8000 Fichten, 7000 Lärchen und 600 Tannen haben Dutzende Freiwillige im Waldgebiet der Agrargemeinschaft Patriasdorf kürzlich neu gepflanzt, und das in nur fünf Tagen. Veranschlagt waren für die anstrengende Arbeit zwei Wochen. Im Winter wandte sich der Ausschuss in einem Schreiben mit der Bitte um Mithilfe an die Mitglieder. Die Rückmeldungen haben Martin Mattersberger, den Obmann der Agrargemeinschaft, positiv überrascht: „Landjugend, Pensionisten und Bäuerinnen sind mit uns ausgerückt. An einem Tag waren wir 23 Leute. Einige haben sich sogar extra Urlaub genommen.“ Die Agrargemeinschaft Patriasdorf besteht aus 26 Mitgliedern und besitzt am Hochstein rund 90 Hektar Wald.
Die Agrargemeinschaft investierte 25.000 Euro in neue Jungbäume
Ein Teil der 15.600 Setzlinge stammte aus dem Forstgarten des Landes Tirol in Nikolsdorf, der Großteil jedoch von einem Händler in Greifenburg, bei dem die Bauern schon lange Kunden sind. Auf Laubbäume hat die Agrargemeinschaft verzichtet, „weil diese oberhalb von 1600 Metern Seehöhe in der Natur kaum vorkommen“, begründet Mattersberger die Auswahl der Baumsorten. „Bei einem frühen Wintereinbruch bestünde bei Laubbäumen immer die Gefahr von Schneebruch.“
Die Waldbesitzer mussten im Vorjahr wegen massiven Borkenkäferbefalls große Flächen unterhalb der Hochsteinhütte kahlschlagen. Üblicherweise bringt die Agrargemeinschaft pro Jahr 1500 neue Jungpflanzen aus, heuer war die Anzahl also zehnmal so groß.
Die Materialkosten beziffert der Obmann mit 25.000 Euro. Enthalten sind darin auch 5000 Stangen aus Fiberglas, damit die Bauern die Setzlinge leichter wiederfinden, weil um die Jungpflanzen herum in den nächsten Jahren ausgemäht werden muss. Die Agrargemeinschaft hat den Betrag vorgestreckt und hofft auf teilweise Unterstützung in Form von Förderung.
Auch der Bike-Verein Ride Free Osttirol hat am Hochstein aufgeforstet
Vor einem Jahr hat der Verein Ride Free Osttirol, der den Bikepark am Hochstein angelegt hat und betreibt, auf eigene Kosten 4700 Jungbäume gesetzt. Die Hobbysportler organisierten die Wiederaufforstung auf dem Lienzer Hausberg unter der fachkundigen Aufsicht von Martin König, dem Abteilungsleiter des Forst- und Gartenamtes Lienz. Vereinsgründer und Obmann René Unterwurzacher erläuterte die Motivation: „Mit der Aufforstung bedanken wir uns auch bei den Grundbesitzern, die uns ihren Wald für unseren Sport zur Verfügung stellen. Aufforsten ist schwere Arbeit, aber alle helfen gern mit.“