Die Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest laufen auf Hochtouren, die Weihnachtskekse wurden schon gebacken, am Adventkranz leuchtet das zweite Lichtlein und der Großteil der Geschenke ist bereits besorgt. Rund um das Fest darf etwas nicht fehlen: der Christbaum – und das am besten noch aus der Region. Die Kärntner Christbaumbäuerinnen und -bauern bewirtschaften insgesamt 110 Hektar Wald, 20 aktive Mitglieder zählt die ARGE, zu finden auf weihnachtsbaum.at. Drei von ihnen verkaufen in Oberkärnten, dazu kommt die Familie Unterkofler. Der Preis liegt heuer üblicherweise zwischen 20 und 30 Euro pro Laufmeter, Übergrößen mit Zuschlag – überall weitgehend einheitlich. Was die heimischen Bäume auszeichnet, ist für alle Produzenten das Gleiche: kurze Wege, Frische und Regionalität.
Neuer Standort in Hermagor
Heimische Qualität wird bei allen Christbaumbauern nachgefragt. „Viele Leute kaufen bewusst einen Kärntner Christbaum, weil er regional ist und frisch geschlagen“, sagt Evelinde Bär, die seit mehr als 15 Jahren während der Adventzeit in Hermagor anzutreffen ist. Die Nordmann-Tanne sei mit Abstand die Nummer eins. Der Trend gehe zu Bäumen zwischen 1,80 und zwei Metern – erhältlich sind aber alle Größen „von bis“. „Wir haben auch zum Beispiel schon einen fünf Meter hohen Baum verkauft. Der gängigste Baum ist aber um die zwei Meter“, so Bär weiter.
Am 13. Dezember verkauft sie von 10 bis 14 Uhr bei der Konditorei Semmelrock in Hermagor – ein wichtiger Hinweis, da der Standort heuer aufgrund einer Baustelle verlegt wurde. Zusätzlich bietet sie Christbäume bei sich zu Hause in Fresach sowie beim KaufEin in Villach an. Was ihr wichtig ist: „Unsere Bäume sind frisch, haben kurze Transportwege und werden nicht schon im Oktober gefällt wie manch importierte Ware.“
Christbaumland in Döbriach
Die Familie Madritsch baut bereits in dritter Generation in Radenthein und Döbriach Christbäume an. Auch hier dominiert die Nordmann-Tanne klar. Verkauft wird täglich bis 24. Dezember im Christbaumland im Brandhoferweg in Döbriach (sonntags bis 12 Uhr) und beim Pagro in Spittal, Villacher Straße 53, gegenüber der OMV-Tankstelle – sonntags geschlossen. Beobachtet wird ein deutlicher Trend zum früheren Kauf: „Die Leute wollen die Weihnachtszeit bewusst früh einläuten und haben zu einem früheren Zeitpunkt beim Kauf auch mehr Auswahl“, sagt Christina Madritsch. Am Eröffnungswochenende sei der Andrang im Christbaumland besonders groß gewesen. Die Größen reichen „von einem Meter bis hin zu zehn oder sogar fünfzehn Metern“. Preislich variiert es je nach Ausführung – buschig, dicht, Premiumqualität, schwer oder schmal.
Ein besonderes Erlebnis bietet die Möglichkeit zum Selberschneiden – allerdings nur in begrenztem Kontingent, damit die Kulturen langfristig erhalten bleiben. „Wer selbst schneiden möchte, sollte gleich zu Beginn kommen“, rät Madritsch. Für Familien sei das Selberschneiden besonders beliebt. Außerdem kann man sich einen Baum reservieren und erst später abholen – praktisch für alle, die keinen Lagerplatz haben. Madritsch: „Der Baum wird dann mit einem Namen versehen und dann kann man ausmachen, wann man den Baum schneiden und abholen will.“
Ein besonderes Schnittverfahren
Seit Jahrzehnten widmet sich Andreas Irsa der Christbaumzucht. Seine Kulturen liegen rund um Schloss Dornbach, wo Spaziergänger die Bäume beim Wachsen beobachten können. Seit mehr als 30 Jahren setzt er auf streng biologische Methoden – ohne chemische Hilfsmittel, mit Schafen als natürliche „Rasenmäher“ und mit einem besonderen, aufwendigen Schnittplan. „Die Bäume bleiben bis Maria Lichtmess frisch, weil sie mondphasengerecht geschnitten werden – entweder drei Tage vor dem vorletzten Vollmond oder drei Tage vor dem letzten“, erklärt Irsa. Das garantiere die beste Wasserversorgung und eine außergewöhnlich lange Haltbarkeit.
Importierte Bäume würden oft im Oktober geschlagen und lange transportiert – entsprechend trockener seien sie. „Wir haben sehr faire Preise und sind günstiger als viele Großanbieter. Ein Christbaum soll kein Luxusprodukt werden. Er soll für alle Familien leistbar bleiben, denn ein Baum gehört zum Weihnachtsfest einfach dazu“, sagt er. Wer den Baum selbst fällen will, kann das ab Freitag, den 12. Dezember bis 23. Dezember direkt in Dornbach tun (sonntags geschlossen). Zusätzlich verkauft Irsa am Hauptplatz in Gmünd und beim ZeBRA-Zentrum in Spittal, bei letzteren auch sonntags.
5-Euro-Gutschein Kärntner Christbaum
Auch die Familie Unterkofler trägt seit Jahren zur Oberkärntner Christbaumlandschaft bei. Ralf, Rafael und Georg Unterkofler verkaufen ihre unbehandelten Nordmann-Tannen vor dem Eingang des Billa Plus Marktes in der Villacherstraße. Die Bäume gibt es mit langen oder kurzen Nadeln und in den Kategorien „Premium“, „Standard“ und „Diskont“. Bei der Aufzucht greifen die Unterkoflers auf jahrzehntelange Erfahrung zurück: Der Großvater Opa hat vor mehr als 60 Jahren begonnen, Georg Unterkofler war 17 Jahre in Spittal vor Ort, um die Bäume zu verkaufen, und Rafael Unterkofler stehe schon seit fünf Jahren am Verkaufsstand. Zusätzlich verkaufen sie in Villach und Wölfnitz.