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Update zum ReiserechtAbgesagte Reisen: Muss man einen Gutschein statt Geld akzeptieren?

Bedingt durch die Coronakrise und ihre massiven Auswirkungen auf die Reisebranche führen immer mehr Länder Sonderregelungen ein, die bei Absagen seitens der Reise- und Transportunternehmen die bisher geltenden Konsumentenrechte abschwächen. Unter anderem geht es um die Frage: Hat ein Kunde das Recht, sein Geld zurückzubekommen oder muss er einen Gutschein akzeptieren. Was die Juristen des europäischen Verbraucherzentrums dazu sagen.

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Grundsätzlich gilt gemäß Fluggastrechteverordnung 261/2004 der EU: Wenn der gebuchte Flug vonseiten der Fluglinie annulliert wird, hat der betroffene Kunde die Wahl zwischen der vollständigen Erstattung der Flugscheinkosten oder einer alternativen Beförderung zum Endziel. Der Erhalt eines Wertgutscheins ist in der Fluggastrechteverordnung nicht geregelt. Fluglinien dürfen Wertgutscheine nur dann ausstellen, wenn der betroffene Kunde die Annahme eines Wertgutscheins freiwillig akzeptiert. „Derzeit gibt es aber in Ländern wie Frankreich, Italien oder Belgien nationale Regelungen, die es Fluglinien erlauben, statt Geldrückzahlungen Gutscheine auszustellen, die für spätere Leistungen genutzt werden sollen“, sagt die Juristin Barbara Forster vom europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich und erklärt: „Das ist unserer Ansicht nach ein Verstoß gegen EU-Recht.“ Die Absicht hinter dieser Entwicklung ist freilich auch klar: Von politischer Seite möchte man das Risiko einer im Raum stehenden Pleitewelle im Tourismus verringern. Fluglinien und Reiseveranstalter sollen zahlungsfähig bleiben, bis sich die Lage wieder beruhigt.

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