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VerkaufSo landet Lilihill am Klagenfurter Flughafen

Was der Unternehmer Franz Peter Orasch als Käufer am Flughafen Klagenfurt plant und was er an Zahlen und Flugplänen vorfindet.

Land Kärnten und Stadt Klagenfurt veräußern 74,9 Prozent am Flughafen Klagenfurt
Land Kärnten und Stadt Klagenfurt veräußern 74,9 Prozent am Flughafen Klagenfurt © KLZ/Markus Traussnig
 

Wenn Direktor Michael Kunz durch die Abfertigungshalle geht, fragt er täglich, „ob die Flugzeuge wohl pünktlich sind. Wir sind besser als andere. Aber wir haben nur fünf Flüge am Tag.“ Der Klagenfurter Flughafen – eine Leidensgeschichte. Während weltweit Passagierzahlen steigen, sanken am Airport am Wörthersee von 2013 bis 2016 die Flugbewegungen um 13 Prozent und die Zahl der Passagiere um 16 Prozent. Kunz, der im September des Vorjahres neuer Flughafenchef wurde, kann für 2017 Aufschwung melden. Die Passagierzahl stieg von rund 190.000 wieder auf 216.905. Klagenfurt liegt bei Regionalflughäfen aber weiter abgeschlagen, wie die Grafiken zeigen.

Dabei hat der Airport mit neu sanierter Piste, gefragten Landerechten und im Herzen einer Tourismusregion echtes Potenzial. Denn nicht einmal ein Prozent der Kärntner Urlaubsgäste kommt derzeit mit dem Flugzeug. Es könnten viel, viel mehr sein. Das bewies heuer im Winter ein neuer wöchentlicher Easyjet-Flug aus London mit 85 Prozent Buchungsauslastung bei insgesamt 18 Flügen. So gut, dass Easyjet einen zweiten Winterflug aus Bristol oder Manchester überlegt. Nur: Salzburg hatte im Winter 35 London-Flüge – pro Woche! Innsbruck hat noch viel mehr. Klar ist: Der Flughafen braucht einen Turbo, den soll die Privatisierung bringen – und der Käufer: Franz Peter Orasch.

Mit seiner glatten Landung als einziger verbliebener Interessent für den Kauf des Flughafens Klagenfurt hat der Unternehmer und Immobilienentwickler mit zustimmenden Beschlüssen der Kärntner Landesregierung und des Klagenfurter Gemeinderates praktisch auch schon die Gepäckausgabe hinter sich. Statt durch den Zoll, muss er noch durch die Prüfung der Bundeswettbewerbsbehörde. Spätestens im Herbst gehören Oraschs Lilihill Capital Group dann 74,9 Prozent am Flughafen, die Minderheitsanteile bleiben bei Land und Stadt.

Wie berichtet, fließen dafür rund 20 Millionen Euro. Zum Kaufpreis von acht Millionen kommen zwölf Millionen für Investitionen. Da geht es auch um Übernahme von Darlehen, die Land und Stadt 2016 für die Pistensanierung aufnahmen. Laut Ausschreibung dürfen Investitionen durch Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke finanziert werden. Trotz Verschwiegenheitsgebot für Landesregierung und Gemeinderat sind viele Pläne Oraschs schon durchgesickert: Airport-hotel, Parkhaus und Shopping sollen den Flughafen attraktiv machen. Über Spekulationen zu weitreichenden Plänen einer Verlegung der Kärntner Messen an den Flughafen hüllt sich Orasch öffentlich in Schweigen. Überlegungen dafür gab es seit Jahrzehnten.

Für Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz ist das „kein Thema“. „Für die nächsten Jahre“, schränkt sie ein. Für die jetzt schon rund zwei Dutzend Bauprojekte Oraschs im Stadtzentrum mit einem Investitionsvolumen von rund 350 Millionen Euro, vom QuelleHaus bis zum Hotel Moser Verdino, von der einstigen KTZ bis zum Salzamt, beteuert sie „Kooperation auf Augenhöhe. Da gibt es ein Hand in Hand, so wie auch mit anderen Immobilieninvestoren in der Stadt wie Alfred Ried oder Karl Dermuth.“

Von einer harten Landung am Flughafen kann man für Lilihill nicht reden. Zwar sind die Umsätze seit 2013 um 21 Prozent von 10,8 auf 8,75 Millionen Euro gesunken, die Aviation-Umsätze sogar von 8,5 auf 6,0 Millionen um fast 30 Prozent. Für 2016 weist die Bilanz 11,46 Millionen Euro Verlust aus gegenüber 763.949 Euro im Jahr 2015. Trotz Aufwandzuschuss von 1,25 Millionen von Land und Stadt. Man hat die Pistensanierungskosten von über zehn Millionen Euro mit den Gewinnrücklagen verrechnet, die noch 23,5 Millionen Euro betrugen. Damit sank in der Bilanz 2016 das Eigenkapital von 25,1 auf 13,6 Millionen Euro. Die Rücklagen sind noch hoch, es fehlt aber an Liquidität. Gut für einen Investor, der diese beibringt.

2017 bringt ein positives Ergebnis nur mit dem Erlös eines Grundstücksverkaufes. Von 10,6 Millionen Euro Schulden des Flughafens sind die größten Verbindlichkeiten nachrangige Darlehen des Landes von rund 4,75 Millionen und der Stadt von rund 1,19 Millionen Euro. Außerdem eine auf zehn Jahre gestundete Verbindlichkeit von 1,85 Millionen Euro, wo der Flughafen einst Grund vom Land kaufte. Die nachrangigen Darlehen, mit Flughafengrund belehnt, sind Teil des Finanzierungsprogrammes von 13,2 Millionen Euro, das Land und Stadt mit EU-Genehmigung für die Pistensanierung aufgestellt haben. Die Grundstücke und Bauten des Flughafens sind in der Bilanz 2016 mit 19,36 Millionen Euro bewertet.

Was die Lilihill Capital Group investiert ist so spannend, wie mögliche Flugziele. Kunz hält Frankfurt für möglich. Oder alternativ Amsterdam und Paris. Beim Charter könnten zu vier Litauen-Flügen Lettland und Russland dazukommen. Der zu 75 Prozent ausgelastete Transavia-Flug von Rotterdam zum Eisspektakel auf dem Weißensee wird auf sieben Rotationen ausgedehnt. Alles kleine Schritte, der Flughafen braucht aber einen Ruck. Ein im September geplantes Konzert-Event in der Gerätehalle braucht noch Genehmigung der Stadt und wird nicht reichen. Die Küche, die ein Caterer nützt, bleibt für Fluggäste kalt, weil 250.000 Euro Kosten für Behindertentauglichkeit im Airport-Restaurant zu hoch sind.

Kommentare (3)

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helmutmayr
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2
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Wie lange

soll’s den Artikel noch geben ?

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lexbalexba
1
7
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Spannend was jetzt kommt!

Frachtflughafen oder Russendrehkreuz?

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georgXV
4
4
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???

Du träumst wohl noch vom Weihnachtsmann / Christkind !!!

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