„Wir haben in Tirol bereits ein sehr hohes Schutzniveau. Doch dieser Schutz ist keine Selbstverständlichkeit und bedarf laufender Investitionen“, erklärte Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (ÖVP) bei einer Pressekonferenz des Landes die hohe Summe und betonte: „Unser oberstes Ziel ist es, die Menschen in Tirol zu schützen. Jeder, der in einem gefährdeten Gebiet lebt, weiß, wie schnell Naturgefahren zur Bedrohung werden können. Lawinenabgänge, Hochwasser und Muren treffen uns oft ohne Vorwarnung und mit enormer Wucht. Diese Gefahren waren schon immer Teil unseres Alltags, doch der Klimawandel verschärft diese Bedrohungen zusätzlich.“

Schutz vor Gewässern im Fokus

Osttirol wird dabei wie im Vorjahr mit der mit Abstand höchsten Summe bedacht, 26,8 Millionen Euro investiert das Land in den Bezirk – über ein Viertel der Gesamtsumme und noch einmal knapp über eine Million mehr als 2024. Es folgen die Bezirke Schwaz (19,4 Millionen Euro) und Innsbruck-Land (14,4 Millionen Euro). Die für Osttirol aufgewendete Summe teilt sich auf in den Schutz vor Tal- und Hauptgewässern (10,5 Millionen) die Schutzwalderhaltung (6,1 Millionen), den Lawinenschutz (5,2 Millionen), den Schutz vor Wildbächen (4,3 Millionen) sowie den Erosions- und Steinschlagschutz (0,8 Millionen).

Präsentierten die Maßnahmen: Markus Federspiel (Vorstand Abteilung Wasserwirtschaft), Landesforstdirektor Josef Fuchs, Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler und Gebhard Walter, Leiter Sektion Tirol der WLV
Präsentierten die Maßnahmen: Markus Federspiel (Vorstand Abteilung Wasserwirtschaft), Landesforstdirektor Josef Fuchs, Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler und Gebhard Walter, Leiter Sektion Tirol der WLV © Land Tirol/Die Fotografen

In Sachen Gewässerschutz sind die teuersten Osttiroler Projekte mit einem Gesamtprojektvolumen von jeweils über 14 Millionen Euro der Hochwasserschutz an der Isel in Lienz sowie die Arbeiten am Villgratenbach in Heinfels (ebenfalls Hochwasserschutz), dazu kommt mit 550.000 Euro das Instandhaltungsprogramm der Isel. Neben Sofortmaßnahmen und neuen Projekten gewinnt die Sanierung von Schutzbauwerken laut der Experten generell an Bedeutung: „Allein im Wasserbau werden knapp 40 Prozent der jährlichen Mittel für die Erhaltung und Sanierung aufgewendet“, so Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, der das Isel-Projekt bei der Pressekonferenz als besonders wichtig hervorhob.

Geisler ergänzte: „Es sind gerade die präventiven Maßnahmen wie Schutzwälle, Rückhaltebecken oder Verbauungen, die das Schlimmste verhindern können. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Euro, der hier eingesetzt wird, ein Euro ist, der Leben schützt, Existenzen bewahrt und wirtschaftliche Schäden reduziert.“ Lienz-Bürgermeister Elisabeth Blanik unterstrich bei einer Ortsbegehung vor wenigen Wochen ebenfalls die Bedeutung: „Das ist eines der wichtigsten Projekte in der Stadt seit vielen, vielen Jahren – vor allem für unsere Sicherheit, wenn man bedenkt, wie hoch das Wasser hier schon stand.“

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf der Isel-Baustelle
Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf der Isel-Baustelle © André Schmidt

Hohe Projektkosten auch in Gaimberg und Anras

Bei der Wildwasser- und Lawinenverbauung liegen die höchsten Gesamtprojektkosten in Osttirol beim Grafenbach in Gaimberg (6,3 Millionen) sowie beim Kristeiner- und Vergeinbach (4,9 Millionen) in Anras. Hier sind ebenfalls Instandsetzungen von höchster Bedeutung, in Tirol schützen rund 45.000 Bauwerke den Lebensraum. „Davon sind über 1800 sogenannte Schlüsselbauwerke, die jährlich überwacht werden müssen“, so Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung. Die Überwachung erfolgt dabei in enger Abstimmung mit dem Forst: „Im Schnitt führen die Waldaufseherinnen und Waldaufseher im Jahr 2500 Wildbachbegehungen durch. Das entspricht einer Streckenlänge von rund 2500 Kilometern“, berichtete Landesforstdirektor Josef Fuchs.

Die einzelnen Kosten für die Schutzwalderhaltung sowie den Erosions- und Steinschlagschutz wurden im Bericht zum Naturgefahrenmanagement des Landes Tirol nicht genauer aufgeführt.