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CoronavirusDas sind die wichtigsten offenen Fragen zu Covid-19

Bei der Erforschung des neuen Erregers SARS-CoV-2 macht die Wissenschaft große Fortschritte. Dennoch sind viele wichtige Fragen bis dato ungeklärt.

© Ahmet Aglamaz - stock.adobe.com
 

Der Aufwand ist immens: Tausende Wissenschafter widmen sich derzeit dem Coronavirus, um den Erreger und seine Folgen besser zu verstehen. Man weiß schon recht gut, wie SARS-CoV-2 übertragen wird, welche Situationen für Ausbrüche sorgen können und sammelt täglich Erfahrungen bei der Behandlung von Erkrankten. Angesichts steigender Fallzahlen sind solche Erkenntnisse extrem wichtig.

Trotzdem liegt noch einiges im Dunklen. Was sind für Ärzte, Wissenschafter und andere Experten die drängendsten Fragen, die geklärt werden sollten?

  • Vorbeugung: Weltweit gibt es zahlreiche Impfstoff-Kandidaten. Russland verkündete kürzlich die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung. Aber welche Impfung wird sich als der Königsweg erweisen? Diese Frage wird sich laut dem Infektiologen Bernd Salzberger in den nächsten Wochen und Monaten klären. "Wenn diese Frage gelöst ist, sind fast alle anderen Fragen zweitrangig." Sollte sich ein Impfstoff wider Erwarten verzögern, rechnet der Experte des Universitätsklinikums Regensburg damit, dass mögliche Zusatz-Schutzvorkehrungen in den Vordergrund rücken, etwa für die Belüftung von Klassenzimmern.

  • Erkennen: Immer weiter wurden die Testkapazitäten ausgebaut und Testangebote erweitert. Für den Epidemiologen Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig wird das allein aber kaum helfen: "Wir müssen daran arbeiten, Tests fokussierter einzusetzen." Es müsse zum Beispiel besser priorisiert werden, wer, zu welchem Zeitpunkt und wie oft getestet wird. Laborergebnisse müssten außerdem schneller zu den Gesundheitsämtern gelangen. Krause sieht das Risiko, dass massenhaft anlasslose Tests dazu führen könnten, dass etwa Kranke, Menschen nach Risikokontakten und medizinisches Personal länger als früher auf ihre dringend benötigten Testergebnisse warten müssen, weil deren Bearbeitung in Konkurrenz zu den anderen weniger dringlichen Tests stehen. Eugen Brysch, Vorstand der deutschen Stiftung Patientenschutz, betonte, eine verbindliche Priorisierung bei der Testung auf das Virus sei unerlässlich. "Bei Menschen mit Symptomen und im Gesundheitswesen sind Tests zwingend notwendig." Brysch fordert zudem wöchentlich vorsorgliche Tests in allen Heil- und Pflegeberufen.

  • Behandeln: "Wir verstehen noch nicht richtig, wann wir welchen Schalter umlegen müssen", sagt Salzberger mit Blick auf die Therapie von Covid-19-Patienten. Antivirale Medikamente brächten erst einen Vorteil, wenn es Patienten schlecht gehe - und nicht bereits im Frühstadium, wie zum Beispiel Antibiotika bei bakteriellen Lungenentzündungen. Wünschenswert sei vor diesem Hintergrund, individuelle Parameter zu kennen, mit denen sich ein bevorstehender schwerer Verlauf erkennen lässt, so Salzberger. Noch ist keine Standardvorgehensweise für die Behandlung von Covid-19-Patienten festgelegt. Derzeit würden Leitlinien dafür je nach Krankheitsschwere entwickelt, sagte Klaus Rabe, Ärztlicher Direktor an der LungenClinic Grosshansdorf und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Wichtig sei zum Beispiel, Kriterien festzulegen, wie lange mit dem Beginn einer Beatmung abgewartet werden kann. Patienten, die nicht invasiv beatmet werden müssen, hätten eine bessere Prognose. Eine Studie zeigte: Die Sterblichkeit war bei Covid-19-Patienten in Deutschland, die beatmet wurden, mit 53 Prozent besonders hoch. Rabe betonte aber, dass die Beatmung naturgemäß nicht die Ursache für diesen Verlauf sein müsse.

  • Milde Verläufe: SARS-CoV-2 scheine eine doppelte Natur zu haben: bei einigen Personen tragisch tödlich und bei anderen überraschend mild, schreiben US-Forscher im Journal "Annals of Internal Medicine". Asymptomatische Menschen scheinen demnach ungefähr 40 bis 45 Prozent der Infektionen auszumachen. Das Fehlen von Symptomen müsse aber nicht unbedingt bedeuten, dass kein Schaden vorliege. Warum sich die Verläufe so stark unterscheiden, ist bisher nicht klar. Studien geben Hinweise, dass die Blutgruppe ein Faktor sein könnte. Auch wird erforscht, ob frühere Erkältungen, ausgelöst von altbekannten Coronaviren, die Schwere einer Infektion mit SARS-CoV-2 beeinflussen könnten."Wir brauchen dringend Daten zu Patienten, die nicht an Maschinen beatmet werden müssen oder nicht krank erscheinen", sagte Rabe. Es gelte Langzeitverläufe zu betrachten und auch zu beobachten, was außerhalb der Lunge geschehe. Zudem, so Rabe, brauche es auch für mild erkrankte Menschen Therapieoptionen.

  • Immunität: Viele Menschen, darunter auch Wissenschafter, hoffen, dass man nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 zumindest eine Zeit lang dagegen immun ist. Aber ob es so ist, steht nicht fest. Viele Studien weisen vielmehr darauf hin, dass gerade bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind. Zwar ist noch unklar, was das für eine mögliche Immunität bedeutet. Doch die Beobachtungen wecken Zweifel an der Aussagekraft von Antikörper-Tests und an immer wieder einmal diskutierten Immunitätspässen.

  • Spätfolgen: "Genesen" steht in vielen Corona-Statistiken. Doch sind diese Menschen auch wirklich wieder fit? Aufgrund der Neuartigkeit des Krankheitsbildes ließen sich keine zuverlässigen Aussagen treffen zu Langzeitauswirkungen und Folgeschäden durch Covid-19 beziehungsweise durch deren Behandlung, etwa eine Langzeitbeatmung, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in einem Online-Steckbrief. Es existieren aber Berichte über Patienten, die eher leichter erkrankt waren, aber noch über Wochen und Monate von Folgen betroffen sind, etwa Luftnot bei Anstrengung. Klar ist inzwischen: Covid-19 betrifft nicht nur die Lunge, sondern das Virus kann sich - ebenso wie zum Beispiel Grippeviren - auch auf andere Organe auswirken.

  • Herkunft: Studien legen einen Ursprung des Virus bei Fledermäusen nahe. Aber wie ist es auf den Menschen übergesprungen? Vermutet werden Zwischenwirte: Zwischenzeitlich war das Schuppentier im Gespräch - eine Theorie, die der deutsche Virologe Christian Drosten ablehnte. Er lenkte vor einiger Zeit den Verdacht auf Marderhunde, in denen bereits der SARS-Erreger nach dem SARS-Ausbruch 2002/3 gefunden worden sei. Geklärt ist die Frage bis heute nicht. Aus Sicht des Lungenspezialisten Rabe würde die Aufhellung solcher Graubereiche gegen Verschwörungstheorien helfen. Er bemerke in Gesprächen mit Patienten teils eine tiefe Verunsicherung wegen unklarer Sachstände und widersprüchlicher Informationen.

  • Psychologie: Schon früh verglichen Experten die Pandemie mit einem Marathon. Wie man die Langstrecke laufe, müsse gelernt werden, meint Mediziner Rabe. Sich die Energie einteilen, wenn möglich pausieren, mit der eigenen Erschöpfung umgehen - solche Aspekte seien jetzt im übertragenen Sinne für die Bevölkerung wichtig, um die Pandemie und die erforderlichen Verhaltens-Einschränkungen durchzustehen. Rabe stört sich an interessengeleiteten Lockerungsdebatten, etwa durch die Kreuzfahrtindustrie oder die Fußball-Lobby in Deutschland, und an Politiker-Alleingängen, die dem Vertrauen in Politik und Institutionen schadeten. "Das Grundprinzip müsste sein: Keep calm and keep working (ruhig bleiben und weiterarbeiten)", betont er.

Kommentare (4)

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Plantago
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CUI BONO?

ist die wichtigste Frage.

Irgendeiner
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Nein Plantago,das hat viele die es instrumentalisieren,

zur Eigenwerbung wie unser Fuchtler,zur Nutzung Eures Unmuts, wie der Hoppe Reiter oder der Schmalspuringenieur,für Wirtschaftskonflikte wie Trump oder zu einer gefährlichen Selbstpopularisierung die schwer in die Hose gehen kann,wie Putin,,aber Nutzen an der Zoonose selbst hat wirklich niemand, außer Du würdest annehmen, daß die Menschheit etwas daraus lernt, den Gedanken halte zumindest ich mittlerweile für hochverwegen.

Plantago
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das Lernen der Menschheit - manche lernen schon.

Z.B. wieder Rücksichtnahme auf andere, - eigentlich macht das der Großteil. Langsam entwickelt sich hoffentlich ein ähnliches Verhalten im sozialen Umgang, wie wir es im Straßenverkehr gewohnt sind. "Geisterfahrer" erkennen, dass sie falsch unterwegs sind, Blender blenden ab, Raser bremsen sich ein, Schleicher machen anderen Platz, Stoßstangenkleber halten Abstand, Abbieger blinken rechtzeitig etc. - Wäre zumindest schön.

Irgendeiner
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Ja,Plantago aber du weißt auch daß wir

sogar Trivialitäten wie die Hilfspflicht bei Unfällen codifizieren mußten, früher seids einfach stehengeblieben und habt geschaut wie es dem geht und versucht dem zu helfen, jetzt fahrt ihr größtenteils vorbei und man muß Euch rechtlich in eine Selbstverständlichkeit zwingen.Und,Plantago würde ich sagen das Alkoholverbot am Steuer,auch so eine Sache, beschränkt meine Freiheit würd jeder sich auf die Stirn tippen weil ich offenbar nicht kapiere, daß das dafür da ist daß ich nicht durch die durch Intoxikation herabgesetzte Reaktionszeit und den ebenso verminderten Überblick, Bier ist lecker aber klüger machts nicht,wen anderen an Leib und Leben gefährde,darüber hama noch Konsens,was für Masken,die verhindern sollen daß ich wen ohne mein Wissen abschieße,weil der dann über den Jordan geht,leidvoll und mit Tubus,nicht mehr gilt,da berufen sich dann viele auf eine Freiheit die keine ist,weil du wem anderen schwer schadest was Dir nicht zusteht.Und es ist schön, daß Du so hoffnungsfroh an unsere Verbesserung glaubst,ich bin alt,ich bin da schon ausgesprochen skeptisch.It´s the same old blues, the same old blues,again.