Einsparungen von 70 Prozent und mehr beim Stromverbrauch soll die Umstellung auf LED-Leuchtmittel in der Straßenbeleuchtung manchen Gemeinden bringen. „Das mag grundsätzlich möglich sein, hängt aber wesentlich davon ab, welche Leuchtmittel ersetzt werden“, führt Silvio Trojer aus, leitender Techniker und Lichtwellenleiter-Meister bei den Stadtwerken in Lienz. „Bei uns in der Stadt halte ich insgesamt eine Ersparnis von 30 Prozent für realistisch, beim Verbrauch, wohlgemerkt.“ Weil sich aber der Preis für Strom im Vergleich zum Stand vor einigen Jahren deutlich verteuert hat, schlägt sich der niedrigere Verbrauch bei den Rechnungsbeträgen derzeit nicht nieder. Der höhere Strompreis schluckt das erhoffte Einsparungspotenzial.

Es gibt rund 50 Zählpunkte für den Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung in der Stadt Lienz. An einem von ihnen haben die Stadtwerke nach der Umstellung auf LED-Leuchtmittel eine Reduktion von 33.000 auf 27.000 Kilowattstunden ablesen können. Das bedeutet eine Ersparnis von 18 Prozent, an diesem einen Zählpunkt und für den Zeitraum eines Jahres. Eine Leuchtdiode (LED) ist übrigens ein Halbleiter-Bauelement, das Licht ausstrahlt, wenn elektrischer Strom in Durchlassrichtung fließt. Die Stadt Lienz kooperiert schon seit Jahren eng mit der in Wien für die Straßenbeleuchtung zuständigen Magistratsabteilung MA 33, und bleibt dadurch am Stand der Technik.

LED-Beleuchtung ermöglicht sehr genaue Ausrichtung des Lichts

In Lienz sind auch deshalb keine Rekordwerte beim Verbrauch zu erwarten, weil bereits in der Vergangenheit relativ sparsame Leuchtmittel zum Einsatz gekommen sind. „Wenn ich eine 80 Watt Gasentladungslampe gegen eine 80 Watt LED tausche, oder gegen eine 60 Watt LED, habe ich nichts oder wenig gewonnen“, erläutert Trojer. Die Umstellung auf LED muss dennoch erfolgen. Schon allein deshalb, weil Ersatz für die herkömmlichen Lichtquellen einfach nicht mehr erhältlich ist.

„Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten bei der Umrüstung“, erklärt der Stadtwerke-Verantwortliche. „Entweder tausche ich die gesamte Laterne gegen eine neue aus, oder ich baue ein modernes Leuchtmittel in eine bestehende Leuchte ein.“ Ein unschlagbarer Vorteil der LED-Technologie ist die Tatsache, dass sich die Lichtrichtung bereits bei der Konstruktion der Leuchtmittel genau festlegen lässt. Durch optische Vorsatzlinsen ist es zusätzlich möglich, Bereiche wie Schutzwege sehr gezielt und hell auszuleuchten, während die unmittelbare Umgebung kaum angestrahlt wird. Das äußere Erscheinungsbild der Köpfe von Straßenlaternen kann also einheitlich sein, beim Innenleben dagegen können sie sich deutlich unterscheiden.

Das Stadtgebiet von Lienz wird bis Ende 2026 umgerüstet sein

„Ein sehr gutes Beispiel dafür, was lichttechnisch aktuell möglich ist, sieht man in Lienz in der Schloßgasse“, sagt Trojer. „Dieser lange Straßenzug verläuft relativ gerade und ist dank der LED-Technik über die gesamte Länge äußerst homogen ausgeleuchtet. Im Unterschied zu früher, als die Straßenlaternen nur punktuelle Lichtquellen waren und auch auf Hausfassaden und in Fenster strahlten, was ja häufig unerwünscht war.“

Der Großteil der Straßenbeleuchtung in der Stadt wird bis Ende nächsten Jahres auf LED umgerüstet sein. Den Anfang machte im Jahr 2022 der Süden im Bereich Pfarrsiedlung und Eichholz, es folgten im Jahr 2023 der Grafenanger und im Vorjahr der Bereich westlich der Grafendorferstraße und das Moarfeld. Heuer werden die Straßenzüge im Bereich Alleestraße umgestellt. Im nächsten Jahr erfolgt der vorerst letzte große Ausbauschritt in der Frieden- und Südtirolersiedlung.