Der erste Schnee ist gefallen. Die alpinen Tourismusregionen nutzen jetzt noch die kommenden Wochen zum kurzen Durchschnaufen, bevor es mit dem Wintertourismus wieder so richtig losgeht. Für den klassischen Wintertouristen haben schöne verschneite Winterlandschaften und der Sport oberste Priorität. Eine tolle Verpflegung ist aber genauso wichtig. Bei steigendem Fachkräftemangel in der Gastronomie ein heikler Punkt.
Video - So einfach gelingt „Miasl“
Da fragen sich aktuell immer mehr: Wie geht es weiter? Worauf müssen wir uns einstellen und vor allem, wie? Gastronomen lechzen in Zeiten wie diesen geradezu nach Antworten auf derartige Fragen. Einige, die mehr denn je mit dem Thema Fachkräftemangel zu kämpfen haben, suchen besonders dringende Antworten. Meist heißt das „Convenience“. Also vorgefertigte Lebensmittel von der Industrie. Kurz: Kaiserschmarrn aus dem Packerl. Dafür will und sollte die aufstrebende Kulinariknation Österreich nicht stehen. Wenn aber gegen Mittag tausende Wintersportler gleichzeitig etwas Dampfendes auf ihrem Teller sehen wollen, geht es oft nicht anders. Außer man überlegt sich simple, aber umso aromatischere Alternativen.
Gleich nachkochen!
Wie etwa die Sattelberghütte in der Ramsau am Dachstein. Kurze Lieferwege und viele Produkte aus allernächster Nähe begeistern hier auch junge Gäste. Bernerwürstel und Pommes findet man hier allerdings nicht auf der Speisekarte. Und nicht einmal eine Fritteuse in der Küche. Dafür Gerichte, die sich auch auf kleinstem Raum für viele hungrige Gäste umsetzen lassen. Wie etwa Eintopf, Pfannengerichte, Kaspressknödel, Eiernockerl und vor allem: „Miasl“. Noch nie gehört?
„Einfacher geht es eigentlich nicht. Miasl ist eine ergiebige Kraftnahrung von früher. Es wurde gerne Holzfällern gleich in aller Früh auf den Tisch gebracht“, erzählt die Sattelberg-Küchenchefin Lydia Schrempf. Primäres Ziel: eine ganze Truppe satt zu bekommen. Erst wenige Generationen ist es her, dass die Holzarbeit noch ganz ohne den Einsatz von Maschinen vonstattenging. Besonders hart war die Arbeit für die Holzer in den Gebirgsregionen. „Zu essen gab es vornehmlich Miasl, einen nahrhaften Brei aus Mehl mit Butter oder Schmalz“, schildert die Köchin, während sie selbst kräftig in der Pfanne rührt. Gerne mischte man Wildbeeren dazu und brachte so Abwechslung in den wahrscheinlich doch eher eintönigen Menüplan.
Aber auch heute ist das Miasl eine beliebte Speise. Zumindest dort, wo man es noch bekommt. „Wir haben uns vor einigen Jahren dazu entschieden es als unkompliziertere Kaiserschmarrn-Alternative auf die Speisekarte zu setzen“, berichtet Schrempf. Das scheint sich gelohnt zu haben, denn mittlerweile hat sich das unglaublich aromatische Gericht zu einem Klassiker entwickelt. „Die Zutaten sind normalerweise in jedem Haushalt vorrätig, und es ist eine günstige Mahlzeit, aber dennoch sehr gehaltvoll“ ermutigt die leidenschaftliche Köchin es zu Hause gleich selbst zu versuchen. Eine Grundregel gibt es aber abschließend für den einfachen Gaumenschmaus: Das Miasl muss immer frisch auf den Teller kommen und schmeckt besonders gut mit einem Glas Buttermilch.