Kärnten hat 132 Gemeinden, 53 Amtsleiterinnen führen mittlerweile die Ämter in diesen Gemeinden an. Das ist ein Frauenanteil von 40 Prozent. 2015 waren es noch 32 Amtsleiterinnen und eine Quote von 24 Prozent, 2022 gab es 48 Gemeindechefinnen, die Quote lag somit bei 36 Prozent. Die Zahl steigt also. Die höchsten Frauenquoten haben die Bezirke Völkermarkt, Villach-Land und Feldkirchen. Hier wird beinahe jedes zweite Gemeindeamt von einer Frau geführt. Peter Heymich, Landesgeschäftsführer des Kärntner Gemeindebundes, erklärt den deutlichen Anstieg der Frauenquote seit dem Jahr 2015 unter anderem durch eine Pensionierungswelle: „Mit ein Grund für den bisher niedrigen Frauenanteil war, dass die davor tätigen Männer 30 bis 40 Jahre in der Funktion tätig waren, also zwischen 1975 und 1985 ins Amt kamen – in einer Zeit, in der Frauen in Führungspositionen Seltenheitswert hatten. Mittlerweile gebe es viele Bewerbungen von Frauen für Führungspositionen im öffentlichen Dienst, „die aufgrund ihrer Qualifikationen im Auswahlverfahren männliche Bewerber übertreffen“, sagt Heymich.

Mittelkärntner Amtsleiterinnen stellen sich vor

Im Bezirk Feldkirchen sind Silvia Schwarz (Feldkirchen), Brigitte Böhme (Gnesau), Manuela Raspotnig (Ossiach), Petra Komar (Reichenau), und Petra Morak (St. Urban) als Amtsleiterinnen tätig. Im Bezirks St. Veit leiten Bettina Waidhofer (Friesach), Birgit Kuhn-Veratschnig (St. Veit), Petra Plösch (Brückl), Ilse Mostegel (Guttaring), Elisabeth Zöhrer (Klein St. Paul, Karenz), Gerhild Taferner (Metnitz), Walburga Fleischhacker (Frauenstein) und Tanja Bleikolb (Mölbling, Karenz) ihre jeweiligen Ämter. Brückls Amtsleiterin Petra Plösch begründet das weibliche Interesse am Amtsleiterposten auch mit der fairen Bezahlung. „Im öffentlichen Dienst gibt es nur eine Tabelle bei der Lohnverrechnung. Da macht man keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Ich kriege für meine Arbeit gleich viel gezahlt wie meine männlichen Kollegen“, sagt sie. Das Engagement der Amtsleiterinnen ist groß: „Ich nehme meine Aufgabe als Amtsleiterin sehr ernst, weil ich aktiv dazu beitragen möchte, unsere Verwaltung bürgernah und zukunftsorientiert zu gestalten“, sagt Brigitte Böhme, seit 2018 Amtsleiterin in Gnesau, seit 2002 für die Gemeinde tätig. Gerhild Taferner (42), seit neun Jahren Amtsleiterin in Metniz: „Ich bin sehr gerne Amtsleiterin, weil es ein sehr vielfältiges und breitgefächertes Arbeitsgebiet umfasst.“