Als sein Name im Februar des Vorjahres als Nachfolger von Alois Dolinar, der bekanntermaßen sein Amt des zweiten Vizebürgermeisters in der Landeshauptstadt zur Verfügung gestellt hat, fiel, waren viele überrascht: Die Rede ist von Alexander Kastner. Der Klagenfurter Gemeinderatsklub des Team Kärnten war damit dem Wunsch von Parteichef Gerhard Köfer gefolgt. Klubobmann Patrick Jonke, der lange Zeit als Nachfolger von Dolinar gehandelt wurde, musste die Entscheidung akzeptieren.
Mittlerweile blickt Kastner, dessen berufliche Heimat eigentlich das Bundesheer ist, auf 365 Tage in der Funktion als Vizebürgermeister in der Landeshauptstadt zurück und sorgt just zu diesem Zeitpunkt mit einer Ansage für Aufregung: „Ich bin gekommen, um zu bleiben!“ Denn: Erst im Dezember wurde bekannt, dass Kastner sein Amt zurücklegt, ihm folgt Patrick Jonke (nunmehr Liste Scheider). Seinen Rücktritt am 29. April um 14 Uhr hat der 61-Jährige sogar schriftlich Bürgermeister Christian Scheider vorgelegt (das Schreiben, datiert vom 2. Dezember 2024 liegt der Kleinen Zeitung vor). Auf die Frage, wie er jetzt doch im Vizebürgermeistersessel sitzen bleiben will, antwortet er: „Schauen wir mal, was bis Ende April passiert!“ Egal, ob Vize oder nicht, dem Klub und damit dem Gemeinderat bleibt er auf alle Fälle erhalten, wie auch Rene Cerne (ebenfalls Team Kärnten), seines Zeichens Ausschussobmann.
Im gleichen Atemzug verweist Kastner auf die wichtigsten und aktuellsten Entwicklungen in seinen Referaten Internationale Angelegenheiten, Klima‐ und Umweltschutz, Energie und Klagenfurt Wohnen. „Zum Thema ,Klagenfurt Wohnen` kann ich eine umfassende Bilanz der Aktivitäten präsentieren. Diese Bilanz spiegelt nicht nur die engagierte Arbeit unseres Teams wider, sondern berücksichtigt auch zahlreiche Vorschläge des Landesrechnungshofes“, erklärt Kastner, dem die Herausforderungen in diesem Bereich bewusst sind. Intern wurden viele Maßnahmen getroffen, um die Effizienz und Transparenz zu steigern. Unter anderem konnte die Dauer für Generalsanierungen von sieben Monaten auf sechs bis acht Wochen reduziert werden. Dies dank einer umfassenden Neuorganisation, die eine lückenlose Dokumentation aller Wohnungsvergaben umfasst. Und: Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, die erforderliche Qualifikation für seine Tätigkeiten nachzuweisen.
In Summe wurden in seiner Ära bereits 122 Sanierungen abgeschlossen, weitere 91 sind in Planung (45 Generalsanierungen, 46 Instandsetzungen). Zudem wurden 2431 Brandschutzbegehungen durchgeführt, wobei 3952 Mängel festgestellt wurden, die nun aber deutlich schneller behoben werden können. Und: 149 Konflikte zwischen Mietern wurden, unterstützt von drei Mediationen, gelöst.
Im Bereich „Internationale Angelegenheiten“ betont Kastner, dass Klagenfurt zu seinen 17 Partnerstädten gute und intensive Kontakte hegt. Beim Klima‐ und Umweltschutz verweist er darauf, dass die Landeshauptstadt es im letzten Jahr unter die Top 3 Städte für den European Green Capital‐Award geschafft hat.