Manche kennen es: Man sitzt nach einem langen Tag abends zuhause und merkt, dass man vergessen hat, beim Gemeindeamt zu den angegeben Zeiten anzurufen. Und das wegen einer wichtigen Frage. Es wäre jedoch gut, wenn diese sofort beantwortet wird, denn wann wird noch schnell der Gelbe Sack abgeholt und wann sind die Termine für den Sperrmüll? Natürlich ist das Amt zu dieser Zeit nicht besetzt – dafür soll nun die Gemeinde-Assistenz mittels künstlicher Intelligenz (KI) Aushilfe verschaffen. In nur wenigen Sekunden soll diese die wichtigsten Fragen beantworten und das in über 100 Sprachen.
Vier Gemeinden im Bezirk
Im Bezirk Völkermarkt benutzen diese Assistenz mittlerweile vier Gemeinden: Ruden, Gallizien, Feistritz ob Bleiburg/Bistrica pri Pliberku und Völkermarkt. Verantwortlich dafür zeichnet die Klagenfurter Firma „Webwerk Online-Solutions GmbH“ mit den Geschäftsführern Christian Müller und Günther Steinwender, die mit ihrer Firma die Website von über 60 Städten und Gemeinden in ganz Kärnten betreuen.
Erstmals wurde das KI-Projekt 2024 in Klagenfurt umgesetzt, im Jahr 2025 dann in verschiedenen Gemeinden. „Die KI-Assistenz ist ein wesentlicher Faktor für die Digitalisierung der Städte und Gemeinden. Sie durchsucht den gesamten Inhalt der Gemeinde-Website und im Gegensatz zu Plattformen wie ‚ChatGPT‘ kann man sich zu 100 Prozent auf die Antworten verlassen, da keine weiteren externen Seiten abgesucht werden“, informiert Müller.
Der Geschäftsführer sieht sowohl für die Bürgerinnen und Bürger, als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etliche Vorteile. „Der Bürger erspart sich mühevolle Kleinstarbeit, etliche Wege und bekommt wichtige Fragen rund um die Uhr beantwortet. Gerade im Bürgerservice können so auch immer wiederkehrende Fragen schnell beantwortet werden. In Klagenfurt werden beispielsweise rund 2500 Fragen in einem Monat beantwortet. Das sind zirka 100 Anrufe weniger, was eine Entlastung für die Mitarbeiter ist“, betont Müller.
Diese Vorteile sieht auch Robert Drobesch, Sachbearbeiter der Gemeinde Gallizien, die seit einem Monat die KI-Assistenz auf ihrer Website verwendet. „Die KI ist in aller Munde und unumgänglich. Fortschritt kann man nicht aufhalten und wir merken dadurch auch eine Entlastung. Wir erhalten weniger Anrufe, zusätzlich hat der Bürger auch die Möglichkeit 24 Stunden eine durchaus qualifizierte Auskunft zu erhalten“, sagt Drobesch. Aktuell erhält die Gemeinde rund zehn Anfragen am Tag. „Nach einem Monat kann man jedoch noch keine genauen Aufzeichnungen nennen. Wir sind durchaus positiv gestimmt“, fasst der Sachbearbeiter zusammen.
Auf der Gemeinde-Website in Ruden wird das KI-Programm seit Herbst des Vorjahres angeboten. „Für uns ist es eine entsprechende Weiterentwicklung, die man nutzen sollte. Wir haben uns auch dafür entschieden, da wir auch von anderen Gemeinden nur Positives gehört haben“, sagt Amtsleiterin Alexandra Lipovsek. Auch wenn es in Ruden aktuell noch keine Statistik gibt, zeigt sich die Amtsleiterin zufrieden: „Wir haben noch keine negativen Rückmeldungen erhalten. Für uns ist es eine weitere Art von Bürgerservice und das 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Hinzu kommt, dass so viele Inhalte auf unserer Website leichter und schneller gefunden werden.“
Seit Anfang Februar dieses Jahres ist die Gemeinde-Assistenz auch auf der Website der Gemeinde Feistritz ob Bleiburg zu finden. „Wir wollen die Digitalisierung vorantreiben. Vor allem, wenn es um Fragen rund um unser Gemeindewesen geht. Die Bürger tun sich so viel leichter, etwas zu finden“, sagt Amtsleiterin Annemarie Ischep, die bei diesem Projekt von Sachbearbeiterin Yvonne Perdacher unterstützt wird. Aktuell werden in Feistritz ob Bleiburg vor allem Fragen zum Bürgermeister, der ID Austria, Förderungen oder generell Fragen rund um das Thema Gesundheit gestellt – also quer durch die Bank. „Im Moment sind wir noch beim Probieren und Herausfinden, wie das Tool perfekt genutzt wird. Aber wir merken, dass viele Bürger es austesten. Der Start war also gut“, ergänzt Perdacher.
Positiver Blick in die Zukunft
Christian Müller stellt aktuell die KI-Gemeinde-Assistenz in allen Gemeinden vor. „Wir gehen davon aus, dass in Zukunft weitere Gemeinde dazukommen werden. Und das in ganz Kärnten. Denn wie man sieht, lohnt es sich auf alle Fälle. In gewissen Bezirken sind es aktuell mehr Gemeinden als in anderen, was sich mit der Zeit aber noch ändern kann.“