Slowenische Wanderer fanden Ende Mai eine Meeresschildkröte vor der Küste von Poreč. Das Tier trieb regungslos auf der Meeresoberfläche. Die Finder entschlossen sich, das Tier, das sich in einem offensichtlich schlechten Zustand befand, aus dem Meer zu holen und brachten es zum „Aquarium Pula“. Dort wurde es im Rehabilitationszentrum aufgenommen. Die Meeresbiologen des Instituts tauften die Unechte Karettschildkröte auf den Namen „Živa“ (“Lebende“) und schätzen das Alter der 45 Zentimeter langen und zehn Kilogramm schweren Patientin auf etwa fünf bis zehn Jahre.

Die Meeresschildkröte bekommt eine Antibiotikatherapie udn liegt seit zwölft tagen auf der Intensivstation
Die Meeresschildkröte bekommt eine Antibiotikatherapie udn liegt seit zwölft tagen auf der Intensivstation © Aquarium Pula/facebook

„Seit ihrer Ankunft befindet sich Živa in einem sehr kritischen und lethargischen Zustand. Ihr Panzer war mit Algen und Seepocken bedeckt, was auf eine längere Zeit eingeschränkter Mobilität hindeutet“, erklärt Ela Pahor, Ökologin und Naturschutzexpertin des Aquarium Pula gegenüber der Kleinen Zeitung. Die Symptome der erkrankten Meeresschildkröte stellen die Meeresbiologen des Instituts allerdings noch vor ein Rätsel, da diese normalerweise auf eine Unterkühlung hindeuten würden, was angesichts der Jahreszeit ungewöhnlich sei.

Keine äußeren Verletzungen

Bei der ersten Untersuchung seien keine äußeren Verletzungen festgestellt worden, die ihren beeinträchtigten Zustand erklären könnten: „Es wurden keine inneren Verletzungen festgestellt. Röntgenaufnahmen und Kontrastmittelaufnahmen zeigten aber Knötchen in ihrer Lunge, die auf eine Entzündung hindeuten“, sagt Pahor, die erklärt, dass Živa sich nun bereits zwölf Tage lang auf der Intensivstation des Instituts befinde.

„Biochemische Parameter und Blutanalysen ergaben zwar kein Risiko einer bakteriellen Infektion, aber Živa erhält bereits seit ihrer Ankunft am 29. Mai eine Antibiotikatherapie. Die letzte Röntgenaufnahme zeigte nun zumindest eine Verringerung der Schatten, was auf die Wirksamkeit der Behandlung hinweist“, zeigt sich Pahor erfreut. Dies wiederum würde doch auf Bakterien als Ursache für ihre Erkrankung hindeuten, die genaue Ursache für ihren schlechten Gesundheitszustand bleibe aber weiterhin unklar.