Heiße Sommer und die damit verbundenen heftigen Unwetter sind längst auch in Österreich angekommen und werden immer häufiger. Starkregen, Sturm und Hagel ziehen ganze Ortschaften in Mitleidenschaft, doch lauert dabei eine weitere Gefahr. Murenabgänge können mit enormer Wucht ganze Straßen und Häuser unter ihren Schlamm- und Geröllmassen begraben. Erst am Montag kam es in der Tiroler Gemeinde Gschnitz nach starken Gewittern zu Vermurungen und Hangrutschungen. 100 Personen wurden ausgeflogen.
Mehr Schadenspotenzial
Was die Gefahr von solchen Muren ist und welche Ursachen Naturkatastrophen haben, wurde im Gespräch zwischen dem Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Florian Rudolf-Miklau und ZiB2-Moderator Armin Wolf erläutert. Die Ursachen würden zum Teil an der Erderwärmung, also dem Klimawandel, aber auch an der intensiven Nutzung unserer Landflächen liegen. Die Bevölkerung nehme zu und dadurch gäbe es auch mehr Schadenspotenzial, erklärt der Experte.
Durch den Klimawandel wird es in Österreich mehr Extremwettersituationen geben, das bringt der Klimabericht des Landwirtschaftsministeriums hervor. „Extremwetter wird die Siedlungen nicht erst bedrohen, es bedroht sie bereits“, so Rudolf-Miklau. Durch die Gefahrenzonenplanung besteht ein sehr guter Überblick, welche Gebäude von Extremen betroffen sind. Die Zahl dieser Gebäude liegt bei 200.000, das betrifft 500.000 Menschen in Österreich. Und diese werden mehr. Das Ausmaß sei dennoch schwer zu prognostizieren. Was man weiß sei, dass die Intensität sowie die Häufigkeit steigen werden. „Die Frage sei nur, wann und wo diese Extremen auftreten“, betont der Experte.
Großer Felssturz könnte auch Österreich treffen
Auch ein großer Felssturz, wie der im Schweizer Platten, wäre von der Masse her auch in Österreich denkbar. Die Ursache und Folge würde jedoch laut Rudolf-Miklau wahrscheinlich eine andere sein.
In Österreich soll das Geomonitoring aufgebaut werden, bei dem die Gebirge durch Messgeräte und Drohnen und Satelliten permanent überwacht werden. Für Rudolf-Miklau ist Österreich nicht zu spät mit dem Projekt dran: „Dieses Frühwarnsystem warnt die Experten. Diese können dann näher hinschauen“. Wenn sich gefährliche Bewegungen abzeichnen, besteht die Möglichkeit, im richtigen Moment zu reagieren.