Warum faszinieren uns mordende Scheusale wie Lady Macbeth und ihr willfähriger Ehemann? Warum kümmert uns das Psychogramm der Mächtigen, wenn es doch geboten wäre, deren Opfern eine Bühne und Stimme zu geben? Im vierten Akt lenkt Regisseur Krzysztof Warlikowski kurz den Blick hinaus aus der Sadomaso-Kammer der Macht, in die man davor drei Akte lang gezwungenermaßen hineinschauen musste. Mithilfe von Ausschnitten aus Pier Paolo Pasolinis Film „Das Matthäus-Evangelium“ und dem dort gezeigten Bethlehemitischen Kindermord, für den Warlikowski eine beeindruckende Entsprechung auf der Bühne des Festspielhauses findet, werden die Folgen der Gewalt greifbar. So brillant szenisch vorbereitet, darf Macduff im Anschluss in seiner Arie den Wahnsinn der Tyrannei beklagen.
Sie wollen weiterlesen?
Dieser Inhalt ist exklusiv für Digitalabonnent:innen der Kleinen Zeitung.
Leider lassen Ihre derzeitigen Cookie-Einstellungen den Login und damit eine Überprüfung Ihres Abo-Status nicht zu. Eine Darstellung des Inhalts ist dadurch nicht möglich.
Wir verwenden für die Benutzerverwaltung Services unseres Dienstleisters Piano Software Inc. ("Piano"). Dabei kommen Technologien wie Cookies zum Einsatz, die für die Einrichtung, Nutzung und Verwaltung Ihres Benutzerkontos unbedingt notwendig sind. Mit Klick auf "Angemeldet bleiben" aktivieren Sie zu diesem Zweck die Verwendung von Piano und es werden über Ihren Browser Informationen (darunter auch personenbezogene Daten) verarbeitet.
Die Datenschutzinformation von Kleine Zeitung können Sie hier einsehen.
Salzburger Festspiele
„Die letzten Tage der Menschheit“: Verblendung, Verrohung und Verdummung
von Karin Waldner-Petutschnig
Salzburger Festspiele
„Jedermann“: Knittelverse im Glitzerkleid und Hochmair als Popstar
von Karin Waldner-Petutschnig