Rund um die geplante Wasserstoffanlage herrscht viel Rätselraten und Unsicherheit. Im Rahmen unseres Physik-Masterseminars haben wir, Mert und Julian, daher Gemeinderat, Investoren und Fachstellen kontaktiert, Berechnungen angestellt und Fakten gesammelt – sachlich, unaufgeregt, transparent. Im Folgenden präsentieren wir thematisch aufgereiht unsere Resultate, um Sie als Leser vollumfänglich zu informieren.
Verkehr: Abtransport von 400 Kilogramm Wasserstoff entspricht maximal einem Lkw pro Werktag. Bürgernahes Verkehrskonzept für Katschberg Straße B99-Sanierung und Hochdruckrohrverlegung. Wasserdampf: Praktisch nicht vorhanden. Viele Industrie-Boiler würden deutlich mehr produzieren. Wasserstoffquelle: Reines Schichtwasser aus Hang, null Liter aus der Lieser. Flusslauf: Wird nicht verändert. Fixes Lager: 50 Behälter à 1,1 Kubikmeter bei 500 bar. Sicherheit: Behälter-, Bewegt-Teil-, Niederspannung-Sicherheit, Mehrfach-Überdruckventile, Gasdetektion 24/7, Fernalarm, TÜV, Seveso-III. Wasserstoff-Eigenschaften: Ungiftig, 14-mal leichter als Luft, zur Entzündung braucht er deutlich mehr Sauerstoff als Benzindampf. Extremfall: Selbst, wenn alle 50 Flaschen zeitgleich bersten würden, bliebe der Schadradius auf die Anlage beschränkt; eine einzige Tankstelle hätte im gleichen Szenario einen 4-mal so großen Schadradius – doch vor Tankstellen fürchtet sich niemand.
Stärkung von Region und Kultur
Kleinwasserkraftwerk Lieserhofen: Grüner Strom für Elektrolyse, nur Überschuss ins Landesnetz, RED-II-konform, Fischtreppe, Durchlässigkeit, automatisierte Wasserentnahme in Gmünd auf Höhe Lagerhaus, maximal ein Drittel Entnahme, Rückgabe vor Lieserhofen nach Turbinen, Erhalt der guten Wasserqualität gewährleistet. Nutzen: circa 35 qualifizierte Arbeitsplätze plus Zulieferer, Steuereinnahmen für Gmünd, Kaufkraft für Handel, Gastronomie und Künstlerstadt, Abwärme deckt das komplette Fernwärmenetz, Stromnetzstabilität, Heimkehr-Perspektive für Naturwissenschaftler.
Fazit: Keine Sonne verdunkelnde Dampfwolke, kein Lkw-Konvoi, kein Trockenlegen der Lieser, kein Stadt-Schadrisiko. Was bleibt, ist eine lokal verankerte High-Tech-Chance: sauberer Wasserstoff, Wärme für Gmünd, solide Jobs, moderne Forschung, Sicherheit & Stabilität fürs Stromnetz und die Stärkung von Region und Kultur.
Julian Brandstätter (25, rechts) und Mert Tuncel (24, links) studieren Physik im Master.
Die Meinung in diesem Gastkommentar muss sich nicht mit jener der Redaktion decken.