Zu zahlreichen Einsätzen kam es in ganz Österreich zu Silvester. In der Steiermark gab es Böschungs- und Heckenbrände. In der Grazer Innenstadt kam es erneut zu einem Brand in einer Bar. 13 Menschen wurden dabei verletzt. Auch in Kärnten waren die Einsatzkräfte gefordert: Es gab zahlreiche Feuerwehreinsätze, ein Jugendlicher verletzte sich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern am Auge. Doch auch in anderen Teilen Österreichs wurden zahlreiche Zwischenfälle verzeichnet.
Bilder aus der Steiermark
Knapp 400 Einsätze und viele Verletzte in Wien
Im 11. Bezirk in Wien wurde ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten durch eine Feuerwerksrakete getroffen und dabei leicht verletzt. Insgesamt waren 389 Einsätze zu bewältigen. Darunter fielen zahlreiche Klein- und Flurbrände im Freien, Balkonbrände, brennende Müllbehälter, Zimmerbrände, Alarme automatischer Brandmeldeanlagen und dieses Jahr durch den starken Wind auch Sturmschäden.
Durch die Explosionen von Böllern und Raketen sind in der Silvesternacht in Wien mehrere Personen verletzt worden. Der folgenschwerste Unfall ereignete sich im Bezirk Favoriten: Ein 14-Jähriger verlor dort fünf Minuten vor dem neuen Jahr durch eine Böller-Explosion eine Hand. Sanitäter stoppten noch am Unglücksort die Blutung. Die Berufsrettung versorgte in den vergangenen Stunden zahlreiche Verletzte durch Pyrotechnik, hieß es in einer Aussendung vom Donnerstag.
Zum ersten schweren Unfall kam es gegen 17.45 Uhr im Bereich des Roten Berges in Hietzing. Ein 13-Jähriger kam aufgebracht einem Team der Berufsrettung entgegen und zeigte schwere Verletzungen im Bereich der Hand. Beim Hantieren mit einem Böller dürfte dieser explodiert sein, zwei Finger wurden dadurch teilamputiert.
Ein Tourist durch einen Knallkörper schwer verletzt. Der 22-Jährige dürfte kurz vor 23.00 Uhr laut eigenen Angaben durch einen solchen getroffen worden sein. Er erlitt schwere Verletzungen an einem Auge, Verbrennungen im Gesicht sowie Schnittverletzungen. Weiters klagte der 22-Jährige über Hörprobleme. Ein anderer 22-Jähriger verschluckte laut eigenen Angaben einen Teil eines davor gezündeten Böllers und klagte danach über Übelkeit und brennende Schmerzen im Hals. Auch er kam in ein Spital.
Niederösterreich: Erhebliche Schäden durch pyrotechnischen Gegenstand
Auch die niederösterreichischen Feuerwehren waren in der Silvesternacht gefordert. Zwischen 20.00 und 4.00 Uhr mussten sie zu 130 Einsätzen ausrücken, das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, teilte der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband am Donnerstag mit. Ein Großteil der Alarmierungen betraf Brände. Auch bei der Rettung wurden mehr Einsätze verzeichnet, acht Personen wurden durch Böller verletzt.
Bei einem Brand in einem Mehrparteienhaus in Ennsdorf betraf insgesamt vier Wohnungen. Drei Personen wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Die Brandursache ist noch unbekannt. Gegen 1.00 Uhr früh brannte es zudem in Schwechat in der Garage eines Mehrparteienhauses. Verletzt wurde dabei niemand. Erheblichen Schaden richtete ein pyrotechnischer Gegenstand auch in Hollabrunn an. Im Innenhof einer Wohnanlage wurde durch die Explosion das Glas einer Eingangstür aus dem Rahmen gedrückt, Kellerfenster zersplitterten und ein Garagentor wurde beschädigt.
Burgenland: 13 Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz
Bei einem Flurbrand in Neusiedl am See, der vermutlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurde, haben zwei Männer in der Silvesternacht Rauchgasvergiftungen erlitten. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf umliegende Gebäude, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Donnerstag. Im Südburgenland verletzte sich ein 50-Jähriger bei der Explosion einer Böller-Batterie im Gesicht.
In Neusiedl am See brannte auf einer Wiese eine Fläche von rund einem Hektar. Die zwei Männer wurden durch die Rauchgase verletzt und mussten in die Krankenhäuser Kittsee bzw. Eisenstadt gebracht werden. Verletzte gab es auch im Südburgenland: In Königsdorf (Bezirk Jennersdorf) explodierte kurz nach Mitternacht eine Böller-Batterie der Klasse 4 vor dem Gesicht des 50-Jährigen. Er wurde ins Krankenhaus Graz eingeliefert.
Burgenlandweit wurden insgesamt 13 Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz erstattet und drei Gegenstände mit einem Gesamtgewicht von 7,6 Kilogramm beschlagnahmt.
Verletzte wegen Feuerwerkskörpern in Oberösterreich
Zehn Menschen sind in Oberösterreich in der Silvesternacht von Feuerwerkskörpern verletzt worden. Sie hatten Verbrennungen an Armen und Beinen sowie Augenverletzungen. In Linz traf eine Rakete eine Person im Gesicht, eine weitere erlitt eine Augenverletzung durch ein sogenanntes „Römerlicht“, berichtete das Rote Kreuz in seiner Bilanz. Ein Patient in Oberndorf (Bezirk Vöcklabruck) erlitt schwere Verbrennungen am Unterschenkel.
In Steyr traf ein Böller ins Auge einer Person und in St. Wolfgang verletzte ein herabfallender Feuerwerkskörper jemand im Gesicht. Mehr als 300 Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter in 149 Rettungsautos sowie je 18 Notfallsanitäter und Notärzte in 18 Notarzteinsatzfahrzeugen leisteten Erste Hilfe und brachten die Patienten in die umliegenden Krankenhäuser.
In Hargelsberg (Bezirk Linz-Land) verletzte eine Rakete einen 28-Jährigen in seinem Garten. Abgefeuert hatte den Feuerwerkskörper ein 30-Jähriger, der dafür einen entsprechenden Pyrotechnikausweis besitzt, auf einem Feld, berichtete die Polizei. Die Rakete war - trotz Sicherung durch Eisenstangen - nach dem Zünden umgefallen, durch den Eisenzaun in den Garten des 28-Jährigen geflogen und unmittelbar vor dessen Beinen detoniert. Der Mann, der mit seiner Familie draußen war, wurde verletzt und ins Krankenhaus gebracht.
Auch Vorfälle mit Schreckschusswaffen haben die Polizei Mittwochabend in Oberösterreich auf Trab gehalten. In Wels, Linz und Braunau hantierten insgesamt sieben Personen mit täuschend echt aussehenden Waffen. Alle werden angezeigt und gegen sie wurde ein Waffenverbot ausgesprochen. In Wels kontrollierten Beamte um 20.20 Uhr fünf Jugendliche wegen Pyrotechnik, als plötzlich ein Mann von einem Balkon mehrmals auf das gegenüberliegende Gebäude schoss, so die Polizei am Donnerstag.
Teenager verlor Finger durch Feuerwerkskörper in Tirol
Ein 14-jähriger Ungar hat zu Silvester um 00.15 Uhr in Erl (Bezirk Kufstein) einen Feuerwerkskörper gezündet. Bei der Explosion wurde ihm der kleine Finger der rechten Hand abgerissen. Der Teenager wurde mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht, der genaue Unfallhergang wird noch ermittelt. Ein 38-jähriger Österreicher wurde von einer Rakete schwer im Gesicht verletzt, als er in Längenfeld (Bezirk Imst) um Mitternacht eine Feuerwerksrohrbatterie zündete.
Insgesamt verzeichnete die Leitstelle Tirol 516 Einsätze zum Jahreswechsel, von Mittwoch 18.00 Uhr bis Donnerstag 5.00 Uhr, im Vorjahr waren es lediglich 369. 170-mal wurde die Feuerwehr gefordert, elf Einsätze gab es für die Bergrettung, der Rettungsdienst - inklusive Krankentransporte - war 298-mal unterwegs. Zusätzlich war 37-mal eine Gesundheitsberatung gefragt. „Die Silvesternacht war geprägt von Brandeinsätzen, Alkoholintoxikationen, Verletzungen durch Feuerwerkskörper oder Raufhandel sowie einem Sucheinsatz“, hieß es.