Sie war als krönender Abschluss der Alpinausbildung von 13 Soldaten und Grundwehrdienern der Schwarzenbergkaserne (Wals-Siezenheim) gedacht: eine Skihochtour auf den Großvenediger (3657 Meter). Doch es kam anders, einer der Rekruten (20) erlitt Erfrierungen an sechs Fingern, die ihn noch Monate beeinträchtigten, inzwischen verheilt sind. Ein weiterer stürzte in eine Gletscherspalte, konnte von den Kammeraden per Seil gehalten und leicht verletzt geborgen werden. Als Folge der Ereignisse musste sich am Montag ein Berufssoldat (47), der als Heeresbergführer die Tour leitete, vor dem Bezirksgericht Lienz verantworten, nachdem zuvor eine Diversion scheiterte. Von der Bezirksanwältin wird ihm vorgeworfen, „die notwendige Sorgfalt außer Acht gelassen“ und fahrlässige Körperverletzung begangen zu haben.
Bezirksgericht Lienz
Prozess gegen Heeresbergführer: „Lernen durch Schmerzen“
Eine Ausbildungstour auf den Großvenediger endete für zwei Rekruten im März mit teils schweren Verletzungen. Der Berufssoldat, der die Tour leitete, steht nun vor dem Bezirksgericht.
© André Schmidt