Gibt es eine ideale Integration von Jugendlichen in eine fremde Gesellschaft?
KENAN GÜNGÖR: Wir müssen unterscheiden, ob es Jugendliche sind, die neu zugewandert sind oder Jugendliche, die in zweiter oder dritter Generation in Österreich sind. Man kann sagen, dass man günstige Voraussetzungen für die Integration schaffen kann, aber der Erfolg ist nicht immer ein Automatismus. Die Jugendlichen, die in der zweiten oder dritten Generation hier sind, merken oft in der späten Schulzeit, dass sie anders wahrgenommen werden. Es hängt auch von den Familien ab, wie sie sich selber hier verorten und was sie ihren Kindern mitgeben. Das Verfremden kann in der Gesellschaft oder in der Familie passieren.