Bisher waren die Salzburger Festspiele szenisch vom Glück verfolgt, bei der auch live im Fernsehen übertragenen Premiere von Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“ war das Ergebnis dagegen streckenweise nicht unproblematisch. Der kraftvolle Theaterstil von Regisseur Ulrich Rasche lässt sich nicht verlustfrei auf ein Belcanto-Stück mit seinem feinen, hochkonzentrierten Gesang übertragen. Rasche ist bekannt für seine riesigen Bühnen-Apparaturen, in welche die handelnden Personen sozusagen eingespannt werden. Ständig in Bewegung, sind seine Figuren , vom Schicksal, von ihrem sozialen Umfeld, von der Gesellschaft und ihren Vorstellungen, von sich selbst. Unaufhaltsam wird da marschiert und das Psychologische und Individuelle in der Maschinenmühle fein zerrieben.