Vor einer Betrugsmasche mit iPhone-Geräten warnt eine Villacherin (27), der am Montag ein gefälschtes und minderwertiges Smartphone ausgehändigt wurde.
Auf Willhaben.at fand sie ihr Wunsch-Handy, ein iPhone 17 Max zum Preis von 1500 Euro. Ihr wurde vom Verkäufer vorgegaukelt, dass es sich um ein neues Originalgerät handle, die Rechnung eines Elektronik-Riesen könne man vorweisen, hieß es. In Klagenfurt neben dem Uni-Cafe kam es Montagnachmittag zur Übergabe.
Originalverpackt
Ein „Daniel“ erschien, rund 35 Jahre alt, stämmig, 1,80 Meter groß, er sprach Kärntner Dialekt. Der Mann gab sich als Versicherungsmakler aus und trug eine auffällige Golduhr. Die Frau überprüfte sogar die 15-stellige Seriennummer zur Identifizierung von Mobilgeräten (IMEI). „Sie war laut Apple gültig und das Handy war originalverpackt“, so die Kundin. 1500 Euro wechselten den Besitzer.
„Zu Hause habe ich dann festgestellt, dass es eine verdammt gute Fälschung ist. Optisch identisch mit dem Original, sogar IMEI und Seriennummer im Gerät selbst stimmen. Aber es ist kein originales iPhone. Man merkt es daran, dass es sehr langsam ist, die Kamera ist extrem schlecht und es gibt keinen Apple Store. Außerdem sind gewisse Funktionen nur Deko, die Apps funktionieren nicht“, berichtet die Frau, die andere Menschen vor dieser ungewöhnlichen Betrugsmasche warnen will.
Sie hat herausgefunden, dass dieses gefälschte iPhone höchstens 100 Euro kostet, illegal importiert wird und sogar gefährlich ist, wenn man sich damit irgendwo registriert. „Sensible Daten könnten gestohlen werden. Ich habe gedacht, dass so ein Betrug nur unvorsichtigen Menschen passieren kann, aber das ist ein Profibetrüger, dem alle auf den Leim gehen könnten.“
Der Mann sei bei der Übergabe auch sehr entspannt gewesen. „Das lässt darauf schließen, dass er diese Betrugsmasche nicht zum ersten Mal angewendet hat. Die Telefonnummer, die er mir gegeben hat, existiert zwar, es ist aber niemand erreichbar. Vermutlich hat er einfach irgendeine Nummer genommen“, so das Betrugsopfer. Die Frau hat Anzeige erstattet, wie Polizeisprecher Matthias Kogelnig bestätigt: „Eine derartige Betrugsmasche ist uns neu, es gibt bisher keinerlei vergleichbare Meldungen.“
„Vor Ort testen“
Das sieht auch Manuel Hacker, Leiter der Qualitätssicherung bei Willhaben.at, so. „Die Masche ist ein neuer Professionalisierungsgrad. Wir hatten einen solchen Verkauf in den letzten zwei Wochen, gehen von einer Einzelperson aus, die das erstmals probiert hat“, sagt er. Was rät er Kunden? „Die persönliche Übergabe ist an sich schon der richtige Schritt. Man sollte das Handy vor Ort auspacken, IMEI und Rechnung genau überprüfen, das Handy testen, im Idealfall gemeinsam mit dem Verkäufer zu einem verifizierten Apple-Partner gehen. Und bei ungutem Bauchgefühl den Kauf sein lassen.“