Nach elf Jahren an der Spitze der Gemeinde übergibt Bürgermeister Hans Windbichler am 3. März sein Amt an seinen Vizebürgermeister Bernhard Knotz. Dieser wird am 13. März angelobt. Mit dem freiwilligen Rückzug ein Jahr vor der Gemeinderatswahl soll ein geordneter Übergang ermöglicht werden. „Worauf soll ich warten? Ich habe einen kompetenten und anerkannten Nachfolger“, sagt Windbichler. Die gesetzliche Möglichkeit, den Wechsel vorzeitig zu vollziehen, gibt seinem Nachfolger Zeit zur Einarbeitung.

„Ich blicke auf elf erfolgreiche Jahre zurück“, unterstreicht Bürgermeister Windbichler, „trotz Naturkatastrophen deren Auswirkungen unser Budget heute noch belasten, konnten viele Projekte umgesetzt werden“. Die Bevölkerungszahlen würden wieder steigen, betont Windbichler. Dazu beigetragen haben unter anderem der kostenlose Kindergartenbus, der Ausbau des Kindergartens mit täglich bis zu 100 frisch zubereiteten Mahlzeiten auch für die Ganztagesbetreuung der Schüler, die Ansiedlung eines Spar-Marktes in St. Lorenzen sowie die Sicherung der ärztlichen Versorgung. „Das war nicht ich allein, hinter mir steht ein starkes Team“, stellt Windbichler klar.

„Ärmel hochkrempeln und anpacken“

Auch über die Gemeindegrenzen hinaus war er aktiv. Die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern der Regionen bis nach Osttirol bezeichnet er als sehr gut. Zum Ausdruck komme das auch in seiner Wahl zum Obmann der Leader-Region Hermagor. Kritischer fällt seine Bilanz im Hinblick auf die politische Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde aus. Mit der SPÖ habe man nur wenige Budgetvoranschläge gemeinsam getragen.

Knotz, Landwirt, Unternehmer und dreifacher Vater, kommt aus Birnbaum und möchte den eingeschlagenen familienfreundlichen und wirtschaftsorientierten Weg fortsetzen. „Jammern ist nicht mein Ding – Ärmel hochkrempeln und anpacken“, beschreibt er seine Haltung. Wichtig sei ihm auch ein respektvoller Umgang mit dem politischen Mitbewerber: „Meine Hand ist ausgestreckt. Wir alle tragen Verantwortung für das Tal.“

Kritiker und Befürworter

Skeptisch zeigt sich Vizebürgermeister Gerald Kubin (SPÖ). Der Wechsel sei lange absehbar gewesen, kurzfristig sei jedoch keine Kursänderung zu erwarten. Der designierte Nachfolger habe das bisherige, aus seiner Sicht polarisierende System stets mitgetragen.

Lob kommt hingegen von Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber. Er würdigt Windbichlers jahrelangen Einsatz und bezeichnet den frühzeitigen Übergang als starkes Zeichen für verantwortungsvolle Amtsführung.