Es herrscht seltene Einigkeit: Nachdem der Lehrerbund mit einem Verbot von Social-Media-Plattformen für alle unter 14 Jahren aufhorchen ließ, unterstützt nun Vize-Landeshauptfrau Manuela Kohm (ÖVP) den Vorstoß.
Kurt Hohensinner (ÖVP), Grazer Stadtrat für Bildung, Familie und Jugend, geht noch weiter und fordert ein Verbot von Smartphones bis zum 14. Lebensjahr, das müsste man im Landes-Jugendgesetz unter dem Bereich „Jugendschutz“ verankern. Analoge Handys sollen ausgenommen werden sowie jene, die medizinische Zwecke (etwa für Diabetes-Kinder) erfüllen.
„Verbote spalten die Gesellschaft“
Einige Foristen stören sich an dem Verbot und sind überzeugt, dass die Eltern in die Pflicht genommen werden müssten. pietrok5 sagt: „(...) Es sollte Aufgabe der Eltern sein, den Kindern beizubringen, wie man mit einem Smartphone verantwortungsvoll umgeht (...). Neben den vielen Gefahren von Smartphones, bedingt durch exzessive oder falsche Nutzung, haben (sie) viel Gutes: Über Smartphones sind Kinder erreichbar, auch wenn „analoges“ Telefonieren nicht möglich ist. (...) Auch wenn in der Schule verboten - für Hausaufgaben, für den Kontakt mit Mitschülern und Lehrern sind Smartphones unerlässlich. (...) Man kann nicht alles verbieten, nur weil manche Eltern zu bequem oder unfähig sind, ihren Kindern etwas beizubringen.“
Auch Herwig63 ist überzeugt: „Verbote spalten die Gesellschaft, bestens bekannt aus den letzten Jahren. Für den privaten Bereich sind noch immer die Eltern verantwortlich und nicht der Staat, die Eltern sollten sich selbst reflektieren, bezüglich ihres Umgangs mit dem Smartphone und ihrer Vorbildfunktion bewusst sein (...).“
„Es müssen die Eltern in die Pflicht genommen werden“
Nicht generell abgeneigt, aber überzeugt, dass ein Handyverbot nicht den gewünschten Effekt erzielen würde, ist beispielsweise redbull: „Grundsätzlich sollte man nichts verwerfen, wenn es nicht wie erwartet funktioniert. Aber man muss realistisch bleiben.
Telefonieren in Straßenbahnen zu verbieten ist gleich unrealistisch wie Smartphone für Unter-14-Jährige komplett zu verbieten (...).“ Auch fruehwha meint, dass es für solches Verbot zu spät sei: „(...) Der Zug ist abgefahren! Das ist nicht mehr möglich! Das ist ungefähr so, wie wenn ich mit Glatze mir über ein Dauerwellenprodukt Gedanken mache (...).“
Wambacher zweifelt ebenfalls an einem Verbot und zieht die Eltern zur Verantwortung: „Handyverbot bis 14 Jahre ist einfach unrealistisch. Es müssen die Eltern in die Pflicht genommen werden, denn sie sind für das Wohl ihrer Kinder verantwortlich. (...) Ich sehe aber wenig Chance auf Regulierung durch die Erziehenden, da ein großer Teil der heutigen Elterngeneration selbst uneingeschränkt am Handy klebt (...).“
„Es geht nicht darum, Eltern zu entmündige“
Dass ein Verbot Eltern dabei helfen könne, den Medienkonsum der Kinder besser zu regulieren, meint hingegen HrLeopold: „Eltern sollten in erster Linie verantwortlich sein. (...) Na klaro wäre es ideal, wenn alle Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder sinnvoll regulieren würden. Aber die Wahrheit ist: Viele tun es nicht (...). Es geht nicht darum, Eltern zu entmündigen, sondern Kinder vor etwas zu schützen, dessen Auswirkungen sie selbst noch nicht überblicken können.“