnerstag erfolgt eine Regierungserklärung im Nationalrat.
  • ÖFB-Fußball-Cup fällt diese Woche aus.
  • IS-Terrormiliz reklamierte Attacke für sich.

Warum wir den Namen des Täters tilgen

Ein junger islamistischer Terrorist schießt sich im Herzen Wiens seinen Hass gegen die westliche Gesellschaft vom Leib. Jene Gesellschaft, die ihm, dem Inhaftierten, vorzeitig und fahrlässig die Freiheit zurückgegeben hatte. Was preisgeben von so einem? Das Antlitz? Den Namen? Wir rangen um eine Antwort und entschieden uns mehrheitlich für ein Nein. Wo der Name digital vorkam, löschten wir ihn. Wir erinnerten uns in der Diskussion an Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern, die dem Attentäter von Christchurch seinerzeit nachgerufen hatte: "Er will Ruhm. Kriegt er nicht. Nichts wird ihm Neuseeland mehr geben, nicht einmal mehr seinen Namen." Diesem Wort folgen auch wir. Nicht aus abwegigem Schutz, sondern als äußerste Form der Ächtung. Im Gedächtnis bleiben sollen nur die Opfer.

Hubert Patterer 

Hier finden Sie psychologische Hilfe in dieser belastenden Situation:

22:55 Uhr: Extremismusforscher: Haftentlassene großes Problem

Der Wiener Attentäter ist ein Beispiel für eine Gruppe von Dschihadisten, auf sich die europäischen Länder besser vorbereiten sollten - nämlich in den 2010er-Jahren zu Strafen Verurteilte, die jetzt wieder freigelassen werden. Um zu verhindern, dass sie Terroranschläge begehen, wären umfassende Präventionsprogramme vom ersten Tag der Haft an nötig gewesen - und bei akuter Gewaltgefahr auch die Möglichkeit der Sicherheitsverwahrung, meint der Extremismusforscher Peter Neumann in der ZiB2.

 

22.30 Uhr: Täter soll Munition in der Slowakei gekauft haben

Laut Berichten deutscher Zeitungen reiste der islamistische Attentäter mit einem weiteren Mann im Sommer in die Slowakei. Demnach wären mehrere Personen an der Planung des Attentats beteiligt gewesen. 

Wie es heißt, reiste der Attentäter im Juli 2020 in die benachbarte Slowakei, um Munition für das Sturmgewehr AK-47 zu kaufen. Mit einer Waffe dieses Typs hatte der 20-Jährige am Montagabend um sich geschossen.

Das österreichische Innenministerium bestätigte bereits, dass der spätere Attentäter ins Nachbarland gefahren und dort aufgefallen war. Die slowakischen Behörden ermittelten deshalb aber nicht.

 

22.20 Uhr: Schweizer offenbar eng in Kontakt mit Attentäter

Die beiden am Dienstagnachmittag in Winterthur verhafteten Schweizer dürften eng mit dem Attentäter von Wien in Kontakt gestanden sein. Wie Justizministerin Karin Keller-Sutter am Abend bei einem Podiumsgespräch des "St. Galler Tagblatts" sagte, handelt es sich bei den Verhafteten um "Kollegen" des Attentäters. "Die drei Männer haben sich auch physisch getroffen", ließ sie sich in der Online-Ausgabe des Blatts zitieren.

Das Bundesamt für Polizei teilte am Abend auf Twitter mit, die beiden Verhafteten seien den Behörden aus Terrorismusverfahren der Bundesanwaltschaft bekannt. Der Informationsaustausch mit den österreichischen Behörden und allen nationalen Partnern laufe auf Hochtouren.

 

21.00 Uhr: Kurz: Vorzeitige Entlassung "definitiv falsch"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat Dienstag scharfe Kritik an der vorzeitigen Entlassung des Wiener Terror-Attentäters geübt. Diese Entscheidung sei mit dem heutigen Wissensstand "definitiv falsch" gewesen, sagte er in der Sonder-ZiB, "wäre er nicht aus der Haft entlassen worden, hätte der Terroranschlag so nicht stattfinden können". Auch plädierte Kurz für einen verstärkten Kampf gegen den politischen Islam auf europäischer Ebene.

Der erschossene Täter war - mit Auflagen - nach zwei Dritteln der Haft im Dezember 2019 statt im heurigen Juli bedingt entlassen worden. Man müsse sich, meinte Kurz, die Frage stellen, warum diese Entscheidung vom Gericht so getroffen wurde. "Schuld" für den "barbarischen, feigen islamistischen Terroranschlag" sah der Kanzler allerdings nur bei einem: "Es gibt genau einen Schuldigen - und das ist der Attentäter."

 

20.20 Uhr: Eiffelturm in Österreichs Farben - Fake

Auch das vom islamistischen Terror gebeutelte Frankreich zeigt sich solidarisch mit Österreich: Der Eiffelturm in Paris erstrahlt heute in den Farben rot-weiß-rot. 

Das zumindest war in Sozialen Medien zu lesen, stellte sich jedoch als Falschnachricht heraus. Tatsächlich dürfte es sich um ein Bild aus dem EM-Jahr 2016 handeln. Etienne Berchtold ist der außenpolitische Sprecher des Bundeskanzlers. 

 

19.50: Terror wird Schwerpunktthema

Die islamistischen Terroranschläge in Wien und Nizza sollen der inhaltliche Schwerpunkt des nächsten Treffens der EU-Innenminister sein. Das verabredete der deutsche Innenminister Horst Seehofer am Dienstag mit seinem österreichischen Amtskollegen Karl Nehammer. Ursprünglich sollte es bei dem Treffen am 13. November vor allem um die Reform der gemeinsamen europäischen Asyl- und Migrationspolitik gehen.

Seehofer sagte, er habe Nehammer für die Aufklärung der Hintergründe des Terroranschlags in Wien jede Unterstützung zugesagt. "Wir stehen fest an der Seite unserer österreichischen Freunde", betonte Seehofer. "Ich verurteile diesen barbarischen Terrorakt auf das Schärfste", fügte er hinzu.

Die Europäer könnten den Terroristen und ihren Hintermännern nur gemeinsam das Handwerk legen. Noch am Abend wollte Seehofer die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland mit den Innenministern der Bundesländer besprechen.

 

19.30 Uhr: IS-Terrormiliz reklamierte Attacke für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag in Wien mit vier Todesopfern und 22 teils schwer Verletzen für sich reklamiert. Ein "Soldat des Kalifats" habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt und am Montagabend in der Innenstadt rund 30 Menschen getötet oder verletzt, darunter auch Polizisten, teilte der IS am Dienstag auf seiner Plattform Nashir News mit.

Auch aus einer IS-Erklärung auf dem Messaging-Dienst Telegram ging am Dienstagabend das Bekenntnis der extremistischen Organisation hervor. Hinweise zur Untermauerung der Erklärung gab es allerdings nicht.

Das Innenministerium prüft das Bekennerschreiben. Es könne noch nicht gesagt werden, ob es echt ist oder nicht, hieß es gegenüber der APA. 

 

19.20 Uhr: Präsidentenpalast in Bratislava in rot-weiß-rot

Als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Terrorattacke in Wien wird der Präsidentenpalast in Bratislava am Dienstagabend in den österreichischen Nationalfarben rot-weiß-rot erleuchtet. Das berichtete die slowakische Nachrichtenagentur TASR. Am Rathaus in Budapest war unterdessen die rot-weiße Wiener Stadtflagge mit einer schwarzen Trauerschleife angebracht. "Nur Liebe kann den Hass zum Schweigen bringen", schrieb Bürgermeister Gergely Karacsony auf Facebook.

Auch der Weltkirchenrat zeigte sich entsetzt über den Anschlag vom Montagabend. Der geschäftsführende Generalsekretär des Weltkirchenrates, Ioan Sauca, bat den "barmherzigen Gott, Gewalt und Blutvergießen zu einem Ende zu bringen", wie Kathpress berichtete. Mit Blick auf Informationen aus verschiedenen Weltteilen äußerte sich der rumänisch-orthodoxe Theologe zu dem schrecklichen Geschehen in Wien im Zusammenhang mit vergleichbaren Ereignissen am selben Tag in Äthiopien und in Afghanistan.

 

18.55 Uhr: Geschäfte in der Wiener City sperren morgen wieder auf

Nachdem aufgrund des Anschlags in Wien am Montagabend heute, Dienstag, so gut wie alle Geschäfte in der City geschlossen geblieben sind, wird am Mittwoch wieder aufgesperrt. "Wir lassen uns nicht in die Knie zwingen", sagte Wirtschaftskammer-Handelsspartenobmann Rainer Trefelik am Abend im Gespräch mit der APA. "Wir müssen als Wien wieder aufstehen." Von der Polizei habe es die entsprechende Information gegeben, dass die Lage sicher sei, um aufzusperren.

Heute blieben etwa 90 Prozent aller Geschäfte in Wien - Innere Stadt geschlossen, nachdem gestern Abend bei einem Anschlag in der City vier Menschen getötet worden waren. Laut Trefelik gehe es ebenso um ein Signal, auch wenn alleine aufgrund des Lockdowns weniger Menschen unterwegs sein werden. "Wir zeigen Flagge", so der Wirtschaftskämmerer.

 

18.40 Uhr: 14 Festgenommene noch nicht in U-Haft

Die 14 Personen aus dem Umfeld des getöteten Wiener Attentäters sind noch nicht in U-Haft. Es gebe noch keine Anträge der Staatsanwaltschaft darauf, denn sie würden immer noch von der Polizei einvernommen - und seien somit auch noch nicht in die Justizanstalt eingeliefert, erklärte die Sprecherin der StA Wien, Nina Bussek, am Dienstag auf Nachfrage der APA. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hatte von Untersuchungshaft für alle 14 berichtet.

Für die Verhängung der U-Haft ist auch noch viel Zeit: Die nach dem Anschlag in der Nacht auf Dienstag Festgenommenen werden zunächst von der Polizei einvernommen - und müssen erst binnen 48 Stunden nach der Festnahme in die Justizanstalt eingeliefert werden. Und dann beginnt einen neuerliche 48-Stunden-Frist - in der zunächst der Staatsanwalt entscheiden muss, ob er U-Haft beantragt. Tut er dies, muss binnen dieser 48 Stunden auch der Richter die Entscheidung über diesen Antrag treffen.

 

18.20 Uhr: Deutsche unter den Todesopfern

Bei dem Terroranschlag in Wien am Montagabend ist auch eine Deutsche getötet worden. "Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass auch eine deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Angriffs in Wien ist", teilte der deutsche Außenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin mit. Er sprach den Angehörigen und Freunden sein Beileid aus.

"Mit den Menschen in Wien und ganz Österreich verbindet uns die Trauer um die Opfer, aber auch die Entschlossenheit, Fanatismus und Terror mit aller Kraft entgegenzutreten", sagte Maas. "Wir müssen den Tätern jetzt klar zeigen: ihr werdet euer Ziel, die Spaltung unserer Gesellschaft, niemals erreichen."

 

17.50 Uhr: Österreichs Muslime gedenken der Opfer

Österreichs Muslime planen – nach Absprache mit den Sicherheitsbehörden - im Rahmen des Freitagsgebets am 6. November Gottesdienste für die Opfer des Terroranschlags in Wien. Er sei zutiefst "betroffen, erschüttert und fassungslos", so Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Es gelte nun für die gesamte Gesellschaft, "Schulter an Schulter zusammenzustehen und gegen eine Spaltung aufzutreten", appellierte Vural in einem Video-Statement am Dienstag.

 

17.15 Uhr: Zadic kontert auf Vorwürfe von Nehammer

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) hat Dienstag die von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kritisierte vorzeitige Entlassung des Wiener Terror-Attentäters verteidigt. Wie gesetzlich vorgesehen sei er am 5. Dezember 2019 nach zwei Dritteln Haft bedingt entlassen worden, unter Auflage regelmäßiger Kontakte zu Neustart und Derad. Solche Auflagen seien nur bei vorzeitiger Entlassung möglich. Und: Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sei informiert worden.

Der Täter wurde, berichtete Zadic in einer Aussendung, am 12. Jänner 2019 in eine Justizanstalt eingeliefert und anschließend in U-Haft genommen. Am 25. April 2019 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt, insbesondere, weil er versucht hatte, nach Syrien auszureisen und sich dort dem IS anzuschließen. Dieses Urteil hat das Oberlandesgericht Wien mit Rechtsmittelentscheidung vom 12. Juli 2019 bestätigt.

 

16.45 Uhr: 20.000 Uploads bei Innenministerium

Die Polizei bittet eindringlich darum, keine Videos oder Fotos vom Terror-Angriff zu veröffentlichen. Das Verbreiten derartiger Inhalte in den Sozialen Medien gefährde Zivilisten wie auch Einsatzkräfte, wurde betont. Stattdessen appelliert die Exekutive an die Bevölkerung, entsprechendes Material auf der vom Innenministerium bereitgestellten Pattform hochzuladen.

Bisher gebe es über 20.000 Uploads - vor allem Videos und Bilddateien, teilte ein Sprecher der APA mit. 35 Ermittler arbeiteten an der Sichtung, laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) waren am Nachmittag bereits rund 50 Prozent der Daten gesichtet worden.

Social-Media-Expertin Ingrid Brodnig warnt vor der Verbreitung von Videos rund um den Terroranschlag in Sozialen Medien. "Die Gefahr besteht darin, dass man Terroristen einen Gefallen tut, dass man in der Hast auch falsche Dinge teilt oder Material, das belastend ist für Menschen", sagte Brodnig.

Dasselbe gelte auch für die klassischen Medien - "oe24" sei hier besonders negativ aufgefallen. "Eigentlich sollte Journalismus ein Korrektiv sein", sagte Brodnig. Auch an Facebook übte Brodnig Kritik. Der Diskussionsbereich des "Crisis-Response-Tool", das Facebook bei Krisen einführt, sei "wie eine Gerüchteküche". Von einzelnen Personen werde es missbraucht, um falsche Informationen zu verbreiten. "Ich würde Facebook raten, das Tool entweder abzudrehen oder umzugestalten", sagte sie. Die Moderation des Forums müsse jedenfalls erhöht werden.

 

16.33 Uhr: ÖFB-Fußball-Cup fällt diese Woche aus

Der Terroranschlag in Wien hat zur Absage der für Dienstag und Mittwoch geplanten Spiele des Fußball-ÖFB-Cups geführt. Die Entscheidung wurde allerdings nicht wegen Sicherheitsbedenken getroffen. "Die Bundesregierung hat empfohlen, der Intention der Staatstrauer Rechnung zu tragen und alle Veranstaltungen in den kommenden drei Tagen abzusagen. Diesem Wunsch kommen wir als ÖFB selbstverständlich nach", wurde ÖFB-Präsident Leo Windtner in einer Verbandsaussendung zitiert.

Am (heutigen) Dienstagabend hätten die Partien SV Allerheiligen - SKU Amstetten (Nachtrag, 2. Runde), Austria Wien - TSV Hartberg und FAC Wien - SK Austria Klagenfurt (beide Achtelfinale) stattfinden sollen. Am Mittwoch wären die Begegnungen SVG Reichenau-Innsbruck - Blau-Weiß Linz (Nachtrag, 2. Runde), Sturm Graz - Wacker Innsbruck und Vienna - Altach (beide Achtelfinale) geplant gewesen.

 

16.30 Uhr: Morgen wieder normaler Schulbetrieb geplant

Am Mittwoch ist laut Bildungsministerium und -direktion vorbehaltlich anderer Vorgaben aus den Sicherheitsbehörden wieder ein normaler Schultag an den Wiener Schulen geplant. Dann oder am Tag darauf soll auch der "Übergangstag" an AHS-Oberstufen, Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) bzw. Berufsschulen vor dem Wechsel ins Distance Learning erfolgen, hieß es gegenüber der APA.

Am heutigen Dienstag war aufgrund des Anschlags am Montagabend die Schulpflicht in Wien ausgesetzt. An den Schulen wurde Betreuung angeboten, die aber nur vereinzelt in Anspruch genommen wurde.

An den Kindergärten ist ebenfalls wieder Normalbetrieb geplant. Auch hier war am Dienstag aufgrund des Anschlags die Besuchspflicht für Kinder im letzten Kindergartenjahr ausgesetzt

 

16.20 Uhr: Erhöhte Sicherheitsstufe bleibt aufrecht

Nach dem Anschlag in Wien am Montagabend blieb auch am Dienstag die erhöhte Sicherheitsstufe für die Bundeshauptstadt weiter aufrecht. "Wir wollen ausschließen, dass es einen zusätzlichen Täter gibt", sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. Ob auch am Mittwoch die Unterrichtspflicht an den Schulen ausgesetzt wird, müsse erst besprochen werden.

"Wir benötigen Zeit um die richtigen Schlüsse zu ziehen", sagte der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl. Die Polizei müsse "professionelle Aufklärungsarbeit" leisten.

 

16.05 Uhr: Trauergottesdienst mit Kardinal Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn wird heute Abend um 18 Uhr im Wiener Stephansdom einem Trauergottesdienst für die Opfer des Terroranschlags vom Montag vorstehen. An dem Gottesdienst werden auch Vertreter der anderen christlichen Kirchen im Land sowie des Islams und des Judentums teilnehmen. Von Seiten der Politik werden u.a. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Bürgermeister Michael Ludwig teilnehmen.

Aufgrund polizeilicher Sicherheitsbestimmungen und der geltenden Corona-Maßnahmen ist die Möglichkeit der Mitfeier stark eingeschränkt, wie die Erzdiözese Wien mitteilte. Damit aber alle Menschen im Land dabei sein können, überträgt der ORF den gesamten Gottesdienst live ab 18 Uhr auf ORF 2.

 

15.55 Uhr: Zehn Personen schon aus Spital entlassen

Zehn Personen, die beim Anschlag in Wien verletzt wurden, konnten aus dem Spital wieder in häusliche Pflege entlassen werden. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag in einer Pressekonferenz berichtet. 13 Personen sind noch im Krankenhaus, drei davon befinden sich in kritischem Zustand.

Vier Opfer konnten laut Ludwig hingegen so weit stabilisiert werden, dass sie sich nicht mehr in Lebensgefahr befinden. Ludwig lobte die Arbeit der Einsatzkräfte und zeigte sich überzeugt, dass die Wienerinnen und Wiener in dieser Zeit zusammenstehen würden.

Den Angehörigen jener Menschen, die bei dem Attentat ums Leben gekommen sind, drückte er sein Mitgefühl aus. Eine Kellnerin und drei Menschen, die ihre Freizeit in der Wiener Innenstadt verbringen wollten, seien getötet worden, sagte Ludwig.

Morgen, Mittwoch, soll auch eine Sondersitzung der Stadtregierung und der Klubobleute stattfinden. Ludwig stellte in den Raum, dass dort Hilfs- und Unterstützungsangebote für die Betroffenen beschlossen werden könnten.

 

15.35 Uhr: Einer der "Helden" war in Weikendorf unerwünscht

Auch ein Mitglied jener palästinensisch-stämmigen Familie, der ein Grundstückkauf in Weikendorf (Bezirk Gänserndorf) lange verweigert worden war, dürfte sich Verdienste bei der Versorgung Verletzter nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt erworben haben. Wie unter anderem der Wiener SPÖ-Abgeordnete Omar Al-Rawi berichtete, war Osama Joda einer der Helfer bei der Bergung eines verwundeten Polizisten.

Wie Joda, der bei einem Fast-Food-Lokal am Schwedenplatz arbeitet, im "Kurier" online berichtete, habe er den angeschossenen Beamten hinter eine Betonbank gezogen und versucht, die Blutung zu stoppen. Auch bei der Verständigung der Rettung sei er tätig gewesen und habe geholfen, den Mann zum Rettungswagen zu tragen.

Der Fall der Familie hatte in den Medien hohe Wellen geschlagen. Der Weikendorfer Bürgermeister Johann Zimmermann hatte den Erwerb eines Grundstücks durch die Jodas verhindern wollen. Aus seiner Sicht würden "die unterschiedlichen Kulturkreise der islamischen sowie der westlichen Welt in ihren Wertvorstellungen, Sitten und Gebräuchen weit auseinanderliegen". Mittlerweile gibt es einen positiven Bescheid und der Kauf ist bereits abgewickelt.

Der Bürgermeister war für ein Statement nicht erreichbar.

 

15.22 Uhr: 14 Menschen noch schwer verletzt

Nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt sind 22 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden. Das sagte der Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds, Christoph Mierau, auf APA-Anfrage. 14 davon galten als schwer verletzt, einer von ihnen war der angeschossene Polizist. Seinen Zustand wie den von zwei weiteren Patienten klassifizierte Mierau am Dienstag als kritisch, aber stabil. Akute Lebensgefahr herrschte bei keinem der Patienten mehr.

Eine Frau war in der Nacht auf Dienstag gestorben. Sieben Opfer kamen mit leichteren Blessuren davon. Zur Art der Verletzungen bei den 14 Patienten äußerte sich Mierau nicht. Nach Informationen der APA handelt es sich aber nicht nur um Schussverletzungen. Einige Opfer wiesen Stich- und Schnittverletzungen auf. Dazu kamen typische Fluchtverletzungen wie Knochenbrüche und Rissquetschwunden.

Die Patienten stammen aus Österreich und aus Deutschland. Eine Verletzte kam aus der Slowakei.

 

15.07 Uhr:  Innenministerium informiert über die Ermittlungen

Nehammer informierte über den Ermittlungsstand: Keine Hinweise auf zweiten Täter, 14 Festnahmen.

>>Nehammer: Aktuell kein Hinweis auf zweiten Täter

 

14.22 Uhr: Festnahme durch Cobra in Linz

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bestätigte in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz eine Hausdurchsuchung und eine Festnahme in Linz. Die Festnahme sei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien durch ein Cobra-Kommando in Linz "ohne großes Aufsehen" vollzogen worden, berichtete Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Die Einvernahmen seien am Laufen.

 

 

13.53 Uhr:  Papst: "Schluss mit Gewalt"

Papst Franziskus hat am Dienstag den Anschlag in Wien verurteilt. Per Twitter drückte er "Leid und Bestürzung" wegen des terroristischen Attentats aus. Er bete für die Opfer und ihren Familienangehörigen. "Schluss mit Gewalt! Wir müssen zusammen Frieden und Brüderlichkeit aufbauen. Nur Liebe löscht den Hass", so der Papst.

Die italienische Bischofskonferenz CEI verurteilte "die Kultur des Hasses und des Fundamentalismus". "Der Fundamentalismus nutzt den Vorwand der Religion, um mit Gewalt die Gesellschaft zu ruinieren, auch mit Antisemitismus und Anti-Christentum", kommentierte Bischof Mario Meini, stellvertretender CEI-Präsident in einer Presseaussendung am Dienstag.

 

13.52 Uhr:  Offenbar Festnahme in Linz

In Linz ist am Dienstag offenbar ein Mann festgenommen worden, der mit dem Terroranschlag in Wien in Zusammenhang stehen soll. Das berichteten mehrere Medien. Die Polizei bestätigte das vorerst nicht, indirekt aber der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ).

"Diese Festnahme zeigt, dass auch Linz nicht vor der Gefahr des islamistischen Terrorismus geschützt ist", so Hein in einer Aussendung. Er forderte die Aushebung der Unterstützer dieser Tat und aller potenziellen Terrorzellen. "Amtsbekannte Islamisten müssen umgehend abgeschoben werden", so Hein.

 

13.37 Uhr: Macron kondolierte in der österreichischen Botschaft

Hier finden Sie psychologische Hilfe in dieser belastenden Situation:

13.20 Uhr: Strafverteidiger Rast: "Er stammte aus einer vollkommen normalen Familie"

"Er stammte aus einer vollkommen normalen Familie. Für mich war das ein Jugendlicher, der das Pech gehabt hat, an die falschen Freunde zu geraten. Wäre er nicht in eine Moschee, sondern zum Boxen gegangen, wäre er Boxer geworden" - mit diesen Worten charakterisierte der Wiener Strafverteidiger Nikolaus Rast jenen Täter, der am Montagabend in Wien mindestens vier Menschen erschossen hat. "Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass er zum Attentäter wird", sagte Rast.

Rast hatte den Burschen in einer Verhandlung am Wiener Landesgericht vertreten, wo dieser im April 2019 in einem Terror-Prozess als IS-Sympathisant zu 22 Monaten Haft verurteilt wurde, weil er nach Syrien reisen wollte, um sich der radikalislamistischen Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen. In der Türkei wurde er jedoch von den Behörden aufgegriffen, am Grenzübertritt nach Syrien gehindert, in Haft genommen und zurück nach Österreich geschickt.

>> Was wir über den Täter wissen

 

13.19 Uhr: Wie soll man an diesen Tagen nicht den Mut verlieren?

Cornelia Forstner vom Kriseninterventionsteam des Landes Steiermark erklärt, was Betroffene des Terrorattentats in Wien nun brauchen und wie man angesichts der negativen Nachrichtenlage nicht den Lebensmut verliert.

>> So kann man ein Trauma bewältigen

 

13.09 Uhr: Die Stunde der Worte und Glocken

Alles nur Worte? Nach einem Anschlag, wie ihn Wien am Montag Abend erlebte, kommt alles darauf an: Wie ordnen jene, die unser Land repräsentieren und führen, das Geschehene ein? Thomas Götz analysiert die Reden von Sebastian Kurz und Alexander Van der Bellen.

>>Zum Kommentar

 

12.53 Uhr: Kranzniederlegung mit stillem Gedenken

Es gibt keine Reden und Ansprachen. Es soll ein Bild der Gemeinsamkeit vermittelt werden. Vertreter aller Parteien und der Bundespräsident sind anwesend.

Kranzniederlegung an einem der Tatorte Foto © Jungwirt

 

12.43 Uhr: Duo half Verletzten: Internet feiert Männer

Zwei junge Männer werden nach den verheerenden Attentaten in der Wiener Innenstadt auf diversen Social-Media-Kanälen als selbstlose Retter gefeiert. Warum, sehen Sie im Video!

 

12.39 Uhr: Videoanalyse aus der Innenstadt

Redakteur Andreas Terler hat sich am Tag nach dem Wiener Terroranschlag in Wien umgesehen und analysiert im Video.

 

12.36: Für Kinder erklärt: Was ist da in Wien los?

Unsere Kinderzeitung hat für Kinder zusammengefasst, was in Wien passiert ist.

>> Hier geht es zum Artikel!

12.07 Uhr: Zwei Adressen in St. Pölten im Fokus der Ermittler

Nach dem Anschlag in Wien ist am Dienstag auch St. Pölten in den Fokus der Ermittlungen gerückt. An zwei Adressen in der niederösterreichischen Landeshauptstadt sind Hausdurchsuchungen im Gang gewesen - in der Fuhrmannsgasse und in der Propst Führer-Straße. Schaulustige hat es da wie dort nicht gegeben.

Es ist ein schmuckloses Wohnhaus aus den 1960er-Jahren in der Fuhrmannsgasse in der City von St. Pölten, in dem Ermittler am Werk sind. Auf einen Einsatz deutet am Vormittag nur ein abgestellter Kleinbus der Exekutive hin. Dass polizeiliche Untersuchungen stattfinden, lässt sich beim APA-Lokalaugenschein von der Straße aus nicht erkennen. Abgesehen von Kinderlachen, das aus einem offenen Fenster des Objekts zu vernehmen ist, herrscht völlige Ruhe.

Untersuchungen finden am Tag nach dem Anschlag in Wien auch in einem großen Mehrfamilienhaus in der Propst Führer-Straße in unmittelbarer Nähe des Universitätsklinikums St. Pölten statt. Von den Kriminalisten unter die Lupe genommen wird eine Wohnung im zweiten Stockwerk, wie zu erkennen ist. Immer wieder sind Tatort-Ermittler zu sehen. Auf einem Parkplatz ist ebenfalls ein Dienstfahrzeug abgestellt.

ANSCHLAG IN WIEN - HAUSDURCHSUCHUNGEN IN NIEDEROeSTERREICHISCHE LANDESHAUPTSTADT
Foto © APA/MARTIN AUERNHEIMER

 

11.53 Uhr: 15 Uhr: Pressestatement von Bürgermeister Ludwig zu aktueller Lage

Heute findet um 15 Uhr im Festsaal des Wiener Rathauses ein Pressestatement von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig zur aktuellen Lage nach dem Terroranschlag statt.

 

11.51 Uhr: Drei Tatorte mittlerweile gesichert

Das Innenministerium hat präzisiert, an welchen Orten der Attentäter am Montagabend auf seine Opfer geschossen hat. Demnach verletzte er eine in einem bekannten Lokal beschäftigte Kellnerin am Ruprechtsplatz 1 tödlich. An derselben Adresse wurde der 20-Jährige später von Polizeikräften erschossen.

Neben dem Tatort vor der Ruprechtskirche konnten mittlerweile zwei weitere tödliche Schussabgaben rekonstruiert werden. Ein Opfer wurde demnach an der Adresse Fleischmarkt 4 getötet, ein weiteres am Franz Josefs Kai 21. Auf den schwer verletzten 28-jährigen Polizisten feuerte der Terrorist am Franz Josefs Kai 29. Der genaue zeitliche Ablauf war Dienstagmittag noch nicht geklärt

 

11.39 Uhr: Nach Terror-Berichterstattung: Billa und Spar stoppen Werbung auf oe24.at

In Tweets kündigen die Supermarktketten Billa und Spar an als Reaktion auf die Berichterstattung von oe24.at nach dem Wiener Terroranschlag am Montagabend ihre Werbekampagnen in Wolfgang Fellners Medium zu stoppen. Der Nachrichtenkanal hatte unter anderem Videos in der Dauerschleife gezeigt, die die unmittelbaren Schüsse auf die Opfer zeigten. Laut Presserat gingen bis Dienstagvormittag deswegen mehr als 700 Beschwerden beim Presserat ein.

>> Kommentar: Am dunkelsten Tag zeigt oe24, warum man es nicht braucht

 

11.34 Uhr: So verlief die Nacht in Staatsoper, Burgtheater und Konzerthaus

Die Konzerte und Gespräche gingen weiter: Die Kulturhäuser versorgten gestern Nacht ihr eingesperrtes Publikum. Wie die Besucherinnen und Besucher den Montagabend erlebt haben.

>> Eine Rekonstruktion des Abends

 

11.17 Uhr: Psychosoziale Dienste: "Telefone laufen heiß"

Die Wiener Psychosozialen Dienste (PSD) haben nach dem Terroranschlag in der Innenstadt am Montagabend das Personal bei der Krisenhotline und dem Notdienst aufgestockt, um Hilfesuchende schnell unterstützen zu können. Weitere Verstärkung werde laufend organisiert: "Die Telefone laufen heiß. Wir bemerken seit letzter Nacht einen enormen, massiven Anstieg bei den Telefonaten", sagte PSD-Chefarzt Georg Psota.

Den ersten Schwung an Anrufern bemerkte man beim PSD gegen Mitternacht, dann wieder heute, Dienstag, früh, berichtete Psota. Die Gründe für die Kontaktaufnahme sind unterschiedlich: Bei einem Teil der Anrufer handle es sich um Menschen, die nicht dabei gewesen seien, "aber denen es schlicht und einfach Angst macht", erzählte Psota. "Gerade in so einem schwierigen Jahr."

 

11.15 Uhr: Sicherheitsgipfel in der Grazer Burg

In der Grazer Burg treffen am Vormittag Landeshauptmann, Vize und Experten zu einem Sicherheitsgipfel zusammen, um die Lage abzuschätzen. Steirische Politiker zeigen sich entsetzt über den Anschlag in Wien.

>> Mehr dazu!

 

11.12 Uhr: Rede von Bundespräsident Van der Bellen

Alexander Van der Bellen und spricht von einem Anschlag auf das Herz Wiens. Sein tiefes Mitgefühl gilt all jenen, die um unser Leben kämpfen. Die Tränen fließen für die Opfer und ihre Angehörige.

Das Attentat galt unserer freien Gesellschaft, so der Budeskanzler. "Der Anschlag galt unserem Leben, ein Leben das Terroristen offenbar hassen", so der Präsident. Um dieses Leben sei seit Jahrzehnten gerungen worden, das gelte es zu verteidigen. "Wir werden uns und unsere Werte schützen und verteidigen". Mit allem für das Wien  und Österreich steht, sagen wir: "Hass kann niemals so stark sein wie unsere Gemeinschaft in Freiheit, Toleranz und Liebe. Es lebe die Freihet, es lebe Österreich."

 

10.53 Uhr: Vor Blutbad martialisches Foto veröffentlicht

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bestätigte, dass der Täter vor dem Anschlag auf seinem Instagram-Account ein Foto gepostet hatte, das ihn mit zwei Waffen zeigte, die er später bei dem Anschlag verwendet haben dürfte. Unklar war vorerst, ob der 20-Jährige auch einen Treueeid auf den "Islamischen Staat" (IS) veröffentlicht und nur Stunden vor der Tat Bekannten Videos von dem Attentat auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" weitergeleitet hatte.

Letzteres hatte zunächst die "Bild Zeitung" berichtet. Ein Mal mehr versprach der Innenminister rasche Aufklärung und die Ausforschung von allfälligen Komplizen bzw. Mitwissern. Wie viele Festnahmen es bisher gegeben hat, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht kommuniziert.

>> Was wir über den Täter wissen

 

10.49 Uhr: Kirchenglocken läuten um 12.00 Uhr

Nach den verheerenden Attentaten in der Wiener Innenstadt tags zuvor werden am Dienstag um 12.00 Uhr in ganz Wien die Kirchenglocken im Gedenken an die Opfer des Anschlags läuten, wie Kardinal Christoph Schönborn gegenüber Kathpress erklärte. Auch die Pummerin des Stephansdoms werde schlagen, wie Dompfarrer Toni Faber bestätigte.

>> Mehr dazu

 

10.44 Uhr: Rede von Bundeskanzler Kurz

Sebastian Kurz spricht von unschuldigen Passanten, die gestern ihr Leben verloren. Dabei handelt es sich um einen "älteren Herren, eine ältere Dame, einen jungen Passanten und eine Kellnerin." Ein Polizist wurde im Einsatz angeschossen und verwundet. 14 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

"Dieser Anschlag galt uns allen", so Kurz.  "Er ging gegen unsere freie Gesellschaft. Aber wir werden unsere Werte verteidigen." Alle, die etwas mit diesen Schandtaten zu tun hätten, würden verfolgt werden."

Man dürfe aber nicht in die Falle der Terroristen tappen: "Der Feind, der islamistische Terror, möchte unsere Gesellschaft spalten. Diesem Hass werden wir keinen Raum geben." Unser Feind seien niemals die Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, sondern Terroristen. Es sei kein Kampf zwischen Christen und Muslimen oder Österreichern und Migranten. Es sei ein "Kampf zwischen Zivilisation und Barberei".

 

10.33 Uhr: Terrorismusexperte: "Wien ist ein einfaches und attraktives Ziel"

Nicolas Stockhammer: "Unmittelbarer Anlass waren die Mohammed-Karikaturen in Frankreich." Aber der Terrorismusexperte sieht aber einen Unterschied zu den Anschlägen in Paris, Nizza und Dresden. Lockdown habe den Anschlag vermutlich früher stattfinden lassen als geplant.

>> Warum wurde Wien zum Schauplatz eines Terroranschlags?

 

10.22 Uhr: Täter wollte nach Syrien, deshalb verurteilt

Wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) betonte, hat es sich beim erschossenen Attentäter zweifelsfrei um einen Anhänger der radikalislamistischen Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) gehandelt. Er wurde am 25. April 2019 zu 22 Monaten Haft verurteilt, weil er versucht hatte, nach Syrien auszureisen, um sich dort dem IS anzuschließen.

Am 5. Dezember wurde er vorzeitig bedingt entlassen - er galt als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes (JGG). Von Polizeikräften erschossen wurde der 20-Jährige in der Nähe der Ruprechtskirche, teilte der Innenminister mit.

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10.16 Uhr: Zwei Festnahmen in St. Pölten

 

10 Uhr: Attentäter war 20 und einschlägig vorbestraft

Der Attentäter, der nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt von der Polizei erschossen worden ist, war 20 Jahre alt, hatte nordmazedonische Wurzeln und war einschlägig wegen terroristischer Vereinigung (§ 278b StGB) vorbestraft. Das gab Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bekannt.

Wie Nehammer im Gespräch darlegte, haben bereits umfangreiche Großrazzien im Umfeld des Täters stattgefunden. Konkret wurden 15 Hausdurchsuchungen vorgenommen und mehrere Personen festgenommen.

Der Attentäter besaß neben der österreichischen auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft. "Er war mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe und einer automatischen Langwaffe, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete ausgestattet, um diesen widerwärtigen Anschlag auf unschuldige Bürgerinnen und Bürger zu verüben", erklärte der Innenminister.

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9.54 Uhr: Kaum Kinder an den Schulen

An den Wiener Schulen haben sich trotz "Notbetriebs" am Dienstag nur wenige Kinder eingefunden. Genaue Zahlen gebe es dazu zwar nicht, hieß es aus der Bildungsdirektion. Nach Rücksprache mit einigen Direktionen habe sich aber gezeigt, dass meist nur vereinzelt Kinder in die Schule geschickt wurden. Zum Teil blieben ganze Klassen leer. Für den heutigen Dienstag wurde die Schulpflicht ausgesetzt, Kinder werden aber bei Bedarf betreut.

 

9.49 Uhr: Regierung beschließt dreitägige Staatstrauer

Die Regierung hat in ihrer Sondersitzung nach dem Terroranschlag in Wien eine dreitägige "Staatstrauer" beschlossen. Bis inklusive Donnerstag werden die öffentlichen Gebäude mit Trauerbeflaggung versehen. Außerdem soll es am Dienstag um 12 Uhr eine Schweigeminute geben. Auch die Schulen sollen zu Unterrichtsbeginn am Mittwoch der Todesopfer gedenken, geht aus dem Ministerratsvortrag hervor.

"Die Republik Österreich war, ist und wird immer eine Nation der Vielfalt, des Dialoges und des Respektes füreinander sein, umso mehr haben die Ereignisse vom 2. November 2020 unser Land schwer erschüttert und betroffen gemacht", heißt es in dem Regierungsbeschluss. Mit der Staatstrauer werden die Flaggen an Bundesgebäuden auf Halbmast gesetzt und die Landeshauptleute aufgefordert, dies auch in ihrem Bereich zu veranlassen.

Außerdem soll am Dienstag um 12 Uhr eine "Minute des stillen Gedenkens" eingehalten werden. Auch die Schulen sollen zu Beginn des Unterrichts am Mittwoch eine Gedenkminute einhalten. Noch am Dienstag ist zudem eine Kranzniederlegung durch den Bundespräsidenten, die Regierung, die Nationalratspräsidenten sowie Klubobleuten der Parlamentsparteien und den Bürgermeister in der Wiener Innenstadt geplant.

 

9.28 Uhr: Publikum saß am Abend in Wiens Kulturtempeln fest

In vielen großen Kulturinstitutionen in der Wiener Innenstadt wurden gestern die letzten Vorstellungen vor dem Lockdown gespielt, als die ersten Nachrichten des Anschlags in unmittelbarer Nähe eintrafen. Und so verlief der Abend auch nach den Vorstellungen für die Besucher dramatisch.

In der Wiener Staatsoper war das Verismo-Operndoppel "Cavalleria Rusticana" und "Pagliacci" unter anderen mit Superstar Roberto Alagna angesetzt. Kurz vor der Pause, die gegen 20.40 Uhr startete, seien erste Gerüchte über eine Schießerei durchgesickert, berichtete eine Sprecherin.  Die Idee, den Abend abzubrechen, verwarf man aber und entschied sich angesichts der Umstände für das Weiterspielen.

>> Tausende Kulturbesucher harrten stundenlang aus

 

9.06 Uhr: Schönborn: "Hass darf keine Antwort sein"

Der katholische Kardinal Christoph Schönborn hat dazu aufgerufen, auf den Terroranschlag vom Montag nicht mit Hass zu antworten. "Der Hass kann auf keinen Fall die Antwort sein. Hass schürt Hass", sagte Schönborn im ORF. Man müsse weiter den Weg der Solidarität, der Gemeinschaft und der Rücksichtnahme gehen. Für den heutigen Mittwoch überlegt die katholische Kirche seinen Angaben zufolge einen Trauergottesdienst im Stephansdom.

8.54 Uhr: Sieben Personen in lebensbedrohlichem Zustand

Insgesamt sieben Personen befinden sich nach dem Anschlag in Wien in kritischem, lebensbedrohlichem Zustand. Das hat eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds am Dienstag mitgeteilt. Über die Identität der Betroffenen wurden keine Angaben gemacht. Insgesamt werden 17 Opfer des Angriffs in mehreren Spitälern behandelt - vorwiegend mit Schuss-, aber auch mit Schnittverletzungen, sagte die Sprecherin.

Zehn Personen haben mittlere bis leichtere Verletzungen. Dass Betroffene aus dem Spital entlassen werden, ist jedoch noch nicht absehbar, sagte die Sprecherin. Die Situation sei auch psychisch herausfordernd: "Die Patienten stehen unter Schock." Der bei dem Anschlag verletzte Polizist befindet sich in "kritisch-stabilem" Zustand.

 

8.47 Uhr: Synagogen in Österreich geschlossen

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) hat nach dem Terroranschlag von Montagabend alle Synagogen in Österreich geschlossen. Betroffen seien in Wien zudem sämtliche Einrichtungen, wie koschere Restaurants, Supermärkte und Schulen, sagte Erich Nuler, Sprecher des Krisenstabs. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen österreichweit verstärkt worden. Gemeindemitglieder wurden weiterhin dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Nicht nur in Wien, auch in anderen Städten wie etwa Graz wurden die Einrichtungen der IKG zumindest für Dienstag geschlossen, hieß es weiter. Auch das psychosoziale Zentrum der IKG ist derzeit verstärkt im Einsatz. Dabei gehe es vor allem darum, Kindern näher zu bringen zu erklären, was sich Montagabend ereignet hat.

>> Synagogen in ganz Österreich vorsichtshalber geschlossen

>> Kirchen rufen zum Gebet auf, IGGÖ bietet Kooperation bei Aufklärung an

8.42 Uhr: Fahnen auf Halbmast 

Nach dem Terroranschlag in Wien Montagabend sind die Fahnen am Bundeskanzleramt und der Präsidentschaftskanzlei seit Dienstagfrüh auf Halbmast gesetzt. Auch in allen Ministerien und öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen auf Halbmast wehen.

Fahnen auf Halbmast vor der Präsidentschaftskanzlei
Fahnen auf Halbmast vor der Präsidentschaftskanzlei Foto © APA/HELMUT FOHRINGER

8.37 Uhr: "Übergangstag" an Oberstufe soll verschoben werden

Der aufgrund des Wechsels ins Distance Learning geplante "Übergangstag" an den Oberstufen dürfte an den Wiener Schulen um einen Tag verschoben werden. Dies sei derzeit geplant, hieß es aus dem Bildungsministerium. An diesem Tag hätten Schüler mit Mund-Nasen-Schutz in die Schule kommen sollen, um in einer Klassenvorstands-Stunde Infos über die Gestaltung des Distance Learnings zu bekommen.

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8.31 Uhr: Sondersitzung des Nationalrats findet nicht statt

Die für 10.00 Uhr anberaumte Sondersitzung des Nationalrats findet nicht statt, wie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka heute Nacht mitteilte. In einer Sonderpräsidialkonferenz um 9.30 Uhr werden die Parlamentsfraktionen gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten. Die ursprünglich für 17.30 Uhr geplante Sonderpräsidiale zum Thema parlamentarischer Betrieb im Zusammenhang mit der COVID-19-Situation wird auf 13.00 Uhr vorverlegt.

 

8.24 Uhr: Polizei Steiermark: "Es besteht bei uns derzeit keine Gefahr!"

Die steirische Polizei dementiert Gerüchte in sozialen Netzwerken um einen Anschlag in Graz. Man sei aus Vorsicht verstärkt im öffentlichen Raum präsent, es besteht aber keine konkrete Gefahr für das Bundesland.

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8.13 Uhr: "Maximal vier Täter"

Ob der identifizierte IS-Sympathisant Komplizen hatte, ist weiter unklar. Wie der Sprecher des Innenministeriums, Harald Sörös,  mitteilte, gehen die Behörden von maximal vier Tätern aus. Die Ermittlungen laufen "auf Hochtouren", hieß es.

 

8 Uhr:  Merkel: "Islamistischer Terror gemeinsamer Feind"

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich über den Anschlag in Wien erschüttert gezeigt. "Ich bin in diesen schrecklichen Stunden, in denen Wien Ziel terroristischer Gewalt geworden ist, in Gedanken bei den Menschen dort und den Sicherheitskräften, die der Gefahr entgegentreten", erklärt Merkel am Dienstag auf Twitter.

"Wir Deutschen stehen in Anteilnahme und Solidarität an der Seite unserer österreichischen Freunde", schrieb sie weiter. "Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf."

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7.55 Uhr: Islamische Glaubensgemeinschaft "tief betroffen"

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat sich nach dem Terroranschlag in Wien "tief betroffen und fassungslos" gezeigt. "Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Betroffenen, ihren Familien und den Einsatzkräften. Mögen Sie den Einsatz wohlbehalten überstehen", hieß es am Dienstag in einem Statement auf Facebook.

7.52 Uhr: 20.000 Videos wurden an die Polizei geschickt

Mehr als 20.000 Videos wurden an die Polizei zur Sichtung ermittelt, 20 Prozent davon sind bereits gesichtet und ausgewertet. Zuvor hatte die Polizei die Bevölkerung dazu aufgerufen, Hinweise bei einer eigens eingerichteten Plattform hochzuladen. Hier geht es zum Upload!

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7.44 Uhr: Weiteres Todesopfer bestätigt

Nach dem Anschlag in Wien ist ein weiteres Todesopfer zu beklagen. Wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP)  bestätigte, ist eine Frau im Alter zwischen 40 und 50 Jahren in der Klinik Ottakring - dem ehemaligen Wilhelminenspital - gestorben.

Damit hat der Anschlag am Montagabend vorerst vier Menschen - zwei Frauen und zwei Männer - das Leben gekostet. Ein bzw. der Täter wurde von der Polizei erschossen. Ob der identifizierte IS-Sympathisant Komplizen hatte, ist weiter unklar. Wie der Sprecher des Innenministeriums, Harald Sörös mitteilte, gehen die Behörden von maximal vier Tätern aus. Die Ermittlungen laufen "auf Hochtouren", hieß es.

7.31 Uhr: Innenstadt wieder mit Öffis erreichbar

Die Wiener Innenstadt ist nach dem Terroranschlag Montagabend wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Wiener Linien sind seit Betriebsbeginn am Dienstag wieder uneingeschränkt unterwegs, gab das Unternehmen bekannt. Alle Stationen - auch jene in der Wiener City - wurden wieder angefahren. Das wurde mit dem Einsatzstab im Innenministerium so vereinbart, so ein Sprecher.

6 Uhr: Zustand des Polizisten kritisch, aber stabil

Der Gesundheitszustand des bei dem terroristischen Anschlag in Wien verletzten Polizist war Dienstagfrüh weiterhin kritisch, aber stabil. Das sagte der Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds, Christoph Mierau. Der Schwerverletzte wurde auf der Intensivstation eines Wiener Krankenhauses behandelt.

6.30 Uhr: Sonderministerrat

Nach dem blutigen Anschlag in der Wiener Innenstadt Montagabend beruft Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) für Dienstagfrüh um 9 Uhr einen Sonderministerrat per Videokonferenz ein.

6 Uhr: Pressekonferenz

Zuvor wurde bereits um 6 Uhr früh von Innenminister Karl Nehammer, dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf sowie dem Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl in einer Pressekonferenz Auskunft gegeben.

Pressekonferenz in Wien

Der gestrige Anschlag sei ein Angriff auf die österreichischen demokratischen Werte. Nehammer droht mit Konsequenzen: Der Attentäter sei ein Sympathisant des IS gewesen, mit Sturmgewehr und Sprengstoffattrappe. Man führe Sondierungen im Umfeld des Täters durch. Nähere Auskunft zum Täter wolle man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht geben. Bei den Anschlägen wurden zwei Männer und eine Frau getötet. Ein Täter wurde erschossen. Ein Polizist wurde angeschossen. Er war Dienstagfrüh außer Lebensgefahr, er ist laut Behörden 28 Jahre alt und in einer Polizeiinspektion in der Wiener Innenstadt stationiert. Er war dem Terroristen im Bereich der Seitenstettengasse Richtung Schwedenplatz begegnet.

Der Innenminister appelliert an die Menschen in Wien: "Wenn möglich, bleiben Sie daheim. Meiden sie die Innenstadt, es herrscht  heute keine Schulpflicht." Man gehe davon aus, dass es mehrere Täter gibt. Weiters bedankte er sich bei allen Beamten. "Terror und Gewalt haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.", so Nehammer.

In Wien seien etwa 1.000 Beamte im Einsatz, inklusive Spezialeinheiten, Kriminalpolizei und Verfassungsschutz. Aktuell laufen intensive Ermittlungen im Umfeld des Täters. Es laufen gezielte Maßnahmen bzw. sind in Vorbereitung. Es gab eine Hausdurchsuchung in der Wohnung des Täters. Die Wohnung wurde dazu aufgesprengt.  Der Täter um 20.09 Uhr "neutralisiert". Insgesamt hätten sieben Beamte von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen müssen, erklärt Polizeipräsident Gerhard Pürstl.

 

5.30 Uhr: Rede an die Bevölkerung

Im Anschluss an den Sonderministerrat wird sich Kurz mit einer Rede an die Bevölkerung wenden. Zu Mittag lädt der Bundeskanzler gemeinsam mit Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und die Klubobleute der Parlamentsparteien ins Bundeskanzleramt ein. Dort wird der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, einen Überblick über die aktuelle Lage geben. Nach dem Gespräch erfolgt eine gemeinsame Kranzniederlegung am Tatort, um der Opfer des Anschlags zu gedenken.

Innenminister Karl Nehammer hat in einer Pressekonferenz in der Nacht auf Dienstag kundgetan, dass zumindest ein Täter des Anschlags in der Wiener Innenstadt noch auf der Flucht ist. An die Wiener appellierte er, zu Hause zu bleiben und die Innenstadt zu meiden. Gegen wen sich der Terroranschlag gerichtet hat, kann die Polizei noch nicht sagen. Bundeskanzler Sebastian Kurz spricht von einem "widerwärtigen Terroranschlag"

Kinder sind am Dienstag in Wien für die Schule entschuldigt. Wenn Eltern die Kinder nicht betreuen können, können sie sie in die Bildungseinrichtung bringen.

Der erschossene Täter dürfte laut Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) keinen Sprengstoffgürtel, sondern eine Attrappe getragen haben. Dies wird noch untersucht. Er war mit einer Langwaffe, aber auch mit einer Pistole und einer Machete ausgestattet - war also "sehr umfassend vorbereitet", wie Ludwig erklärte. Die Polizei überprüft derzeit noch die Identität des Attentäters.

Dennoch kursierten mehrere Videos, die bewaffnete Männer in der Innenstadtstadt zeigen, die wild um sich schießen. Auf einem Video sieht man sogar, wie ein Getroffener - möglicherweise ein Polizist - auf dem Schwedenplatz zu Boden fällt. Ein Mann mit einer Kalaschnikow-ähnlichen Waffe läuft durch eine gepflasterte Gasse und schießt.

 

5 Uhr: Tat auf Instagram angekündigt?

Über die Herkunft und das Motiv der Täter wurde offiziell noch nichts bekannt gegeben, ausländische Medien berichten, dass es sich um IS-Anhänger handle. Die deutsche "Bild"-Zeitung berichtete - mit einem verpixelten Foto -, dass der wahrscheinliche Haupttäter ein IS-Anhänger sei. Er habe die Tat am Montag auf Instagram angekündigt. Das könne man vorerst nicht bestätigen, man sei aber "dran" und könne hoffentlich bei der für 6 Uhr früh angekündigten Pressekonferenz Auskunft geben, sagte Innenministeriums-Sprecher Harald Sörös der APA.

Der Großeinsatz der Exekutive lief in der Nacht weiter. So waren 150 Cobra- sowie 100 Wega-Beamte im Einsatz, dazu kamen mehrere 100 Streifenpolizisten sowie Kräfte in zivil. Die Gefahrenabwehr werde mit aller Kraft sichergestellt, sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf. Auch werden in Absprache mit den Partnerländern verstärkt Kontrollen an den österreichischen Grenzen vorgenommen. Weitere Schäden müssen hintangehalten werden, sagte Gerhard Pürstl, Landespolizeipräsident in Wien.

Terroranschlag in Wien

Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Soldaten übernahmen den gesamten Objektschutz in der Bundeshauptstadt, um die Polizei zu entlasten und Teile des Jagdkommandos wurden zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung bereitgestellt.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bestätigte im ORF, dass es sich bei der Attacke "definitiv um einen Terroranschlag" gehandelt habe. Dieser sei "sehr professionell" vorbereitet worden. Die Täter seien auch sehr gut mit Waffen ausgerüstet gewesen. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach vom "schwersten Tag für Österreich seit sehr vielen Jahren".

Die Polizei appellierte wegen der anhaltenden Gefahrenlage an die Bevölkerung: "Wenn Sie zuhause sind, bleiben Sie zuhause!" Wer unterwegs ist, solle sichere Räume nicht verlassen bzw. versuchen, einen sicheren Raum aufzusuchen, wurde dringend geraten. Die Wiener City war großräumig abgesperrt, öffentliche Verkehrsmittel hielten nicht in der Innenstadt.

 

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