Auf die Frage, ob der Pflegeberuf besonders hart sei und sie es jemals bereut hätte, den Weg als chemische Laborantin verlassen zu haben, kommt eine klare Antwort: „Nein, nie!“ Und: „Es gibt überall Herausforderungen. Krankenstände. Personalmangel. Man muss flexibel sein. Das ist aber nicht nur bei uns in der Pflege so. Der Job erfüllt mich jeden Tag.“ Jana Kubove (64) ist Pflegeassistentin im Caritas-Pflegewohnhaus Haus Theresia in Feldkirchen. Den Pflegeberuf hat sich die dreifache Oma erst auf dem zweiten Bildungsweg ausgesucht, Liebe auf den zweiten Blick.

Jana Kubove mit ihrer Kollegin, der Pflegeassistentin Sonja Kohlweiß (links)
© Caritas

„Manchmal bekomme ich sogar eine Liebeserklärung von meinen Bewohnerinnen und Bewohnern. Das letzte Mal hat Herr Sigfried nach dem Rasieren ,Ich liebe dich, Jana' zu mir gesagt.“ Kubove erzählt das mit einem Lächeln im Gesicht. Wenn die gebürtige Slowakin von ihrem Alltag als Pflegeassistentin erzählt, kommt sie aus dem Schwärmen schwer heraus. „Wir sind klein, aber fein, wie eine Familie eben“, beschreibt sie Pflegewohnhaus mitten inder Tiebelstadt. Derzeit sind mit rund 40 Bewohnern die Ressourcen und Plätze des Hauses voll ausgeschöpft.

Mit Bewohnerin Karoline Fasching
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Als chemische Laborantin kam sie im 2007 im Zuge ihrer Arbeit als 24-Stunden-Pflegerin nach Österreich. Drei Jahre später wurde die damals 52-Jährige von ihrer Freundin kurzerhand an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe in Klagenfurt angemeldet. Nach drei Jahren Schulbesuch in einem fremden Land mit geringen Sprachkenntnissen und einigen Praktika in Caritas- Pflegewohnhäusern stand für Kubove 2013 fest, dass die Caritas auch ihre zukünftige Arbeitgeberin sein soll. „Zuerst war ich ein Jahr in Friesach, dann bin ich ein Jahr darauf nach Feldkirchen ins Haus Theresia gewechselt. Da bin ich nun, und nächstes Jahr gehe ich hier auch in Pension.“ Der Beruf wurde zur Berufung. So hat die zweifache Mutter eine ihrer Klientinnen aus der 24-Stunden-Pflege am Ende ihres Lebens zu sich nach Feldkirchen geholt. „Ich wollte einfach für sie da sein. Ich wusste, hier kümmern sich alle gut um sie.“

Eine Bewohnerin des Hauses hat für Kubovas Enkelin ein Dirndl angefertigt und ihr dieses später geschenkt. Ein Unikat. Und eine Wertschätzung für sie und ihr tägliches Tun. Unzählige Stunden Arbeit flossen hinein. Die 64-Jährige ist sehr stolz, wenn sie davon erzählt. „Meine Schwester“, nennen sie viele Bewohner. Das gefällt ihr. Im Haus werden Feste gemeinsam gefeiert, es werde viel gelacht. Die Familienmitglieder der gebürtigen Slowakin sind auch gern gesehen. Ihre Enkelin hat beispielsweise schon einige Male bei der Freizeitgestaltung der Bewohner mitgewirkt. Gemeinsam wird geturnt, gemalt, gebastelt. Den älteren Menschen gefällt es, „wenn Leben im Haus ist und es eine Abwechslung zum Alltag gibt“. Auch ihr Ehemann hat eine Zeit lang als Hausmeister mitgearbeitet. Beruf und Familie haben sich für Kubove  immer sehr gut verbinden lassen.