Seit Wochen wartet man in Kärnten vergebens auf ausgiebigen Niederschlag. In ganz Kärnten könnte es der trockenste Frühling seit Beginn der Messungen sein, vor allem der Bezirk St. Veit ist stark betroffen. Das kann natürlich auch zu Trinkwasserproblemen führen.

So eines hatte die Ortschaft Launsdorf in der Gemeinde St. Georgen am Längsee. Am Wochenende gab es angeblich Haushalte, die ein paar Stunden ohne Wasser oder mit einem stark eingeschränktem Druck auskommen mussten.

„Nach aktuellem Stand gibt es Hinweise auf größere Wasserentnahmen aus dem öffentlichen Netz. Diese müssen nun lückenlos und ohne Verzögerung aufgeklärt werden. Im Raum steht auch eine Nutzung von Trinkwasser im Zusammenhang mit einer Veranstaltung. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre das in der aktuellen Situation nicht vertretbar“, betont der Vizebürgermeister von St. Georgen am Längsee Thomas Leitner (SPÖ). Mit Großveranstaltung war das Internationale MX-Enduro – eine Motorsportveranstaltung – in Mairist gemeint. Der Vorwurf lautet, dass angeblich für das Bewässern der Strecke das Trinkwasser aus dem Wassernetz entnommen wurde.

Bürgermeister weist Vorwürfe zurück

Diesen Vorwurf weist aber der Bürgermeister der Gemeinde, Wolfgang Grilz (FPÖ), der auch als Mitveranstalter gilt, vehement zurück. „Ja, wir haben beim Aufbau im Vorhinein Wasser für die Strecke gebraucht. Dieses haben wir aber aus der Gurk entnommen und nicht aus dem Wasserbehälter der Gemeinde. Die Wasserknappheit am Wochenende kam davon, dass viele private Haushalte ihre Pools befüllt haben“, betont der Bürgermeister. Mittlerweile wurden die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, ihre Poolbefüllungen bei der Gemeinde anzumelden. „In diesen paar Stunden hat sich bei uns niemand beschwert. Hätten wir eine Woche kein Wasser, hätten wir ein massives Problem“, fügt der Bürgermeister an.

Der Vizebürgermeister mahnt und möchte, dass die unterbrochene Wasserversorgung aufgeklärt wird: „Wenn Haushalte ohne Wasser dastehen, während gleichzeitig große Mengen aus dem Netz entnommen werden, ist das nicht hinnehmbar. Die Versorgung der Bevölkerung steht an erster Stelle – ohne Ausnahme. Die Bevölkerung hat ein Recht auf klare Antworten – und zwar jetzt. Es braucht vollständige Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen. Wer Verantwortung trägt, muss dazu stehen und die Konsequenzen tragen“, betont Leitner.

Die ÖVP fordert diesbezüglich nun einen Kontrollausschuss. „Wir sind geschockt über die Vorgehensweise des Bürgermeisters und werden der Sache auf den Grund gehen“, sagt Ewald Göschl, Obmann der ÖVP St. Georgen am Längsee.