Grado ist in Aufruhr: Ein Ausbau der Radwege ist ja immer eine gute Nachricht. Aber quer über den alten Strand, mit einer (betonierten?) Piste durch den Sand, dann möglicherweise sogar auf der schmalen Uferpromenade, wie in Pinos Bar geraunt wurde, und auch noch auf dem Fußweg zwischen Hauptstrand und Beachbars, wo das Radfahren bislang streng verboten war? Klingt wie ein vorgezogener Aprilscherz, aber scheint ein reales Vorhaben zu sein. Jedenfalls geistert ein neues Projekt namens „Biciplan“ durchs Rathaus, bloß weiß keiner, was genau sich dahinter verbirgt, denn der „Experte“, der für den Plan verantwortlich ist, fehlte bei der Sitzung.

Der Autor dieser Zeilen lässt sich in den nächsten Wochen gern eines Besseren belehren. Aber ein Radweg am Hauptstrand, also dort, wo Dreijährige ohne nach links und rechts zu schauen zu den Eistruhen laufen – das wäre eine royale Dämlichkeit, von Radlern auf der Uferpromenade gar nicht reden. Der Oppositionsblock, während der Bürgermeisterwahl noch schwer zerstritten, hat sich wie nasser Sand im Förmchen zu einem kompakten Haufen verdichtet und will das Projekt um jeden Preis verhindern.

Auch anderswo wird gebaut: Die Brücke am Ortseingang soll endlich einen Radweg bekommen. Baubeginn sollte schon im Oktober 2023 sein, aber es gab Schwierigkeiten. Im Oktober 2024 klappte es dann auch nicht, nun sollen die Arbeiten im April oder Mai beginnen, direkt zu Saisonbeginn. Inwiefern das den Zufluss der Touristen beeinträchtigt und ob der Verkehr wieder wechselweise angehalten wird, ist genauso unklar wie die Tatsache, ob die Arbeiten denn wirklich im April oder Mai beginnen werden. Wir lassen uns, wie so gern in Italien, einfach überraschen.