Die Wechseljahre sind eine prägende Zeit für viele Frauen: Der Östrogenspiegel sinkt, es kommt zu Symptomen wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Gibt es solche Wechseljahre auch bei Männern? „Ein ganz klares Nein“, sagt Jann-Frederik Cremers von der Klinik für Andrologie am Universitätsklinikum Münster. Aber: „Im Laufe des Lebens fallen die Testosteronwerte beim gesunden Mann innerhalb des Normbereichs langsam ab.“

Diese Hormonveränderung ist ein normaler, aber langsamer Prozess, genannt Andropause. Er führt bei gesunden Männern in der Regel nicht zu einem Testosteronmangel. Unter bestimmten Umständen kann es allerdings doch dazu kommen. Ihn erkennt man an:

  • Müdigkeit
  • sexueller Unlust
  • Erektionsproblemen
  • Schlafstörungen
  • Hitzewallungen/starkem Schwitzen
  • verminderter Knochendichte (Osteoporose)

Diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben. Begünstigt wird die Hormonumstellung durch Übergewicht (vor allem am Bauch), wenig Bewegung und Stress. Zum Vorbeugen hilft vor allem ein gesunder Lebensstil: eine ausgewogene Ernährung, Sport und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen.

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Wann „Mann“ zum Arzt gehen sollte

Falls solche Symptome auftreten, empfiehlt Cremers einen Besuch bei der Hausärztin oder beim Urologen. „Erst einmal sollte man untersuchen, ob das tatsächlich ein Testosteronmangel ist.“ Dafür misst man den Testosteronspiegel über einen Bluttest, am besten zweimal morgens. Von frei erhältlichen Selbsttests rät Cremers ab, die seien nicht ausreichend zuverlässig.

Bestätigt sich ein Mangel, könne eine Therapie starten. Gibt es organische Ursachen, gibt man Testosteron zu. Ansonsten spricht Cremers von Maßnahmen wie sportlicher Aktivierung und einer Regulierung des Stoffwechsels.