Der franko-belgische Comic-Autor Franquin wäre heuer 100 geworden. Der 1997 gestorbene Belgier übernahm 1946 die Geschichten von „Spirou und Fantasio“ im Verlag Dupuis. Schon bald baute Franquin die Abenteuer des einstigen Hotelpagen Spirou und seines Freundes Fantasio zu epischen Geschichten aus, deren Handlungsstränge plötzlich ganze Comic-Alben füllten.
Franquin, der heute zu einem der wichtigsten Vertreter des europäischen Comics des 20. Jahrhunderts zu zählen ist, dachte sich auch das Marsupilami aus. Ein kleines Tier, das auf Bäumen lebt und an einen Affen erinnert, aber doch wieder wie eine Raubkatze aussieht. Am 31. Jänner 1952 trat es aus dem Dschungel des fiktiven Palumbiens in das Licht der Comic-Geschichte. Seinen langen Schwanz verwendet es zur Abwehr von Feinden, Blumenpflücken oder als Werkzeug.
Eine Liebesgeschichte
Anlässlich von Franquins Jubiläums-Jahr bringt der Carlsen-Verlag viele Comic-Alben heraus, die den großen Meister ehren. Gerade eben ist „Huba! Eine Marsupilami-Liebesgeschichte“ erschienen. Das wohl außergewöhnliche an der Geschichte: Es gibt keine einzige Zeile auf Deutsch. Franquin traute sich, seine Marsupilamis in einer Fantasie-Sprache plaudern zu lassen: Marsupilamisch eben. „Huba Huba Hopp“ sagt das Marsupilami. Und „Hubi“ sagt die Marsupilami. Aber eigentlich braucht es dafür gar keine Worte. Wie Franquin die Geschichte entwickelt, zeigt, welch großer Meister er war. Die Bildsprache ist so klar, dass man keine Verständnisprobleme hat. Romantisch und komisch zugleich. Und gleichzeitig auch ein radikaler Comic, denn Franquin lässt seine Marsupilamis ganz schön viel quatschen: „Hubi?“ fragt sie. Er reicht ihr eine Blume und quittiert es mit „Huba!“. Sie reckt die Nase in die Höhe: „Hubi!“ Am Ende lässt sie ihn mit „Hubihubi. Dudududu. Dadudadu“ dann doch etwas ratlos zurück. Die Original-Geschichte erschien 1957 als „Das Nest im Urwald“. Lustig ist, dass man die zwei Übersetzer anführt - sie hatten 1957 aber doch ein bisschen mehr Arbeit, denn rund um die Liebesgeschichte war auch ein Erklärtext. Das Französische „Houba“ war dabei die kleinste Sache. Das wurde zum wohlbekannten Huba!