Der geplante Umbau des historischen Stadthauses „Zum Goldenen Löwen“ in der Villacher Innenstadt sorgt in den sozialen Netzwerken für zahlreiche Reaktionen.

Während einige Nutzerinnen und Nutzer den Verlust eines alten Gebäudes bedauern, sehen andere im Projekt eine notwendige Entwicklung für die Innenstadt.

Nostalgie und persönliche Erinnerungen

Viele Kommentare sind von Nostalgie geprägt. Mehrere verbinden persönliche Erinnerungen mit dem ehemaligen Gasthaus und äußern Bedauern über den bevorstehenden Abriss großer Teile des Gebäudes. „Schade, wieder ein altes Stück Villach weg“, schreibt ein Nutzer. Eine andere Kommentatorin erinnert sich: „Habe dort gelernt und meine erste Liebe kennengelernt – schade um dieses Gebäude.“

Auch die Sorge um das Stadtbild wird mehrfach geäußert. „Villach verliert immer mehr an Charakter und Wiedererkennbarkeit, selbst in der Innenstadt“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer fürchtet, dass anstelle des alten Hauses ein „Beton- oder Glas-Klotz“ entstehen könnte. Manche gehen noch weiter und sehen darin eine generelle Entwicklung der Stadt: „Gute Nacht, armes Villach.“

Debatte um Denkmalschutz

Ein wiederkehrendes Thema in der Diskussion ist der Denkmalschutz. Einige Kommentatoren fragen, warum das Gebäude nicht geschützt ist. „Wenn historisch, warum steht’s dann nicht unter Denkmalschutz?“, lautet eine der häufigen Fragen.

Tatsächlich entscheidet in Österreich das Bundesdenkmalamt darüber, ob ein Objekt unter Schutz gestellt wird. Ein Gebäude gilt nur dann als Denkmal, wenn seine Erhaltung aufgrund einer besonderen historischen, künstlerischen oder kulturellen Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt. Nur ein kleiner Teil der Gebäude erfüllt diese Kriterien, österreichweit stehen rund 39.000 Objekte unter Denkmalschutz, das entspricht etwa 1,8 Prozent des gesamten Gebäudebestands.

Nicht alle sehen den Abriss kritisch

Neben kritischen Stimmen finden sich unter den Kommentaren aber auch Unterstützer des Projekts. Sie verweisen darauf, dass eine Sanierung historischer Gebäude oft mit hohen Kosten verbunden ist. „Alle, die sich so aufregen, sollen doch selbst das Geld in die Hand nehmen und renovieren“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer meint: „Man kann leider heutzutage nicht mehr alles sanieren, was sich die Bevölkerung wünscht.“

Auch der Leerstand des Gebäudes wird angesprochen: „Das war absehbar, wenn niemand übernimmt. Leerstehend ist auch umsonst.“

Die Diskussion zeigt: Das Thema berührt viele Menschen – zwischen emotionalen Erinnerungen an ein Stück Stadtgeschichte und der Frage, wie sich eine Innenstadt weiterentwickeln soll.