Das Jahr 2024 zählt noch wenige Tage, aber bereits jetzt ist klar: Es wird das Jahr der Pleiten. Noch nie wurden so viele Insolvenzen registriert – mit Jahresende werden sich die Gesamtpassiva der bundesweit fast 7000 Firmeninsolvenzen laut AKV auf 20 Milliarden Euro summieren, ein historischer Höchstwert. Auch die Kärntner Landeshauptstadt bildet in diesem Bereich keine Ausnahme.
Die größte Pleite legte die Gruppe um ASAP Trading bzw. Silent Yachts Passiva (mit Sitz am Klagenfurter Schleppe-Platz) mit insgesamt 140 Millionen Euro hin. Ende Jänner nahm die Serie ihren Ausgang, damals meldete der Produzent von solarbetriebenen Katamaranen mit 45,8 Millionen Euro Schulden Konkurs an, weil der türkische Partner seit Herbst keine Boote mehr produziert. In dieser Tonart ging es für das Unternehmen weiter, im Laufe der nächsten Monate wurde eine ASAP-Tochtergesellschaft nach der anderen ein Fall für das Konkursgericht. Die letzte Insolvenz ist mit 10. Dezember datiert, mit der „Silent Yachts 62 INT GmbH“ landete eine weitere Tochterfirma der ASAP Trading am Tisch in der Konkursabteilung des Landesgerichtes Klagenfurt.
Zur ASAP-Pleite
Hotel und Lakesidepark-Firma mit Millionen-Pleiten
Mit Passiva in der Höhe von 7,56 Millionen Euro schlug sich die Insolvenz der Hotel Invest Kaprun GmbH mit Sitz in Ebenthal in der Statistik nieder. Die Schuldnerin befasste sich mit einem bewilligten Projekt zur Errichtung eines Hotels in Kaprun.
Auch die ENcome Energy Performance GmbH, die im Klagenfurter Lakeside Park beheimatet ist, musste in diesem Jahr mit Schulden in Höhe von 6,6 Millionen Euro Konkurs anmelden. Das Unternehmen betreibt PV-Anlagen im In- und Ausland. Laut den Kreditschützern AKV und KSV ist die Fortführung des Betriebes durch einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent geplant.
Vianello-Aus: 62 Personen ohne Arbeit
Wirft man einen Blick auf die Anzahl der Dienstnehmer, hat die Pleite der Vianello GmbH mit Sitz in Magdalensberg die Nase vorne: Mit der Pleite des bekannten Textil- und Schuhhändlers verloren insgesamt 62 Menschen ihren Job.
Mehr zu Vianello
43 Dienstnehmer wurden im Oktober nach dem Konkurs von IMW E-Technik GmbH aus Klagenfurt als arbeitslos gemeldet. Das Unternehmen beschäftigte sich mit der Planung und Montage von Photovoltaik-Anlagen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 2,35 Millionen Euro. Als Insolvenzursache wurden stornierte Aufträge genannt.
Der jüngste Konkurs kostete 42 Menschen ihren Arbeitsplatz: Die Robooptic Systems GmbH aus Klagenfurt wurde mit rund fünf Millionen Euro an Verbindlichkeiten ein Fall für das Konkursgericht. Ein ausgesetzter Großauftrag von Magna soll der Grund für den Schritt gewesen sein.