Obwohl die telefonische Gesundheitsberatung 1450 in Kärnten im Vergleich zu anderen Bundesländern wenig genutzt wird, geht das Gesundheitsservice in die Verlängerung. Auch das telemedizinische Beratungsangebot wird über die Pilotphase hinaus verlängert.

Wie berichtet, sind die Kärntner die größten 1450-Muffel Österreichs. 9736 Mal wurde die Gesundheitshotline im Vorjahr angerufen, das ist 27 Mal pro Tag. In Salzburg beispielsweise werden 72 Anrufe pro Tag verzeichnet. Weil der über „Notruf Niederösterreich“ laufende Betrieb jährlich 645.000 Euro kostet, hagelt es von der Opposition ständig Kritik an der Hotline. Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) führt nun ins Treffen, dass sich die Zahl der Anrufe im Jänner und Februar 2026 im Vergleich zu 2025 verdoppelt hätten und hält am 24-Stunden-Service, das Ambulanzen entlasten soll, fest.

Seit Mitte Dezember gibt es von Montag bis Freitag (15 bis 22 Uhr) und an Wochenenden und Feiertagen (14 bis 22 Uhr) zusätzlich ein telemedizinisches Angebot. 500 Konsultationen wurden bisher gezählt, das sind knapp sechs pro Tag. Dabei werden unterschiedliche Möglichkeiten der Videotelefonie oder des Chats mit Bildübermittlung genutzt.

Nutzung primär zwischen 17 Uhr und 20 Uhr

Elf Allgemeinmediziner sind im Pool – drei davon aus Kärnten – der Rest aus Niederösterreich. Die meisten Konsultationen werden zwischen 17 Uhr und 20 Uhr verzeichnet. Angefragt wird primär wegen Infekten, Fieber, Problemen mit dem Atemweg (14 Prozent), Schmerzen, orthopädischen Erkrankungen (12 Prozent), Magen-Darm-Problemen (6 Prozent), Beschwerden mit dem Blutdruck, dem Kreislauf (5 Prozent) und im Hals-Nasen-Ohr-Bereich (4 Prozent). Die Tele-Ärzte stellen auch E-Rezepte aus.

In wie vielen Fällen die Patienten zu Ärzten oder in Kliniken verwiesen wurden, konnte auf Anfrage der Kleinen Zeitung von Notruf NÖ „so kurzfristig“ nicht herausgefiltert werden, hieß es.

Beate Prettner
Beate Prettner © Helmuth Weichselbraun

Ausbau von 1450 mit dem Bund

Die Nutzungszahlen in der Pilotphase würden jedenfalls eine Fortführung des Angebots rechtfertigen, so Prettner. Die Kombination aus Gesundheitsberatung durch diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal und telemedizinischer Behandlung entlaste nicht nur Spitalsambulanzen, sondern gebe den Menschen auch mehr Sicherheit. „Niemand wird alleine gelassen, niemand muss auf Verdacht ins Krankenhaus fahren. Wir arbeiten daran, die Angebote der Nummer 1450 weiter auszubauen – auch gemeinsam mit dem Bund“, erklärt die Gesundheitsreferentin.