Leitartikel: „Die Geisterfahrer“ und „Das ist Gift für unsere Körper“, 19. 3.

Es ist eindeutig bewiesen, dass bei Tempo 100 weniger Lärm verursacht, weniger Treibstoff verbraucht wird, weniger Schadstoffe und weniger gefährlicher Feinstaub in die Luft geblasen werden und obendrein bei Temporeduktionen auch weniger Unfälle passieren.

Dennoch wird der Lufthunderter abgeschafft. Offenbar ist die Gesundheit der Menschen egal – eine zukunftsorientierte Politik, vor allem auch für unsere Kinder, sieht anders aus.
Andreas Peindl Groß, Graz

Schlechte Luftqualität

Graz ist die Feinstaubhochburg. Die Wetterapp am Handy zeigt regelmäßig die Mitteilung „Luftqualität 5 – extrem schlecht“ für Graz und die Grazer Umlandgemeinden an, der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) warnt vor Gesundheitsschäden. Anstatt den Lufthunderter auf alle Fahrzeuge, unabhängig von der Art der Motorisierung, auszuweiten, um damit eine Verbesserung der Luftgüte zu erreichen, wird mit dem geplanten Ende eine weitere Verschlechterung herbeigeführt.

Ich verstehe, dass für die Landespolitiker die Luft- und Lebensqualität in den einzelnen Gemeinden keine Priorität hat, allerdings erwarte ich mir von unseren BürgermeisterInnen und GemeinderätInnen, dass sie die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Bevölkerung nach „oben“ vertreten und nicht nur als Sprachrohre ihrer Partei nach unten agieren. 
Rudolf Langerwisch, Vasoldsberg

Umweltbewusstsein

Fest überzeugt von der Sinnhaftigkeit der Geschwindigkeitsbeschränkung fahren wir auch in Zukunft bei entsprechender Wetterlage 100 km/h auf der Autobahn. Es werden viele umweltbewusste Mitmenschen genauso handeln. Von einer FPÖ haben wir so einen „atemberaubenden“ Unsinn erwartet. Dass sich die ÖVP dafür hergibt, ist sehr enttäuschend. Sollen sich alle, die so verantwortungslos Politik gestalten, gerne entlang der Autobahnen ansiedeln!
Mag. Silvia und Mag. Franz Koller, Graz

Fortschritt?

Nun ist es endlich so weit: Das oberste Wahlversprechen der FPÖ wird Realität – indem ein paar Überkopfanzeigen und damit der IG-L 100er ausgeschaltet werden. Das bringt zwischen Graz und Leibnitz/Sinabelkirchen knapp fünf und zwischen Graz und Lieboch/Deutschfeistritz satte zwei Minuten. Lärm, Feinstaub und Abgase steigen, Landeseinnahmen sinken um zwei Millionen pro Jahr. Was für ein Fortschritt für die FPÖ-WählerInnen! So kann man gespannt sein, was von der FPÖ-Zentralmatura im Regierungsprogramm noch mit vergleichbarer Wucht kommen wird … wahrscheinlich die Rückgewinnung von 80.000 hoch qualifizierten Arbeitsplätzen durch Rücknahme von AsylwerberInnen.

Übrigens: Von den 136 Seiten des Regierungsprogrammes sind nur 78 Seiten, also 57 Prozent, mit Inhalten bedruckt. Der Rest besteht aus Inhaltsverzeichnis, Bildern oder Leerseiten mit dem steirischen Panther. Und das alles auf „Augenhöhe mit der ÖVP“.
Hubert Petz, Semriach

Reine Schikane

Wir befahren sehr oft die besagten 100er-Abschnitte auf den Autobahnen rund um Graz. Es hält sich fast niemand daran, denn wir werden von fast allen Fahrzeugen rücksichtslos bei Einhaltung der angezeigten Geschwindigkeit von 100 km/h überholt. Also müssen die Messwerte, die eine Verbesserung der Luftqualität zeigen, auf anderen Tatsachen beruhen als auf dem Tempolimit, wie die Grünen glauben.

Manchmal war in Richtung Norden auf der A9 der 100er in Betrieb. Auf der Gegenfahrbahn waren die Anzeigen nicht eingeschaltet. Wie das? Man kann nur für die Abschaffung dieser Schikane plädieren. Oder liegt es im Nervenkitzel der österreichischen Autofahrenden, Tempolimits zu brechen, ohne erwischt zu werden? Die Zahlen der abgestraften Autofahrenden zweifle ich an. Mir sind noch nie Kontrollen aufgefallen.
Ing. Alexander Drozdowskyj, Graz

Nebenwirkungen

Sehr geehrter Herr Landesrat Amesbauer, was würden Sie mir raten? Ich habe meinen Blutdruck mithilfe von Medikamenten jetzt gut reguliert! Jetzt, wo er wieder passt, soll ich die Medikamente wieder absetzen? Meine Ärztin sagt nein!

So verhält es sich mit dem Lufthunderter. Er hat weniger (oder keine) Nebenwirkungen als Blutdruckmedikamente. Absetzen bringt wieder mehr Schadstoffe in die Luft! Und außerdem, die anderen Maßnahmen (Medikamente) müssten doch erst eingesetzt werden, bevor wir die alten einstellen.
Margaretha Dremel, Hausmannstätten

Leuchtturmprojekt

Wenn nun sogar unser Landeshauptmann sagt, die Datenlage zeige klar, dass dieser Schritt nun gesetzt werden kann, dann frage ich mich, ob die Verantwortlichen in der Landesregierung sinnerfassend lesen können? Die TU Graz stellt fest, dass es für Autofahrer und Umwelt ein guter Schutz wäre, wenn langsamer gefahren wird. Aber das wird dem Wahlvolk nicht gesagt, sondern dass es zur Einhaltung der EU-Bestimmungen 2030 nicht ausreichen wird, Tempo 100 einzuhalten.

Ist das eines dieser Leuchtturmprojekte, von welchem die Landesregierung spricht? Als denkender und steuerzahlender Österreicher ist mein Anspruch an eine Landesregierung ein höherer. Wenn wir nur mehr ideenlose Volksvertreter haben, dann sollten die Landtage abgeschafft werden. Das Steuergeld kann besser verwendet werden als für solche „Glanzlichter“, welche besser als „Irrlichter“ bezeichnet werden sollten. 
Klaus Gissing, Gratwein-Straßengel

An letzter Stelle

Von Experten als kostengünstigste Klimaschutzmaßnahme bezeichnet, wird von der blau-schwarzen Landesregierung der IG-L 100er nach „faktenbasierter, ergebnisoffener Prüfung“ zu Grabe getragen. Mit der Begründung, dass die Grenzwerte in den letzten Jahren nicht überschritten wurden – no na, wozu wäre er sonst wohl eingeführt worden. Wird nun auch die Gurtenpflicht aufgehoben, weil es weniger Verkehrstote gibt?

Eine völlig unverständliche, rückwärtsgewandte Entscheidung, für die wir alle, mehr oder weniger, mit gesundheitlichen Folgen bezahlen werden. Nachdem der zuständige Landesrat meint, dass die „völlig überschießenden“ Klimaschutzmaßnahmen der EU 2030 ohnehin nicht zu erreichen sind, fängt er gleich gar nicht damit an. Klima- und Umweltschutz rangieren bei dieser Regierung wohl an letzter Stelle.
Ulrike Stadler BEd, Graz

Kleinvieh macht Mist

Landesrat Amesbauer meint, mit dieser „überschießenden Maßnahme“, eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt zu haben, würde sowieso das Klimaziel der EU nicht erreicht werden. Daher schaffen wir den Lufthunderter ab. Die FPÖ ist resistent gegen wissenschaftlich untermauerte Maßnahmen, sie beharrt auf ihrer „Dreschflegel-Mentalität“, und die ÖVP als willfähriger Vasall macht ohne schlechtes Gewissen mit. Das alte Sprichwort „auch Kleinvieh macht Mist“ haben diese Politiker noch nicht verstanden.
Gerhard Pilz, Graz

Verheerendes Signal

Sollen die Leute ruhig durch Graz rasen, wem tut es weh? Ein verheerendes Signal, denn schon jetzt sind die meisten Autofahrer im 100er-Bereich 120 km/h gefahren, nun werden sie 150 km/h fahren. Aber uns ist eh schon alles egal, und dass die Unfallgefahr dadurch dramatisch steigt – auch egal. Sie werden klatschen, die Anhänger dieser Partei; schade nur und beschämend, dass die zweite Regierungspartei da mitspielt. Wenn ich mir die letzten Wahlergebnisse im ehemaligen weststeirischen Kohlenrevier ansehe, frage ich mich ernsthaft, was die Menschen bewogen hat, so zu wählen – nur Protestwähler? Hoffentlich!
Friedrich Weixler, Voitsberg