Bei Sollenau im Bezirk Wiener Neustadt hat sich Mittwochfrüh ein Erdbeben der Stärke 2,6 ereignet. Die Erschütterungen von 5.24 Uhr seien im Bereich des Epizentrums von einigen Personen leicht verspürt worden, teilte Geosphere Austria (Österreichischer Erdbebendienst) in einer Aussendung mit. Schäden an Gebäuden seien keine bekannt und auch nicht zu erwarten, wurde betont.
Letztes schwere Erdbeben in der Steiermark 800 Jahre her
Tatsächlich kam es hierzulande schon lange nicht mehr zu einem schweren Erdbeben. Mitte des 13. Jahrhunderts soll ein Erdbeben der Stärke 5,4 im obersteirischen Kindberg dazu geführt haben, dass die Burg eingestürzt ist. Über Schadensausmaß und Todesfälle ist nichts bekannt. Und dennoch: Die Ereignisse vor 800 Jahren, die sich heute in Chroniken nachlesen lassen, haben Potenzial bis in die Gegenwart aufzurütteln.
„Gerade das Mur- und Mürztal sind Erdbebengebiete“, sagt Maria-Theresia Apoloner von GeoSphere Austria. Pro Jahr gibt es rund neun Erdbeben in der Steiermark. Die meisten davon verlaufen glimpflich. Alle acht Jahre kommt es zu leichten, alle 40 Jahre zu schweren Gebäudeschäden.
Dass ausgerechnet die Steiermark und das umliegende Gebiet immer wieder von spürbaren Beben betroffen ist, liegt an der geografischen Lage. In Mitteleuropa drücken die afrikanische und die europäische Platte aufeinander, worauf unter anderem die Alpen entstanden sind. „Gerade in den Ausweichregionen der Plattenüberlagerung muss jedoch die angestaute Energie entweichen – das passiert durch Erdbeben“, sagt Apoloner. Dabei reichen schon Plattenverschiebungen im Millimeterbereich, die ein Erdbeben spürbar machen.