Die Obere Apotheke in Villach bereitet sich gezielt auf eine geordnete Betriebsübergabe vor. Eigentümer und Apotheker Klaus Schirmer, der den Betrieb seit rund 20 Jahren führt, steht gemeinsam mit seiner Frau kurz vor dem Pensionsantritt. Schon seit 2024 wird der Prozess durch die kostenfreie „Demografieberatung Digi+“ begleitet, die den Betrieb organisatorisch und zwischenmenschlich auf den Eigentümerwechsel vorbereitet.

Externe Begleitung als Glücksfall

In der Apotheke arbeiten rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die frühzeitig in die Veränderungen eingebunden werden sollen. Ziel sei es, Stabilität und Zusammenhalt im Team zu sichern, sagt Schirmer. Im Rahmen der Beratung wurden klare Führungs- und Verantwortungsstrukturen geschaffen, Arbeitsabläufe neu geordnet und eine interne Kommunikationsplattform eingerichtet, um Transparenz zu gewährleisten. Besonders hilfreich sei gewesen, dass externe Begleitung interne Themen sachlich und ohne emotionale Zuspitzung sichtbar gemacht habe.

Aufmerksam wurde Schirmer auf die Möglichkeit der Begleitung durch Zufall. „Ich habe die Demografieberaterin Susanne Hofer nach einem Vortrag im Casineum Velden wiedergetroffen und nach ein paar Gesprächen fand ich den Ansatz sehr interessant“, erklärt Schirmer. „Es wurde viel Mühe betrieben, sich wirklich in unsere Situation hineinzudenken“, erklärt er.

Klaus Schirmer ist Geschäftsführer der Apotheke am Oberen Hauptplatz in Villach
Klaus Schirmer betreibt seit 20 Jahren die Obere Apotheke in Villach und wird im nächsten Jahr seinen Nachfolger in das aktuelle Geschäft einbinden © KK/Wolfgang Lehner

Nachfolger steht bereits fest

Auch die Unternehmenskultur wurde weiterentwickelt. In mehreren Workshops, darunter ein Jahresziel-Workshop, wurde das rund 20 Jahre alte Leitbild überarbeitet und modernisiert. Der künftige Nachfolger stehe bereits fest, so Schirmer. Im kommenden Jahr soll er schrittweise stärker in den Betrieb eingebunden und den Kundinnen und Kunden vorgestellt werden.

Die Demografieberatung Digi+ wird aus Mitteln der Europäischen Union sowie des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz finanziert. Das Angebot ist für Betriebe kostenfrei und läuft österreichweit – mit Ausnahme des Burgenlands – bis Anfang 2028.