Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik kündigte vor wenigen Tagen an, dass die Stadtgemeinde die Eintrittspreise im Dolomitenbad um 20 Prozent erhöhen müsse. Das würden die Förderrichtlinien des Landes verlangen, das mit einem 75-Millionen-Paket, aufgeteilt auf fünf Jahre, den Tiroler Gemeinden beim Erhalt ihrer öffentlichen Schwimmbäder unter die Arme greifen muss. Für das Zuwerfen des Rettungsrings müsste allerdings der Tageseintritt im jeweiligen Bad mindestens 15 Euro kosten, so las man in Lienz jedenfalls die Vorgaben. Die Kleine Zeitung berichtete.

Am vergangenen Wochenende rauchten noch die Köpfe in den Gemeinderatsfraktionen. Wie sollte man der Bevölkerung die unpopuläre Preiserhöhung möglichst schonend beibringen? Würde die Verteuerung auch die Saunabesucher treffen? Welche Möglichkeiten gäbe es, die Mehrkosten für die heimische Bevölkerung abzufedern?

Die Bürgermeisterin nahm den Punkt von der Tagesordnung

In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend präsentierte die Lienzer Bürgermeisterin dann zum Vergleich die Kosten für den Tageseintritt in anderen Bädern in Tirol: In Kitzbühel werden 21,50 Euro verlangt, in der Badewelt St. Johann 20,50 Euro, in Telfs 23 Euro, im Stubai 26 Euro und in der Drautalperle in Spittal 15,40 Euro. Dagegen sei der Tageseintritt in Lienz mit 12,50 Euro noch immer einigermaßen günstig. Weil aber die Gemeinderatsfraktionen am Montag weiteren Diskussionsbedarf zu den Preiserhöhungen angemeldet hatten, nahm die Bürgermeisterin diesen Punkt in der Sitzung am Dienstagabend von der Tagesordnung.

Die Stadtgemeinde dürfte die Förderrichtlinien falsch interpretiert haben

Am nächsten Tag dann die Überraschung: Das Land dementierte gegenüber dem ORF, dass es für die Bäderförderung einen Mindestbetrag von 15 Euro für den Tageseintritt vorschreiben würde. Auch der Sockelbetrag in der Höhe von 100.000 Euro sei schon ausbezahlt worden. „Zu den 100.000 Euro pro Hallenschwimmbad kommt ein zusätzlicher Förderbetrag hinzu, der sich aus den Grundversorgungsflächen und den gewährten kostenlosen Eintritten errechnet. Dieser kommt im Herbst 2025 zur Auszahlung“, kündigt das Land auf Anfrage an.

Der Mindesttarif von 15 Euro beziehe sich ausschließlich auf die Investitionsförderungen bei Neubauten beziehungsweise Sanierungen, teilt das Land mit. Damit dürfte klar sein, dass es sich bei der angekündigten Preiserhöhung für das Dolomitenbad um einen Sturm im Wasserglas handelte.