Au weia, das tat ein bisschen weh. Denn die „Unwetter in Norditalien“, von denen zahlreiche Medien berichteten, schreckten viele Touristen vom Osterurlaub in Grado ab. Doch Norditalien ist groß, von Turin bis Triest sind es 500 Kilometer, die Überschwemmungen nach Starkregen fanden vor allem in der Lombardei und in der Emilia-Romagna statt, und ob die Emilia-Romagna überhaupt noch zu Norditalien gezählt werden soll, darf diskutiert werden. Und wer würde schon wegen eines Erdrutsches in Vorarlberg seine Weinreise ins Burgenland stornieren?
Dennoch beklagten sich Hoteliers auf der Insel über die zahlreichen Stornierungen in der Osterwoche. In Grado war das Wetter eineinhalb Tage schlecht (zugegeben: sehr schlecht), aber das war’s dann, Ostern selbst war sonnig, die Touristen genossen das Wetter bei ausgedehnten Strandspaziergängen, und der Abfahrtsstau am Abend des Ostermontags war Wiener-Gürtel-würdig.
Apropos Strand: Wie in der letzten Kolumne angekündigt, haben die „giochi di poltrone“ („Sesselspiele“) neue Sphären erreicht. Erst durfte die Strandverwaltung triumphieren, denn das Hotelkonsortium wollte ja das Filetstück des Hauptstrandes in Eigenregie übernehmen, um ihren Gästen mehr Service zu gewähren. Aber ein Richter erklärte das Übernahmeangebot des Konsortiums für nichtig. Doch dann hatte das Konsortium den (vorerst) letzten Lacher, weil die Direktion der Strandverwaltung Ende April abgesetzt wird. Zwar läuft das Mandat nach drei Jahren tatsächlich aus, doch viele Touristen finden, die Strandverwaltung habe einen guten Job gemacht, so dass man doch verlängern müsse?
Verschieben
Die offizielle Eröffnung des Strandes mit Bürgermeister und Blasmusik, ursprünglich für den 1. Mai geplant, wird jedenfalls verschoben – angeblich, weil die Honoratioren aus der Region an jenem Tag keine Zeit haben. Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass sich die neue Stranddirektion erst einmal einruckeln muss.
Gut für uns Strandfreunde: Der Sonne, dem Meer, dem Spülsaum, dem feinen Sand und den Eistruhen der Strandbars sind all diese Macht- und Prestigespielchen herzlich egal. In den Bars geht es derzeit eher darum, irgendwoher Personal für die Saison zusammenzukratzen – ein Thema, das uns in den nächsten Kolumnen noch reichlich beschäftigen wird.